Tageseltern können aufatmen. Anders als von einer EU-Richtlinie vorgesehen, müssen die Hygienevorschriften nicht denen einer Großküche genügen. Die Räumlichkeiten dürfen als das behandelt werden was sie sind: Privathaushalte.

Einem entsprechenden Senatsbeschluss zufolge gelten Tagespflegeeltern zwar weiter als „Lebensmittelunternehmer“, müssen aber nicht den gleichen Hygieneanforderungen genügen wie beispielsweise Großküchen. Die vereinfachten Hygienestandards seien von jedem Privathaushalt ohne besonderen Aufwand zu erfüllen. Dazu gehören unter anderem abwaschbare Arbeitsflächen in der Küche oder ein Kühlschrank.

Betreiber neuer Tagespflegestellen erhalten in Schulungen Informationen zur Lebensmittelhygiene, heißt es in einer Senatsmitteilung. Bei bestehenden Tagespflegestellen werden die grundlegenden Anforderungen an die Lebensmittelhygiene einmalig mit einem Fragebogen abgefragt. Nach Auswertung der Fragebögen entscheiden die zuständigen Lebensmittelaufsichtsämter, ob weitere Maßnahmen notwendig sind. Kontrollen vor Ort soll es nur geben, wenn der Verdacht auf gesundheitliche Risiken für die Kinder besteht.

2005 hatte die EU festgelegt, dass Tagespflegepersonen unter die EU-Lebensmittelrechts-Basisverordnung fallen und als „Lebensmittelunternehmer“ gelten. In der Folge hatte es große Unsicherheit bei den Betroffenen gegeben. So protestierten im Frühjahr 2012 1.200 Berliner Tagespflege-Eltern in einem offenen Brief gegen die strengen Hygiene-Auflagen, weil sie um ihre Existenz fürchteten.

Wie der Senat mitteilte, seien mit dem neuen Verfahren nun auch die Betroffenen zufrieden. In Berlin gibt es gut 1600 Tagespflegestellen.