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Dekoideen & Einrichtungstipps für die eigenen vier Wände

Aktualisiert (Mittwoch, den 20. Oktober 2010 um 10:16 Uhr) Geschrieben von: Daniela von Treuenfels

Was macht der naturverbundene Hungrige im Herbst? Schlehen ernten, Hagebutten pflücken, Nüsse sammeln. Oder doch lieber Esskastanien? Vorher geht er online: Mundraub.org verrät ihm, wo es frei verfügbares Obst und Gemüse in seiner Nähe gibt.

Die Internetplattform weist Beerensammlern und Obstpflückern den Weg zu Bäumen und Sträuchern, die auf öffentlichem Gelände stehen: in Parks, am Straßenrand und an öffentlichen Plätzen. Schlehen findet man beispielsweise im Görlitzer Park, Haselnüsse in der Schwiebusser Straße in Kreuzberg, und „In dem Grünstreifen zwischen Fernsehturm und Rotem Rathaus, steht in unmittelbarer Nähe des Beachvolleyballfeldes eine stattliche Esskastanie“.

Diese „Fundstellen“ kann jeder auf Mundraub.org eintragen, 5000 sind es mittlerweile bundesweit. Die Karte, die sich dabei für Berlin ergibt, wirft ein eigenes Licht auf die Stadt: internetaffine Obstliebhaber mit einem Blick für nützliches Gehölz in ungewöhnlicher Umgebung wohnen in der östlichen City: Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Mitte. Den Städtern im Westen scheint der Supermarkt näher als der Apfel am Straßenbaum. Oder gibt es dort nicht so viel freies Obst? Behalten die Schöneberger, Wilmersdorfer und Spandauer Obstesser die Standorte für sich? Da fallen uns doch auch gleich ein paar Stellen ein, die wir nie im Internet veröffentlichen würden…

Mundraub.org ist die Idee von Mirco Meyer. Zusammen mit vier Freunden hat er die Internetplattform ins Leben gerufen. „Wir möchten, dass kein herrenloses Obst mehr am Baum verrottet und machen deshalb Mundraub salonfähig.“, so Meyer. „Wir wissen, dass jedes Jahr herrliche Früchte an zigtausenden von herrenlosen oder vergessenen Obstbäumen an Landstraßen, in verlassenen Gärten oder auf Grundstücken von Menschen mit wenig Zeit verderben. Oft handelt es sich dabei um sehr kostbare alte Sorten. Und das in unserer nächsten Umgebung.“

Mundraub macht Spaß, ist ein Happening oder ein Familienausflug der besonderen Art. Man trifft sich zum Kirschenpflücken in der Christinenstraße, von der begeistert gemeldet wird, dort gebe es „einen ganzen Straßenabschnitt voller Kirschen“. Wer das Tierheim in Wartenberg besuchen möchte, sollte sich den frühen Herbst dafür aussuchen. Am Hausvaterweg wartet  eine „Reihe von Apfelbäumen“ auf die Ernte. Sanddornfans erleben ihr Abenteuer in  Mitte an der Brückenstraße: „Zum China-Restaurant “Ming Dynastie” gehen, aber dann einfach gerade aus auf die Büsche/Bäume zulaufen. Gleich am Anfang des halb zugewachsenen Schleichwegs am Spreeufer entlang (Richtung C-Base) steht ein Sanddornstrauch. Wenn er Beeren trägt, ist er wirklich nicht zu verfehlen.“

Wenn die Ernte eingeholt ist, wartet der Hungrige auf den Frühling.

Junger Mann im Frühling – möchte nicht allein sein
Ja was macht er dann? Er lacht sich eine an.
Junge Frau im Frühling, möchte auch zu zwein sein.
Ja was macht sie dann? Sie lacht ihn gleichfalls an.

Möglicherweise treffen sich die beiden. Beim Bärlauchpflücken im Plänterwald.

www.mundraub.org