Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Sehenswerte Ausflugsziele vor der eigenen Haustür stellt das Lichtenberger Umweltbüro auf nunmehr 10 Wanderkarten vor.

Dabei steht die Natur immer im Mittelpunkt. „Wir wollten zunächst nur Tipps für Wandertage an den Schulen geben“, sagt Heike Gruppe vom Arbeitskreis Umwelt und Bildung, von dem auch die Idee für die Karten stammt. Am Anfang waren es nur fünf Wanderkarten, die in einer kleinen Auflage gedruckt wurden. Doch das Interesse war groß. „Auch die älteren Einwohner wollten mehr über ihren Bezirk erfahren.“ Vor zwei Jahren waren es dann schon acht Wanderrouten durch den Stadtteil. Nach 10 Jahren wurden die Wanderkarten überarbeitet und es kamen zwei neue Ausflugsziele hinzu. Bisher führten die  Wanderungen ausschießlich nach Hohenschönhausen. „Nun haben wir uns überlegt, auch in den Lichtenberger Ortsteil zu gehen“, erklärt Heike Gruppe. So kamen die „Biesenhorster Sand-Tour“ und die „Zeitzeugen-Tour“ neu in das Programm. Auch entlang der Rummelsburger Bucht können sich die Wanderfreunde nun mittels Karte bewegen.

Historische Stätten und Naturschönheiten

Alle Wanderungen stehen unter einem bestimmten Motto. Sie starten immer an einer Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel. Wichtig sind auch die Hinweise auf die Länge der Strecken, so dass man schon vorher einschätzen kann, ob die Strecke für einen zu schaffen ist oder nicht. Sehenswürdigkeiten sind auf der Wanderkarte herausgestellt und nummeriert, auf der Rückseite finden sich die Erklärungen zur Geschichte des jeweiligen Ortes oder zur Natur. Ganz neu im Angebot ist die „Zeitzeugen-Tour“. Sie beginnt an der Gartenarbeitsschule in der Trautenauer Straße in Karlshorst, führt vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten im Stadtteil und endet schließlich nach 7 Kilometern am Tierpark Friedrichsfelde. Dabei können die Wanderfreunde sowohl Naturschönheiten wie die alten Eichen an der Trabrennbahn als auch den Schwalbenturm bewundern, der eigens für die Schwalben aufgestellt wurde, damit sie Platz für ihre Nester haben. Eines der schönsten Naturdenkmale des Bezirks, die „Flora-Eiche“, liegt auf diesem Weg. Die Wanderung führt auch zu historischen Stätten wie dem Deutsch-Russischen Museum oder eben der Trabrennbahn.

Bezirksamt und Howoge unterstützen das Projekt

Im Arbeitskreis Umwelt und Bildung sind alle Karten in ehrenamtlicher Arbeit entstanden. Die Mitglieder des Arbeitskreises haben in der Geschichte geforscht, sich mit den Naturschönheiten beschäftigt und alle Informationen zusammengetragen. „Seit 20 Jahren gibt es diesen Arbeitskreis“, informiert Umweltstadtrat Wilfried Nünthel (CDU), „es wird dort hervorragende Arbeit geleistet.“ Das Bezirksamt hat die Erstellung der Karten unterstützt. Das Projekt wurde aber auch von Sponsoren, wie etwa der Howoge ermöglicht. Das Thema ist auch für die Mieter der kommunalen Wohnungsgesellschaft von Interesse. „Die Wanderungen sind ein schöner Weg, um die Einwohner nicht nur über die Geschichte ihres Wohnortes zu informieren, sondern auch für die Umwelt zu sensibilisieren“, meint der Stadtrat. Gedruckt  wurden 2.000 Pakete mit jeweils 10 Wanderkarten. Nachdem diese erhältlich sind, rechnet Nünthel damit, dass Anregungen und Ideen für weitere Wanderkarten aus der Bevölkerung kommen. „Wir wollen uns jetzt damit vor allem an Bildungseinrichtungen und Freizeitstätten wenden“, sagt der Stadtrat. Er will es von der Nachfrage abhängig machen, ob noch eine Nachauflage gedruckt wird. Nünthel sieht noch andere Zielgruppen, so möchte er die Wanderkarten auch in Hotels und Pensionen anbieten.

Weitere Informationen sind im Umweltbüro Lichtenberg, Passower Straße 35, 13057 Berlin, Tel. (030) 92 90 18 66 oder online unter dem Stichwort Angebote/Broschüren erhältlich.

Klaus Tessmann, Redaktion LichtenbergMarzahnPlus www.lichtenbergmarzahnplus.de