Schulcontainer im Park? Ersatzbauten auf Brachflächen, Sportanlagen oder Parkplätzen? Wenn es nach der Berliner CDU ginge, könnte bald Wirklichkeit werden, was zunächst nach einer irren Idee klingt.

Schuldorf im Park, das ist die Vorstellung von Pankows Bildungsstadtrat Torsten Kühne sowie der Berliner Abgeordneten Mario Czaja und Hildegard Bentele (alle CDU). Der Vorschlag ist Teil eines Diskussionspapiers, das die Politiker „Sprinter-Paket Schulsanierung und Schulneubau“ getauft haben. Schneller sanieren, das geht natürlich am besten, wenn die Bauarbeiter freie Bahn haben und so richtig Lärm und Dreck machen dürfen. Den ganzen Tag, nicht nur in den Ferien und auch zu Prüfungszeiten.

Provisorische Ersatzbauten sind eine gute Lösung für alle Beteiligten, nervenschonend vor allem für Lehrer und Schüler. Aber wohin damit, wenn der Schulhof zu klein ist? Richtig: da wo Platz ist. Dort also, wo Autos parken, Fußballmannschaften trainieren, Fifi sein Häufchen macht, seltene Pflanzen wachsen und Wildbienen Nahrung finden. Oder dort, wo wir alle mal Luft schnappen wollen.

Die Schule wäre damit buchstäblich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Für ebendiese ist es da hilfreich zu wissen, dass Container heutzutage einen durchaus passablen Anblick bieten. Mit dem, was auf Baustellen herumsteht oder dem was leider allzu oft als „Erweiterung“ seit Jahrzehnten auf dem Schulgelände vor sich hin modert, hat das nichts zu tun.

Da gibt es beispielsweise die mobilen Bauten des Darmstädter Büros werkum Architekten: schnell aufzubauen, in Holzbauweise, wiederverwertbar. Ein Schulersatzbau in Wien hat sogar einen Architekturpreis gewonnen und auch in Zürich stehen Ersatzschulen, die sich sehen lassen können.

Eine weitere Idee der CDU-Politiker ist ein provisorisches Schuldorf, wie es an den Grenzen der Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf schon im Gespräch sei. Verwunderlich ist hier nur, dass es so etwas nicht schon längst gibt. Nicht als Provisorium, sondern als ständige Ausweichschule. Die Bezirke haben 60 und mehr Schulen. Angenommen, alle 40 bis 50 Jahre würde ein Standort umfassend saniert: der Bau wäre mehr als ausgelastet.

Möglicherweise ist die derzeitige Notlage ein guter Zeitpunkt, wirklich jede Idee zu prüfen und auch neue und unkonventionelle Ideen umzusetzen. Weitere Vorschläge der CDU sind unter anderem:

-    Mehr Personal für die Bauämter der Bezirke
-    Angleichung der Bezahlung der Mitarbeiter an die Gehälter der Landes- und Bundesbediensteten
-    Einheitliche Baustandards, vor allem: Vorrang für die Schaffung von Schulplätzen vor dem Denkmalschutz
-    Drastische Verkürzung der Ausschreibungsfristen
-    Übertragbarkeit der Mittel ins nächste Haushaltsjahr

Ausdrücklich will die Partei bisherige Richtungsentscheidungen wie die „Geschäftsstellen“ für die Bezirke nicht untergraben. Die Vorschläge der FDP für eine zentrale Schulbaustelle werden abgelehnt.