50 Schulen werden in den nächsten Jahren in Berlin gebaut, hunderte müssen saniert, umgebaut und erweitert werden. Bildungssenatorin Sandra Scheeres will sich in dieser Mammutaufgabe von einem Beirat beraten lassen. Er soll bald seine Arbeit aufnehmen.

PK 26 01 18Dem Gremium sollen Vertreter der schulischen Landesgremien angehören, außerdem Menschen aus den Bereichen Versicherung, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Inklusion und Sport. Dazu kommen Verantwortliche aus den Bezirken und Architekten. Pädagogen sind innerhalb des Beirats die größte Gruppe, Eltern und Schüler haben jeweils einen Sitz. Regelmäßige Gäste sind Expertinnen und Experten, die zum großen Thema Partizipation arbeiten: die Freudenberg Stiftung (Engagement), die Montag Stiftung (Architektur), das Architekturbüro Die Baupiloten und Grün macht Schule mit seiner reichhaltigen Erfahrung zur partizipativen Gestaltung von Freiflächen und Schulhöfen.

Den Vorsitz des Beirates übernimmt Hermann Budde, bis zu seiner Pensionierung im März 2017 Leiter der Schulbauabteilung des brandenburgischen Bildungsministeriums. Aus seinen Tätigkeiten beim Institut für Schulentwicklungsforschung in Dortmund und dem Institut für Stadtplanung der TU Berlin in den 70er und 80er Jahren bringt Budde auch theoretische Expertise mit.

Sein Ziel: „für die Partizipationsverfahren eigene Modelle und Empfehlungen zu entwickeln“. Dabei gehe es bei Sanierungen und Erweiterungen um die Frage, welche pädagogischen Innovationen an der bestehenden Schule umgesetzt werden können. Ein Thema der wachsenden Stadt: „Es wird eng“, sagt Budde. Hier müsse nach Lösungen für die Frage nach Qualität in verdichteten Stadtlandschaften gesucht werden. Zentrale Aufgabe des Beirates sei es zudem, ein „modellhaftes Vorgehen“ für Beteiligungsverfahren zu entwickeln.

Eine andere spannende Frage für den neuen Beirat wird auch sein, wie die Beziehung der Schule zu ihrem Umfeld entwickelt werden kann. Schule, sagt Budde, könne ein Anlaufpunkt im Quartier werden – ohne gleich „Coworking-space für alle möglichen Akteure“ zu sein. Es gelte das „Primat der Schule“. Hier Grenzen zu ziehen und dennoch Synergien zu ermöglichen könnte eine der spannendsten Themen des neuen Gremiums werden.