Seit November ist der zweisprachige mobile Serviceroboter Tim im Deutschen Technikmuseum im Einsatz. Tim ist 1,50 Meter groß, wiegt 75 Kilogramm, spricht fließend deutsch und englisch und führt mit charmantem Augenklimpern durch die Ausstellung.

Technikmuseum-RoboterDie Besucherinnen und Besucher können sich dann von Tim durch die Ausstellung „Das Netz. Menschen, Kabel, Datenströme“ in der Ladestraße des Museums lotsen lassen. Der museale Einsatz von Tim geht Hand in Hand mit einer allgegenwärtigen technischen Entwicklung: Die Roboter sind da! In den letzten Jahrzehnten wurden sie vor allem in Science-Fiction-Filmen oder Kinderzimmern gesichtet, jetzt tauchen Serviceroboter auch zunehmend in Fabriken und Supermärkten auf. Es ist anzunehmen, dass Roboter bald ganz selbstverständlich Teil unseres Alltags sein werden.

Tim kennt den kürzesten Weg und bleibt immer höflich

Museumsroboter Tim hat das Potenzial zum Publikumsliebling: Er stellt sich den Besuchern vor, zeigt den kürzesten Weg zu ausgewählten Objekten in der großflächigen Ausstellung und spricht dann unterhaltsam und verständlich über die Bedeutung und Funktion dieser Exponate. Die einzelnen Objekte – darunter eine „smarte“ Toilettenbrille, ein knallorangenes Telefon mit Wählscheibe und der riesige Datenkrake Otto – werden über ein leicht bedienbares Touchpad ausgewählt. Tim bietet auch eine komplette Tour zu allen zwölf in sein System einprogrammierten Ausstellungsstücken an. Während der Erläuterungen ist es ohne Probleme möglich, die Sprache zu wechseln.

Technikmuseum-Roboter1Seine Aufgabe erfüllt der mobile Serviceroboter SCITOS A5 der Firma MetraLabs aus dem thüringischen Ilmenau mit Hilfe der Elektronik, der Software und der Daten, die in ihm stecken. Mit seinen computergesteuerten Getriebemotoren kann er sich selbstständig bewegen. Um zu erkennen, ob ihm jemand oder etwas im Weg steht, nutzt er Sensortechnik. Rempelt ihn jemand versehentlich an, bleibt Tim höflich und sagt: „Kannst Du bitte den Weg freimachen?“ Die in dem Roboter gespeicherten Kartendaten sorgen dafür, dass er die kürzesten Wege durch die Ausstellung findet. Durch eine computergenerierte Stimme kann er die Informationen zu den Ausstellungsobjekten in Deutsch und Englisch wiedergeben.

Von der Science-Fiction in den Alltag: Mobile Serviceroboter auf dem Vormarsch

Tim ist ein mobiler Serviceroboter. Seine Artgenossen sehen ganz unterschiedlich aus, manche mähen Rasen oder saugen Staub, andere machen Inventur in Warenlagern oder räumen in Restaurants das Geschirr ab. In Japan werden Serviceroboter bereits in der Altenpflege und als Haushaltshilfe eingesetzt.
Im Deutschen Technikmuseum haben die Besucherinnen und Besucher jetzt dank Tim die Möglichkeit, Erfahrungen mit einem Serviceroboter zu sammeln – und sich die Frage zu stellen, welche Rolle Roboter in Zukunft in unserem Leben spielen können und sollten.

Ein passendes Zuhause für Tim: Die Ausstellung „Das Netz“ in der Ladestraße des Museums

Technikmuseum-Roboter2In der Ausstellung „Das Netz. Menschen, Kabel, Datenströme“ hat Tim ein passendes Zuhause gefunden. Die im September 2015 eröffnete Dauerausstellung in der historischen Ladestraße des Museums zeigt auf 1.600 Quadratmetern 200 Jahre technische Vernetzung. Ausgangspunkt ist das Internet als „Netz der Netze“, das mittlerweile die Funktion und Infrastruktur vieler älterer Informations- und Kommunikationsnetze übernommen hat. Ausgehend von alltäglichen Anwendungen wie Nachrichten, Navigation, Einkaufen oder Spielen, werden die modernen Techniken ebenso wie die historische Entwicklung dargestellt. Die Ausstellung bietet Pfade in die Vergangenheit der Kommunikations- und Informationstechnologien, zu Telegrafie und Telefon, zu Karteikasten und Hyperlink. So wird in der historischen Rückschau deutlich, dass der Wunsch nach Austausch und Vernetzung schon lange vor dem Internet ein starkes menschliches Grundbedürfnis war.

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