Schnell und schön: Die nächsten Kitas in Berlin werden in modularer Bauweise errichtet. Im ersten Schritt entstehen 16 Einrichtungen in 11 Bezirken mit 1530 Plätzen.

Das Programm „modulare Kita-Bauten für Berlin“ (MOKIB) und die beiden Typenbauten, eine kleinere und eine größere Variante, wurden jetzt vorgestellt. Die Entwürfe der Architekten Kersten Kopp aus Berlin und karlundp Generalplaner aus München gingen als Sieger eines Wettbewerbs hervor. Für die beiden Aufgaben stellten jeweils 12 Büros ihre Ideen vor.

Typ 60 plus und Typ 150 minus

In zwei Wettbewerben wurden vier unterschiedliche Kitas ausgeschrieben: Das Wettbewerbsverfahren „Modulare Kita-Bauten für Berlin - Typ 60 plus" (kleiner Typ) hatte einen zweigeschossigen Kita-Bau mit 60 Plätzen zur Aufgabe, der in einer Variante auf eine Kapazität von 120 Plätzen erweiterbar sein soll. Der modulare Kita-Bau Typ 60 plus soll voraussichtlich an mindestens fünf, maximal 20 Standorten errichtet werden. Gesamtbaukosten:  2,2 Millionen bzw  3,7 Millionen Euro.

PK Modulbauten KitaDas Wettbewerbsverfahren „Modulare Kita-Bauten für Berlin - Typ 150 minus" (großer Typ) hatte einen dreigeschossigen Kita-Bau mit 150 Plätzen zur Aufgabe, reduzierbar auf 120 Plätze, der voraussichtlich an mindestens fünf, maximal 15 Standorten errichtet werden soll. Gesamtbaukosten:  4,3 bzw. 3,7 Millionen Euro.

"Die Modularen Kita-Bauten erfüllen alle baulichen und auch pädagogischen Ansprüche, die wir heute an moderne Kita-Bauten stellen", erklärt Bildungssenatorin Sandra Scheeres.  Sie verweist einerseits auf die 35.000 Plätze, die das Land Berlin in den vergangenen Jahren neu gebaut hat, sprciht aber auch von einem "Babyboom" und dem "Trend zu Drittkind", der eine Erhöhung der Zahl der Kita-Plätze unausweichlich mache.

Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher hebt die kürzere Bauzeit durch die Vorfertigung von Bauteilen hervor. Vom Beschluss zur ersten Fertigstellung habe es nur zwei Jahre gebraucht. Dennoch sei die Holzbauweise innovativ und ökologisch, der Bau habe insgesamt eine hohe Ausführungsqualität.

Die Planung für die Modulbaukitas hat bereits begonnen. Die ersten sollen bereits im Frühjahr 2019 fertiggestellt sein. Im ersten Schritt sollen 35 Typenbauten errichtet werden, bei Bedarf können es auch mehr werden. Für die Errichtung von modularen Kita-Bauten wurden durch die Bezirke (alle außer Friedrichshain-Kreuzberg) rund 90 Grundstücke gemeldet, von denen 40 als geeignet gelten.

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Alle Wettbewerbsbeiträge werden vom 18. Januar bis zum 31. Januar 2018 im Haus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Württembergische Straße 6, 10707 Berlin, Raum 560 öffentlich ausgestellt. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 13.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Bisher ausgewählte Standorte

Mitte    Habersaathstraße 13    (60 Plätze)
Pankow    Priesterstege 6    (60)
Pankow    Eschengraben 49    (120)
Charlottenburg-Wilmersdorf    Emser Str. 50,51,52    (150)
Charlottenburg-Wilmersdorf    Sömmeringstraße 29    (150)
Spandau    Zu den Fichtewiesen 14    (120)
Spandau    Gelsenkircher Straße 20    (60)
Steglitz-Zehlendorf    Kaulbachstraße 57    (60)
Tempelhof-Schöneberg    Albulaweg 15-19    (60)
Neukölln    Drosselbartstraße 6    (60)
Neukölln    Buckower Damm 192    (150)
Treptow-Köpenick    Otto-Krüger-Zeile 4-6    (60)
Marzahn-Hellersdorf    Suhler Straße 43/45    (60)
Lichtenberg    Römerweg 106/112    (120)
Reinickendorf    Namslaustraße 49    (120)
Reinickendorf    Rallenweg 2    (120)

Update: Friedrichshain-Kreuzberg wehrt sich

In einer Stellungnahme wehrt sich die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), gegen den (nicht konkret vorgebrachten) Vorwurf, die Idee der Schnellbau-Kitas zu boykottieren. Herrman wörtlich: " Natürlich haben unsere Fachämter nach Anfrage des Landes genau geschaut und geprüft, ob und welche Flächen wir für die modulare Bauweise melden könnten. Doch als kleiner und immer dichter bebauter Bezirk gibt es bei uns keine bezirkseigenen Flächen, die die baurechtlichen Vorgaben erfüllen. In diese Überprüfungen und letztendlichen Ablehnungen war die Senatsverwaltung einbezogen und sollte nun nicht überrascht sein, dass in Friedrichshain-Kreuzberg keine geeigneten Flächen zur Verfügung stehen.“
Die komplette Mitteilung des Bezirksamtes gibt es hier: http://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/aktuelles/pressemitteilungen/2018/pressemitteilung.667688.php