Deine Stadt ist essbar! Unter diesem Motto weist Mundraub.org den Weg zu Kräutern, Nüssen und Beeren. Veranstaltungen und Publikationen öffnen die Augen für Leckereien in Parks und Waldgebieten.

Es begann mit einer schlichten Online-Karte. Vor mehr als zehn Jahren ging mundraub.org online: jeder Interessierte konnte hier Orte finden, an denen Beerensträucher, Obstbäume, Kräuter oder Nüsse wachsen. Wer wollte, konnte einfach einen Standort hinzufügen. Theoretisch weltweit, aber der allergrößte Teil der Einträge bezieht sich auf Deutschland. Die Karte ist heute immernoch das Herz des Projekts mit mittlerweile rund 40.000 Hinweisen auf öffentlich zugängliches Obst.

apple pixabay 1140747 640Allmende oder nicht? Wer unsicher ist, sollte nachfragen. Auf der Mundraubkarte sind Orte verzeichnet, an denen die Ernte für den eigenen Bedarf erlaubt ist. Foto: Pixabay

Die Nutzer können sich miteinander vernetzen und Einträge kommentieren und bewerten. Mittlerweile (seit 2017) sind auch Daten aus kommunalen Baumkatastern in die Plattform integriert. Allein 20.000 Fundorte kommen aus Datenbeständen von sechs deutschen Großstädten und der österreichischen Hauptstadt Wien.

Alle Einträge kennzeichnen öffentlich zugängliche Orte, das ist die Grundregel bei Mundraub. Bäume und Sträucher stehen also nicht auf privatem Gelände. Ernten ist dort erlaubt – für den eigenen Bedarf. Genaueres kann man hier nachlesen: mundraub.org/regeln.

Die Saison beginnt im April mit Bärlauch und Waldmeister und endet im November mit Hagebutten, Schlehen und Nüssen sowie mit Quitten und den letzten Birnen. Wo sie sich finden lassen und was man damit alles machen kann, vermitteln die Mundräuber in Workshops, Touren und Aktionen. Aktuelle Hinweise finden sich auf der Webseite.

Ist das eigentlich gesund, dieses Großstadtobst? Ja, sagt eine Studie der TU Berlin, die auch auf der Mundraub-Seite nachzulesen ist. Die Konzentrationen von Blei und Cadmium in Stadtobst sind demnach mehrheitlich vergleichbar oder sogar deutlich geringer als in Obst aus dem Supermarkt. Dabei speichern Beeren durchschnittlich mehr Schwermetalle als Stein- oder Kernobst. Nüsse akkumulieren am wenigsten. Die Mundräuber empfehlen: „Du kannst dir also gern Müsli vom Bürgersteig sammeln.“

Mundraub sieht sich als großes soziales Experiment, als Plattform zu allen Themen rund um öffentliche Essbarkeiten, deren Verarbeitung und Verwertung. Die bislang hauptsächlich deutschsprachige Community führt gemeinsame Pflanz-, Pflege- und Ernteaktionen durch oder engagiert sich in regionalen Gruppen. Das gemeinsame Ziel: die „Gestaltung der Kulturlandschaft des 21. Jahrhunderts“.

Alle Infos, Publikationen, Fundorte, Termine… : mundraub.org

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

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