Inklusion heißt das schulpolitische Thema der nächsten Jahre. Wir werden die Debatte begleiten: auf Veranstaltungen hinweisen, Fachleute zu Wort kommen lassen, Experten befragen. Hier finden Sie Hinweise auf Zeitungsartikel und Links zu interessanter Lektüre und hilfreichen Webseiten.

Die Aufstellung wird bei Bedarf aktualisiert. Hinweise sind willkommen – einfach Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Das 2006 bei der UNO-Generalversammlung in New York verabschiedete und 2008 in Kraft getretene Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist ein bis 2010 von 97 Staaten und der EU ratifizierter völkerrechtlicher Vertrag, der Menschenrechte für die Lebenssituation behinderter Menschen konkretisiert, um ihnen die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Im Übereinkommen finden sich neben grundlegenden Teilen der allgemeinen Menschenrechte, wie z. B. dem Recht auf Leben oder dem Recht auf Freizügigkeit, viele spezielle Bestimmungen, die auf die Lebenssituation behinderter Menschen eingehen.
de.wikipedia.org

Hier steht alles Wichtige: Der Blog von Elfriede Jung ("Behinderung kann jeden treffen. Fast 10 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Behinderung. Spätestens im Alter ist jede/r ein Mensch mit Behinderungen. Menschenrechte für behinderte Menschen sind Menschenrechte für alle.") bietet Hintergrundinformationen und wird laufend aktualisiert
un-konventionumsetzen.blogspot.com

"Inklusion" bedeutet Einbeziehung, Einschluss, Einbeschlossenheit, Dazugehörigkeit. Die Idee der Inklusion besteht darin, dass kein Kind oder Schüler mehr als „andersartig“ angesehen werden soll. Alle Kinder sind förderbedürftig.
Die GEW hat auf ihrer Seite Informationen zum Thema zusammengetragen.
www.gew.de

In einer Publikation der Friedrich-Ebert-Stiftung heißt es:
„Wenn man die Unterschiedlichkeit – fachterminologisch Heterogenitat – aller Menschen unterstellt, gibt es keinen Grund, Sonderungen in eigenen Schulen vorzunehmen. Dies impliziert, dass die bisher von den anderen Kindern getrennt unterrichteten Kinder und Jugendlichen ein Recht haben, in der normalen Schule unterrichtet zu werden. Dies wiederum hat zur Folge, dass alle Kinder, die schnell und die langsam Lernenden, die Überflieger und die Gehandicapten, in einer gemeinsamen Schule gemäß ihren Bedürftigkeiten lernen und gefördert werden.“
www.fes.de

„Die UN-Behindertenrechtskonvention schützt Personen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben. Als »Behinderung« versteht die Konvention die gesellschaftlich bedingte Einschränkung der individuellen Rechte. Sie orientiert sich damit am sozialen Verständnis: Die Behinderung entsteht durch die Wechselwirkung zwischen der individuellen Beeinträchtigung und gesellschaftlichen Barrieren. Nicht die Person und ihre Konstitution ist das Problem, sondern eine Umwelt, die sie an der Ausübung ihrer Rechte und der gleichberechtigten Teilhabe an dieser Gesellschaft hindert.“
www.buergergesellschaft.de

Die UN-Behindertenrechtskonvention und die staatliche Koordinierungsstelle beim Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
www.behindertenbeauftragter.de

Die Kultusministerkonferenz hat die ländergemeinsame Empfehlung "Inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen" zur Anhörung für die Fachöffentlichkeit freigegeben. Dieser Entwurf steht seit Dezember im Netz:
www.kmk.org

Gemeinsamer Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf ist in Deutschland noch oft die Ausnahme, vor allem an weiterführenden Schulen. Dies zeigt eine Studie der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit Bildungsforscher Klaus Klemm. Ergebnis ist, dass der Ausbau des sogenannten inklusiven Unterrichts, zu dem sich Deutschland in internationalen Abkommen verpflichtet hat, insbesondere an weiterführenden Schulen nur langsam vorankommt.
www.bertelsmann-stiftung.de

Das Recht auf inklusive Beschulung ist einklagbar, sagt der Völkerrechtler Eibe Riedel: „Formell ist die BRK nach einstimmiger Zustimmung der Länder im Bundesrat als einheitliches Bundesgesetz in Kraft getreten. Für den Bereich der Schule muss nun zeitnah durch die Länderparlamente die Umsetzung in den einschlägigen Ländergesetzen erfolgen und die landesrechtliche Einklagbarkeit geschaffen werden. Zusätzlich ergeben sich unter dem Gesichtspunkt der optimalen Wirksamkeit einer Verfassungsnorm einklagbare Ansprüche aus Art. 3 Abs. 3 Satz 2 und Art. 6 Abs. 2 GG.“
www.sovd.de

„Die Klage wird abgewiesen. Der Kläger trägt die Kosten des Verfahrens.“
Schade – verloren. Auf dieser Seite finden sich Links zu Gerichtsurteilen. In allen Fällen haben sich Eltern, die sich gegen eine Zuweisung ihrer Kinder an Förderschulen wehrten, nicht durchsetzen können.
www.justiz.nrw.de

Der Senat hat dem Berliner Abgeordnetenhaus ein Gesamtkonzept „Inklusive Schule“ vorgelegt. Es enthält Vorschläge zur „Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“
www.parlament-berlin.de

