Unser Newsletter wie immer für alle, die eher zufällig mal vorbeischauen: Mit allem was Familien in Berlin im Advent so brauchen. Und einem Aufruf zur Randale - das gegenwärtige Rentensystem erfordert Elternprotest.

Novembergrau!

advent lokhallePassend zur Jahreszeit haben wir alles Wichtige zusammengesucht, das ihr für die kommenden Adventstage braucht: die schönsten Weihnachtsmärkte, die Adresse vom Weihnachtsmann in Himmelpfort und eine Auswahl von Veranstaltungen für Kinder und Familien. Fast jeden Tag, vor allem an den Adventswochenenden, habt ihr irgendwo in der Stadt Gelegenheit zum Basteln, Werken, für einen Theaterbesuch oder eine weihnachtliche Ausstellung.

Alles kann, nix muss.

Zuhause kann es mit Suppe, Tee, Schokolade und Plätzchen auch sehr gemütlich sein. Wer dafür noch ein gutes Kinderbuch braucht, kann mal schauen, ob unter Nataschas Buchtipps etwas zu finden ist. Jeden Freitag empfiehlt sie eine spannende Neuerscheinung oder einen guten Klassiker. Einfach mal wühlen in der Abteilung Kindermedien.
Natascha und die Buchhandlung Schwericke stellen wir euch hier im Portrait vor: berlin-familie.de/buchhandlung-schwericke. Eine nette Kiezbuchhandlung mit "Berliner Pflanzen". Schaut mal rein, wenn ihr in der Nähe seid.

Und wie weiter?

Wenn ihr dann so richtig in Jahresendzeitstimmung seid, also mal kurz Bilanz gezogen habt und darüber nachdenkt was in Zukunft auf euch zukommen könnte, dann passt der Artikel von Christoph Haag dazu. Das Rentensystem ist im Begriff zu kollabieren, was nicht ganz plötzlich kommt, in Fachkreisen ausgiebig diskutiert wird, aber im politischen Raum erst ganz allmählich ankommt. Ausgerechnet Jens Spahn, Anwärter auf den CDU-Vorsitz und Gesundheitsminister, hat dazu aktuell eine Debatte losgetreten.
In einem Beitrag für die Südwestpresse schreibt er: "Denn es ist ja bis heute die Wahrheit, was Oswald von Nell-Breuning, einer der Begründer der Katholischen Soziallehre und ihres Nachdenkens über Solidarität und Gerechtigkeit in modernen Gesellschaften, 1980, 90-jährig, auf einem Seniorenkongress der CDU gesagt hat: „Diejenigen, die Beiträge zahlen, empfangen ja nicht ihre Beiträge zurück, wenn sie alt geworden sind. Durch die Beiträge haben sie nicht die Rente erdient, sondern durch sie haben sie erstattet, was die Generation zuvor ihnen gegeben hat. Damit sind sie quitt. Die Rente, die sie selbst beziehen wollen, die verdienen sie sich durch die Aufzucht des Nachwuchses. Wer dazu nichts beiträgt, ist in einem ungeheuren Manko.“ Im Umlagesystem bekommen die Alten das Geld von den Jungen – auch wenn es die Kinder nur der anderen sind! Und das sage ich sehr bewusst als selbst Kinderloser, der bereit ist, finanziell mehr zur Zukunftsfähigkeit des Systems beizutragen."

Sapperlott, der Herr Spahn. Wir mussten ein wenig üben, um diesen Satz fehlerfrei aussprechen zu können: Jens Spahn hat recht.

Christoph Haag erklärt ausführlich was es auf sich hat mit dem Generationenvertrag und mit dem Umlagesystem in der Finanzierung der Renten. Mit einer einfachen Rentenformel macht er deutlich, was passiert, wenn Variablen sich ändern: wenn die Leute älter werden, Arbeitnehmer schon mit 63 Jahren in Rente gehen oder die Geburtenrate sinkt. Schon kleine Veränderungen haben gravierende Folgen. Prognosen über die Renten, sagt Haag, sind sehr einfach zu machen. Das sei reine Mathematik.

Mit einem freien Blick auf das Grundgerüst wird deutlich, was Wissenschaftler schon seit Jahren anmahnen: Kinderlose müssen einen höheren Beitrag für die gesetzliche Rentenversicherung leisten oder vermehrt privat vorsorgen. Das Ifo-Institut merkte schon im Jahr 2006 an: "Um die sich seit langem abzeichnende demographische Krise des deutschen Rentensystems zu bewältigen, müssen die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung jedoch viel stärker als bisher nach der Kinderzahl der Versicherten differenziert werden. Daneben ist eine kompensierende Vorsorgepflicht für Versicherte mit geringer Kinderzahl erforderlich." (ifo Schnelldienst 7/2006)

In dieser Studie findet sich auch ein resignierter Hinweis, das alles sei politisch nicht gewollt und gesellschaftlich nicht durchsetzbar. Daran hat sich wenig geändert, auch wenn Jens Spahn so etwas wie eine Erleuchtung hatte. Es ist Zeit für ein wenig Engagement, liebe Eltern. Macht euch schlau, mischt euch ein. Ohne ein wenig Randale wird das nix mit einem fairen Rentensystem.

In diesem Sinne grüßt
Daniela

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