Die Polizeiliche Kriminalprävention hat einen Elternratgeber zum Thema Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch herausgegeben. Denn die aktuellen Fälle an Schulen in Deutschland zeigen, dass Kindesmisshandlung nicht leicht zu erkennen ist. Vor allem wenn es um sexuellen Missbrauch geht, können Eltern nicht jeden Hinweis gleich deuten.

Elternratgeber Die Broschüre "Wohin gehst Du?" der Polizeilichen Kriminalprävention gibt Tipps, wie Eltern angemessen reagieren und ihre Kinder stärken können. Kindesmisshandlung hat viele Facetten. Einerseits muss nicht jeder blaue Fleck ein Hinweis auf Gewalt sein. Andererseits können Probleme und Ängste von Kindern und Heranwachsenden lange unbemerkt bleiben: Besonders Opfer von sexuellem Missbrauch zeigen eher Verhaltensänderungen oder Symptome wie Schlafstörungen, Bettnässen oder Bauchschmerzen.

Für die Eltern gilt es daher wachsam zu sein, um im Notfall angemessen zu reagieren. Einfach ist das sicher nicht. Die Broschüre "Wohin gehst Du?" bietet umfassende Informationen über die verschiedenen Formen psychischer und physischer Misshandlung bis hin zu Jugendkriminalität oder Medienkonsum. Ein weitreichendes Kapitel beschäftigt sich mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Zusätzlich erhalten Eltern Tipps, wie sie ihr Kind stärken können, damit dieses leichter sexuelle Übergriffe erkennen, sich wehren und Hilfe holen kann.

Wirksamer Schutz

kind-wehrt-sichDer  wirksamste Schutz vor sexuellem Missbrauch ist Selbstbewusstsein, daher müssen Kinder lernen:

  • Dein Körper gehört Dir! Wenn Berührungen blöd oder komisch sind, darfst du "Nein" sagen. Niemand hat das Recht, dich gegen deinen Willen "anzufassen".
  • Trau deinem Gefühl! Wenn dir jemand schlechte Gefühle macht, darfst du dich wehren. Es gibt gute und schlechte Geheimnisse - schlechte Geheimnisse werden dir aufgezwungen und sind daher keine Geheimnisse. Du darfst sie weitersagen.
  • Du darfst "Nein" sagen! Auch Erwachsene machen Blödsinn und verlangen von Kindern etwas, das ihnen Angst und schlechte Gefühle macht oder weh tut - diese Sachen musst du nicht tun. Du darfst "Nein" sagen.
  • Du darfst Hilfe holen! Es ist manchmal schwer, sich alleine zu wehren. Aber deinen Eltern willst du auch nicht alles sagen. Dann kannst du dir von anderen Kindern oder Erwachsenen, denen du vertraust, Hilfe holen.

Die Broschüre bekommt man in der nächstgelegenen (Kriminal-) Polizeilichen Beratungsstelle oder im zuständigen Landeskriminalamt sowie als Download direkt über:
www.polizei-beratung.de