Für Pädagogen in Schule, Kita und Ausbildung: Welche Rechte und Möglichkeiten haben Menschen mit Behinderungen heute? Wie lebten sie in der Antike, im Mittelalter oder in der Zeit des Nationalsozialismus? Welche Bedingungen erleichterten ihnen das Leben, welche erschwerten es? Mit welchen Methoden kann ich die Themen Menschenrechte und Behinderung im Schulunterricht behandeln? Wie kann ich Inklusion schon im Kindergarten fördern? Wie entstehen neue Menschenrechtsverträge? Was haben sie mit unserem Alltag zu tun? Für diese und weitere Fragen bietet das Online-Handbuch "Inklusion als Menschenrecht" Anregungen und Lernideen.
www.inklusion-als-menschenrecht.de

Was ist „Inklusive Schule“? – Berliner Eltern erklären
Inklusive Schule bedeutet: alle Schüler – egal ob hochbegabt oder schwerst beeinträchtigt - gehen in eine Schule ihrer Wahl. Sie erhalten dort entsprechend ihrem Potenzial maximale Förderung, strukturelle und individuelle Unterstützungsleistungen - ohne Ressourcen- und Finanzierungsvorbehalte!
http://gipfeltreffen.elternzentrum-berlin.de/resolution

Gemeinsames Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern findet in der deutschen Bevölkerung keine ungeteilte Zustimmung. Das zeigt eine Meinungsumfrage der Bertelsmann Stiftung. Zwar sprechen sich 88 Prozent der Befragten für den gemeinsamen Unterricht von nicht behinderten und körperbehinderten Kindern aus. Die Inklusion von geistig behinderten Kindern findet mit 56 Prozent dagegen deutlich weniger Zuspruch. Für die Inklusion von verhaltensauffälligen Kindern votieren lediglich 53 Prozent der Befragten.
www.bertelsmann-stiftung.de

„Jedes Kind ist ein besonderes Kind“ - ein Interview zum Thema Inklusive Bildung:
Das Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe war in der Fachhochschule Köln, um sich ein bisschen kundig zu machen über den aktuellen Stand in der Diskussion zur „Inklusiven Bildung“. Rede und Antwort gestanden hat dort Prof. Dr. Andrea Platte, Professorin für „Bildungsdidaktik mit dem Schwerpunkt Didaktik der Elementarpädagogik“.
www.jugendhilfeportal.de

Der Grundschulverband gibt seit Mai vergangenen Jahres als Beilage zu seiner Mitgliederzeitschrift die "GrundschulEltern" heraus. Die 4. Ausgabe beschäftigt sich mit der Inklusion. Diese und die anderen Beilagen finden sich hier:
www.grundschulverband.de/extraseiten/grundschuleltern

aus den Zeitungen:
"Die Not ist riesengroß"
Psychisch auffällige Kinder stellen die schwierigste Herausforderung für ein gemeinsames Lernen mit anderen dar. Ihre Zahl wächst rapide.
www.zeit.de

"Der im Rollstuhl muss auch mal der Arsch sein"
Mittendrin Seit den Achtzigern kämpfen Eltern für einen Platz für behinderte Kinder an Schulen. Was sie erreicht haben, sind Förderklassen. Die Inklusionsbewegung will mehr. Das könnte allen gut tun, sagt Forscher Andreas Hinz
www.taz.de

"Keiner weiß, was Inklusion ist"
Eva Thoms organisiert "Eine Schule für Alle" - und ärgert sich über Politikersprechblasen
taz: Frau Thoms, Sie veranstalten nach 2007 erneut einen großen Kongress "Eine Schule für Alle". Warum das - die Bundesländer sind doch offen für gemeinsames Lernen?
www.taz.de

Gute und schlechte Tage
Schätzungsweise 20 000 Kinder mit einer körperlichen oder einer geistigen Behinderung leben in Berlin. Wie werden sie in Kitas und Schulen integriert? In den Bezirken wird das sehr unterschiedlich praktiziert
www.berlinonline.de

Inklusion: Viele Modelle statt einer Schule für alle
(dpa) – Die UN-Behindertenkonvention hat sich binnen eines Jahres als starker Motor für einen anderen Umgang mit behinderten Kindern im deutschen Schulsystem erwiesen.
bildungsklick.de

Drinnen vor der Tür

Spiegel: Kein Kind muss mehr eine Sonderschule besuchen, wenn seine Eltern das nicht wollen. So verspricht es eine Uno-Konvention seit zwei Jahren - in der Praxis hat sich sehr wenig geändert.
www.spiegel.de

Von Integration zur Inklusion

Wie kann der Begriff „Inklusion“ die traditionelle Integrationsdebatte weiter entwickeln? Wie können wir Integration im Leitbild einer inklusiven Gesellschaft neu begreifen? Diesen Fragen geht Cem Özdemir in seinem Namensbeitrag für das MiGAZIN nach.
www.migazin.de

Mit dem Elternwahlrecht zur Inklusion?

bildungsklick: In Österreich wurde bereits 1993 das Wahlrecht für Eltern von Kindern mit Behinderungen eingeführt. Nicht die Fachleute, sondern die Eltern sollten für ihr Kind entscheiden, ob es eine allgemeine oder eine Förderschule besuchen solle. Im Nationalen Bildungsbericht (2009) ist die Entwicklung der sonderpädagogischen Förderung in Österreich insgesamt und in den einzelnen Bundesländern untersucht worden. Das Ergebnis sollte Eltern, die dieses Modell nun auch von deutschen Bildungspolitikern offeriert bekommen, skeptisch stimmen. Für die Steuerung einer inklusiven Entwicklung ist es allemal ungeeignet.
bildungsklick.de

Lesen Sie hierzu den Kommentar von Inge Hirschmann, Vorsitzende des Berliner Grundschulverbandes: Inklusive Schule ist machbar – aber nicht umsonst!

{metatitle:Spannend, interessant und wichtig: Die Debatte um Inklusion wird Schule verändern | berlin-familie.de}