Die Möglichkeiten, sich in der Schule der eigenen Kinder zu engagieren, sind vielfältig. Wir haben ein paar Tipps und sagen euch, wo ihr wichtige Informationen findet.

Zunächst ein Wort von einer überzeugten Engagierten: "Ohne Eltern geht es nicht" - das ist Schmarrn. Eine Schule kann und sollte durchaus ohne tatkräftige Hilfe zupackender Mütter und Väter auskommen. Völlig ausreichend ist es, wenn die Eltern ihren Job machen und die Lehrer ihren. Ab und zu trifft man sich zum Gespräch; wenn die Situation es erfordert ein bisschen öfter, und wenn alles flutscht, dann eher selten. Oder gar nicht. Ganz ehrlich: Wenn alle der Meinung sind es läuft gerade rund, gibt es nicht einmal einen Grund einen Elternabend zu besuchen.

Wer allerdings Spaß hat am Mitmischen, Gestalten, Bewegen und gerne auch mal Unruhe stiften, der hat viele Optionen. Zum einen gibt es die Möglichkeit, sich zum Elternvertreter wählen zu lassen und so ein wenig tiefer einzutauchen in das zunächst unbekannte Raumschiff Schule. Elternvertreter bündeln Anfragen und geben Informationen weiter, so haben sie einen ungefähren Eindruck von der Stimmung unter den Eltern der Klasse. Kommunikationsfreudige Menschen können hier viel zum guten Austausch beitragen und bei Fragen und Problemen vermitteln. Eine "Checkliste" für den Elternabend findet sich im "Leitfaden für Elternvertreter", in dem auch "alte Hasen" immer wieder nachschlagen.

Die Klassenelternsprecher bilden die Gesamtelternvertretung. Die GEV tritt in der Regel drei Mal im Jahr zusammen. Sie wählt einen Vorstand, entsendet Eltern in Fachkonferenzen und wählt Delegierte in den Bezirkselternausschuss. In der GEV werden Themen besprochen, die die ganze Schule betreffen. Das kann die Planung einer größeren Veranstaltung sein, eine Diskussion über den Umgang mit Gewalt oder beispielsweise die Ausstattung der Schule mit Lehrkräften. Die Schulleitung ist zu den Sitzungen der GEV anwesend. Zudem wird aus den anderen Gremien berichtet, alles in allem also ein umfassender Überblick über das schulische Geschehen.

Eine besondere Stellung genießen die Mitglieder der Schulkonferenz, die auch alle zwei Jahre von der GEV gewählt werden. Sie haben das Recht zur Teilnahme an allen schulischen Gremien. Die Schulkonferenz hat außerdem ein Vorschlagsrecht im Rahmen der Schulleiterauswahl.

Wer dann noch nicht genug hat, kann sich auch in die Bezirks- und Landesgremien wählen lassen. Zu empfehlen ist das für Menschen mit einem Interesse an Bezirks- oder Landespolitik - viel Zeit für viele Abendtermine inklusive, BEA und LEA tagen jeweils rund 10 Mal im Jahr.

Wer an Gremienarbeit und vor allem an regelmäßigen meist abendlichen Terminen kein Interesse hat oder dafür keine Zeit findet, kann im Förderverein mitarbeiten. Hier sind Menschen gut aufgehoben, die flexibel sein wollen und sich hauptsächlich für punktuelles Engagement interessieren. Die also gerne auf der Matte stehen, wenn es darum geht den Schulgarten anzulegen, ein Fest zu organisieren oder Spenden für das gewünschte Klettergerüst zu sammeln. Fördervereine sind gemeinnützig, haben also steuerliche Privilegien und damit auch besondere Vorgaben. Wer hier unsicher ist, findet beim Landesverband schulischer Fördervereine Rat und Hilfe. Dem Verband sind mittlerweile rund 750 Mitglieder angeschlossen, er bietet online viele Informationen an und lädt Interessierte zu Seminaren rund um Fördervereinsthemen ein.

Elternengagement ist grundsätzlich ehrenamtlich. Es gibt keine Aufwandsentschädigung, keine Fahrtkostenerstattung und keinen Ausgleich bei Verdienstausfall. Das mag den einen oder anderen abschrecken. An leidenschaftlich Engagierten gibt es jedoch keinen Mangel, Mitglieder für die Bezirks- und Landesgremien in ausreichender Zahl zu finden, ist bisher immer gelungen (bei Lehrern und Schülern sieht das anders aus). Ein Handicap ist jedoch das Fehlen von hauptamtlichen Strukturen, die das Ehrenamt stützen. Der Landesverband der Fördervereine sieht seine Grenzen erreicht und wirbt bei der Politik offensiv um Unterstützung für die Einrichtung einer Geschäftsstelle - bisher ohne Erfolg. Der Landeselternausschuss hat zwar einen Raum in der Verwaltung und eine Mitarbeiterin, die allerdings allen Landesgremien zuarbeitet. Wesentliche Arbeiten wie die Pflege der Internetseite, Pressearbeit und social media, Verfassen der Protokolle, Terminkoordination und vieles mehr ist Sache des ehrenamtlichen Vorstandes.

Lust auf Engagement?

Gesetzliche Grundlagen und Antworten auf wichtige Fragen gibt es auf den Seiten der Bildungsverwaltung: www.berlin.de/sen/mitwirkung

Differenzen und Missverständnisse: Trouble gibt es immer wieder. Hier ist die Beschwerdestelle der Bildungsverwaltung eine gute Adresse: www.berlin.de/sen/qualitaets-und-beschwerdemanagement

Die richtige Frau für diffizile Probleme ist Ruby Mattig-Krone, Qualitätsbeauftragte für Schulen. Mit langer Erfahrung als Elternvertreterin und exzellenter Vernetzung in der Verwaltung und in die Schulaufsichten kann sie Dinge unkonventionell angehen. Sie tut das immer mit einem ausgeprägten Feingefühl und dem ihr eigenen Pragmatismus. Sehr zu empfehlen.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Tel: 90227–5330

Ruby Mattig-Krone ist auch Kontaktperson für die Vermittlung der Elternfortbildner. Zwei Leute aus dem insgesamt 15-köpfigen Team aus erfahrenen Elternvertretern kommt bei Bedarf zu euch in die Klasse oder Schule, außerdem könnt ihr an ihren Seminaren teilnehmen. https://berliner-elternvideos.de/elternfortbildner/

Landesverband schulischer Fördervereine Berlin-Brandenburg e.V. www.lsfb.de

Landeselternausschuss Berlin www.leaberlin.de