Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf „Geistige Entwicklung“ sollen ab dem Schuljahr 2012/13 bis zu ihrem 18. Lebensjahr eine tägliche, kostenfreie Betreuung an Schultagen bis 16.00 Uhr erhalten. Unabhängig davon, ob die Kinder in Förderzentren oder in Integrationsklassen beschult werden.

"Der Senat stellt damit die notwendigen Weichen für eine erweiterte Unterstützung von Familien mit schweren und schwerstmehrfach behinderten Kindern und Jugendlichen", teilte die Bildungsverwaltung mit. Geregelt sei nun die Ganztagsbetreuung auch für diese Gruppe von Schülerinnen und Schülern gemäß den Rahmenbedingungen, die auch für integrierte Sekundarschulen bzw. Ganztagsgymnasien gelten.

Grundlage für diese Entscheidung ist ein Beschluss der Landesregierung auf Grundlage eines von der Bildungsverwaltung vorgelegten Abschlussberichtes zum bedarfsgerechten Ausbau der Betreuungs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Die Vorlage wird dem Abgeordnetenhaus zur Kenntnisnahme weitergeleitet. Ausgangspunkt des Berichts war ein Auftrag des Abgeordnetenhauses zur Darstellung von Angeboten für eine außerunterrichtliche Förderung für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen nach dem 12. Lebensjahr. Bislang erhalten in Berlin Kinder und Jugendliche mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ nach Abschluss der Mittelstufe keine ergänzende Förderung und Betreuung in den Schulen.

Ziel sei, "dem Anspruch der Eltern ab der 7. Klasse nach einer verlässlichen Betreuungssituation gerecht zu werden, um die Integration in die Gemeinschaft, den Abbau von Barrieren zu fördern und die Familien zu entlasten. Betroffen sind hiervon ca. 1.300 Kinder und Jugendliche." Die Durchführung der Betreuung und Freizeitgestaltung soll durch die Schule, ggf. in Zusammenarbeit mit Trägern der öffentlichen und freien Jugendhilfe, sichergestellt werden. Zur Umsetzung der Maßnahmen bedarf es u. a. einer Änderung des Schulgesetzes.

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