Eine der wesentlichen Intentionen des Künstlers Yadegar Asisi mit dem Panorama DIE MAUER ist es, allen denjenigen, die die deutsche Teilung nicht erfahren haben, das geteilte Berlin im wahrsten Wortsinn "vor Augen" zu führen.

Foto Tom Schulze 2012, © asisiAlltag mit der Berliner Mauer

Die Berliner Mauer ist 2012 am Checkpoint Charlie wieder erstanden. Von der vier Meter hohen Besucherplattform im Zentrum des Rundbildes sieht der Betrachter das geteilte Berlin von der Sebastianstraße in Kreuzberg im Westteil aus. Der Blick schweift über die erste Mauer, den sogenannten Todesstreifen und die zweite Mauer nach Mitte im Ostteil Berlins.

An einem fiktiven Herbsttag in den 1980er Jahren sind die Berliner in ihrem alltäglichen Leben zu beobachten: Beim Kreuzberger Wohnungsumzug, als Graffiti-Maler an der Mauer, als Gäste an einer Currywurstbude oder als Betrunkene, die aus einer Eckkneipe stolpern. Auf den grauen Fassaden im Osten sind DDR-Parolen in weiß auf rotem Grund zu sehen, auf den grauen Kreuzberger Fassaden leuchten bunte West-Reklamen. Nicht zu übersehen sind die DDR-Grenzer in ihren Wachtürmen, die über den Todesstreifen hinweg das Leben im Westteil genau beobachten.

Darum geht es dem Künstler Yadegar Asisi: Alltag an und mit der Mauer, außerhalb der tragischen Ereignisse. In Ost wie West hatte man sich damit arrangiert, daran möchte Asisi erinnern und hofft, dass das Panorama anregt darüber nachzudenken. „Ich bin heute erschrocken über unsere gelebte Normalität in der damaligen Zeit“, stellt Asisi fest. Vor allem der nachgeborenen Generation oder denjenigen, die weit weg von dem Geschehen gelebt haben, gibt das Panorama einen unmittelbaren und emotionalen Eindruck von der Zeit damals.

Yadegar Asisi über sein Werk...

„Ich habe in den 80er Jahren in Kreuzberg an und mit der Mauer gelebt. Das Panorama bündelt einen Teil meiner Erfahrungen in vielen Szenen und Details. Ausgehend von der realen Situation zwischen Sebastianstraße und Dresdner Straße habe ich die Bildkomposition so umgesetzt, dass dem Betrachter in vielen Details kleine Geschichten erzählt werden. Sowohl die Topographie der Stadt als auch Zeitgeschichte sind aber verdichtet und künstlerisch überhöht. Ich möchte den Besuchern die Atmosphäre der Zeit vermitteln – und das in Details, die so nicht alle zeitgleich oder an einem Ort geschehen wären.“

Eintritt: 10 €, ermäßigt 8,50 €, Kinder ab 6 Jahre 5 €

Öffnungszeiten: bis Ende 2013, täglich 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr

asisi PANOMETER BERLIN
Checkpoint Charlie
Friedrichstraße 205, Eingang Zimmerstraße, 10117 Berlin-Mitte
www.asisi.de