Das Deutsche Technikmuseum hat nach einjähriger Umbauzeit seine Dauerausstellung zur Schreib- und Drucktechnik wiedereröffnet.

Auf einer Ausstellungsfläche von 200 Quadratmetern werden den Besucherinnen und Besuchern die fünf Hauptthemen Schriftherstellung und Schriftsatz sowie Drucken von Schriften, Bildern und Zeichen präsentiert. Großformatige Vitrinen mit einer Vielfalt an Exponaten wie Schriftmustern, Druckformen und Werkzeugen zeigen die Komplexität und Vielseitigkeit der Drucktechniken. Mit der inhaltlichen Erweiterung um den Bereich Vervielfältigung von Bildern sind erstmals originale Drucke aus dem Bestand des Historischen Archivs der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin in die neue Dauerausstellung eingezogen.

Technikmuseum DrucktechnikDie Ausstellung zur Schreib- und Drucktechnik zeigt unter anderem eine Columbia-Handpresse aus Edinburgh, Schottland, um 1835, eine Stanhope-Handpresse der Oberhofbuchdruckerei Decker aus Berlin um 1835 und eine Schnellpresse mit Druckzylinder zum Hand- oder Dampfbetrieb der Maschinenbauanstalt A. Hamm aus Frankenthal/ Heidelberg, um 1895 (SDTB / Foto: Clemens Kirchner)

Lebendige Ausstellung

Die Ausstellung bleibt ein lebendiger Lernort mit Werkstattcharakter. Neben dem Betrieb der Lehrdruckerei und den Vorführungen verschiedener Druckpressen sowie einer Linotype (1972) wird in Zukunft auch der Steindruck vorgeführt. Hands-on-Exponate und Multimedia-Angebote bieten den Besucherinnen und Besuchern vielseitige Zugänge zu den Ausstellungsinhalten. Filme zeigen die alten Techniken in Aktion, sie veranschaulichen die einzelnen Arbeitsschritte an den Maschinen oder geben Einblicke in die Arbeit in historischen Werkstätten.

Technische Entwicklung des Druckens seit Gutenberg

Die Ausstellung veranschaulicht die technische Entwicklung der Drucktechniken seit den Innovationen Johannes Gutenbergs um 1450. Der thematische Fokus liegt auf der Zeit zwischen der Industrialisierung seit 1800 und dem Beginn der Ablösung des Hand- und Maschinensatzes durch optomechanische Verfahren wie dem Fotosatz Ende der 1950er Jahre. Dabei werden die vier Hauptdruckverfahren Hoch-, Tief-, Flach- und Durchdruck exemplarisch vorgestellt.

Dauerhafte Präsentation des Steindrucks in Berlin

Das Deutsche Technikmuseum hat 2017 die komplette Werkstatt des Stein- und Offsetdruckmeisters Dietmar Liebsch übernommen. Dazu gehört auch eine  bedeutende Sammlung von Lithografiesteinen des Lithografen Paul Mechel aus der Zeit um 1912.

Druckerpressen, Setzmaschinen, Schreibmaschinen

Auch alte Bekannte sind in die Ausstellung zurückgekehrt. Historische Druckpressen und Druckmaschinen repräsentieren die Meilensteine in der Geschichte der Druck- und Setztechnik. Dazu zählen unter anderem eine eiserne Stanhope-Presse (1835), eine ehemals dampfbetriebene Schnellpresse (1895) und ein Heidelberger Tiegel mit einem pneumatischen Bogenführungssystem (1963).

Taktile Grafiken und Exponate

Zur Geschichte der Drucktechniken gehören auch die für blinde Menschen nutzbare Schriftprägung und tastbare Abbildungen als Medienform. Zentrale Ausstellungsthemen, wie die Herstellung von Schrift und die vier Druckverfahren, werden gleichermaßen für sehende, blinde und seheingeschränkte Besucherinnen und Besucher vermittelt. Taktile Informationsgrafiken, speziell angefertigte, tastbare Objekte sowie originale Objekte, ungekürzte Braille-Beschriftungen und Audiostationen ermöglichen auch blinden und seheingeschränkten Besucherinnen und Besuchern eine selbstständige Erschließung.

Infos zur Ausstellung: sdtb.de/technikmuseum/ausstellungen

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

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