Problemfall MSA: 28 Prozent der zur Teilnahme verpflichteten Schüler sind in diesem Jahr durch die Mathematik-Prüfung gefallen. 4 Prozent der Gymnasiasten haben den MSA nicht bestanden. Eine Schnellauswertung des Instituts für Schulqualität zeigt außerdem, dass sich die Ergebnisse der Schüler außerhalb der Gymnasien seit 2009 kontinuierlich verschlechtern.

Bestanden im Jahr 2009 noch 54 % der Hauptschüler die schriftliche Prüfung, waren es in diesem Jahr nur noch 37%. Jugendliche der verbundenen Haupt- und Realschulen schafften 2009 zu 74 den Abschluss (2012: 56%), an den Realschulen 86% (2012: 78). Auch an den Gesamtschulen brachen die Bestehensquoten innerhalb dieser vier Jahre um 6 Prozent ein (2009: 86%, 2012: 80% - Vergleichswerte ohne Berücksichtigung der seit dem vergangenen Schuljahr möglichen Nachprüfung).

Auch in der Betrachtung der einzelnen Fächer zeigt sich eine kontinuierliche Verschlechterung der Leistungen: Im Fach Deutsch gehen die Bestehensquoten seit 2008 zurück, allerdings nur geringfügig, betrachtet man alle Teilnahmeverpflichteten (ein Minus von vier Prozentpunkten). Für die Gruppe der Realschüler ist der Rückgang allerdings beträchtlich; er beträgt zehn Prozentpunkte. Jedoch sind die Werte von 2011 zu 2012 unverändert.
Englisch und Französisch: Auf hohem Niveau, d.h. bei hohen Bestehensquoten ist die Bestehensquote stabil - sowohl insgesamt als auch speziell für die Realschüler.
Mathematik: Die Bestehensquoten sind in jedem Jahr deutlich niedriger als in den anderen Fächern. Im Vergleich zu 2009 sind auch hier die Bestehensquoten der Realschüler dramatisch eingebrochen. (2009: 69%, 2012: 52%, Vergleichswerte ohne Nachprüfung)

Der mittlere Schulabschluss, der seit einigen Jahren den früheren Realschulabschluss ersetzt, besteht aus zwei Teilen: Einer schriftlichen Prüfung in Mathematik, Deutsch und in der 1. Fremdsprache und einer vierten „Prüfung in besonderer Form“, in der Schülerinnen und Schüler in der Regel eine Gruppenprüfung in Form einer Präsentation ablegen. Eine nicht bestandene schriftliche Prüfung kann durch eine im letzen Schuljahr eingeführte zusätzliche mündliche Prüfung ausgeglichen werden. Der zweite Teil des MSA, der sogenannte Jahrgangsteil, setzt sich aus den Noten des abgelaufenen Jahrgangs zusammen. Die Jahrgangsnoten müssen je nach Bildungsgang einen bestimmten Schnitt aufweisen, damit die Prüfung in diesem Teil als bestanden gilt.

Bis auf die Gymnasien gilt in allen Bildungsgängen, dass die Bestehensquoten im Jahrgangsteil deutlich höher liegen als die im Prüfungsteil. Rund ein Drittel derjenigen, die den Prüfungsteil nicht bestehen, unterziehen sich der zusätzlichen mündlichen Prüfung. Von denjenigen, die sich zusätzlich mündlich prüfen lassen, bestehen rund zwei Drittel den Prüfungsteil.

Von den rund 2000 zur Teilnahme verpflichteten Schülerinnen und Schülern des 10. Jahrgangs mit türkischer Herkunftssprache bestanden 73 % die Prüfung ohne zusätzliche mündliche Prüfung und 78 % mit (2011: 71 % und 77 %).

Wie die Bildungsverwaltung weiter mitteilt, haben 89 % der rd. 18.300 Berliner Zehntklässlerinnen und Zehntklässer, die zur Teilnahme am mittleren Schulabschluss (MSA) verpflichtet waren, ihre Prüfung bestanden. Rund die Hälfte von ihnen waren Gymnasiasten. Bestehensquote nach Bildungsgang (inkl. zusätzlicher mündlicher Prüfung): Gesamtschule 84 %, Hauptschule 48 %, Realschule 82 %, Gymnasium 96 %, Berufsfachschulen 69 %. Die Schülerinnen und Schüler der neugebildeten Integrierten Sekundarschulen (ISS) werden erstmals im Schuljahr 2013/14 die Prüfungen zum MSA absolvieren.

Die Ergebnisse basieren auf den Online-Eingaben der Schulen. Eine detaillierte Übersicht zu den MSA-Ergebnissen 2012 findet sich unter www.isq-bb.de.
Die Schnellauswertung gibt es hier.