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In unseren Tipps für die Osterferien findet sich für jede Gelegenheit, jedes Alter, jedes Wetter und jeden Geldbeutel die passende Idee. Ob Couchpotatos, Sportliche, Kreative, Musikliebhaber, Wissbegierige... - schaut einfach mal rein.

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Und weil schon die ersten Angebote für die Sommerferien eintrudeln, haben wir da ebenfalls schon mal was vorbereitet: berlin-familie.de/sommerferien. Nicht nur die Ferienschwimmkurse in den Bädern der Bäderbetriebe können bereits gebucht werden. Wir aktualisieren laufend, öfter reinschauen kann sich lohnen.

Die Bildungsverwaltung

hat eine neue Staatssekretärin. Beate Stoffers, bisher Leiterin der Pressestelle, folgt auf Mark Rackles. Die Personalie hat ein wenig Unruhe gestiftet, galt doch Rackles nicht nur als kompetenter und anerkannter Fachmann, sondern vor allem als politisch tonangebend, zumindest was den Bereich Schule betraf.  Nun wurde er in den vorzeitigen Ruhestand geschickt - für Steuerzahler ein teures Vergnügen.

"Im Einvernehmen" habe man sich getrennt, heißt es offiziell. Differenzen gab es aber mindestens in der wichtigen Frage der Verbeamtung von Lehrkräften. Die Senatorin ist dafür, Rackles dagegen. Auf einem Parteitag entschied sich die SPD mit sehr knapper Mehrheit dagegen, Lehrer in Berlin wieder zu verbeamten. Statt dessen forderten die Delegierten den Senat auf, "die Benachteiligung der angestellten Lehrkräfte in Berlin im Vergleich zu ihren verbeamteten Kolleginnen und Kollegen in anderen Bundesländern aber auch innerhalb Berlins zu beenden". Und: "Die Senats- und Fraktionsmitglieder werden hierfür aufgefordert, noch im Verlauf des Kalenderjahres 2019 die verschiedenen Wege zur Umsetzung der obigen Ziele zu erarbeiten und einander ergebnisoffen gegenüberzustellen."
Es bleibt also spannend.

Auch zum Thema Quereinsteiger

gibt es Neues, und indirekt hat das auch etwas mit dem Thema Verbeamtung zu tun. Beklagt wird: Der Lehrermangel, und damit die Quote der Quereinsteigern bei den Neueinstellungen in Berlin sei nämlich deshalb so hoch, weil die jungen Absolventen, Referendare und Junglehrer die Stadt verlassen. Um genau zu sein: 28% der Absolventen verlassen Berlin nach dem Studium, ein Viertel aller Junglehrer geht nach dem Referendariat. Diese Zahlen nannte die Verwaltung in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen Schulexpertin Stafanie Remlinger. So weit, so konkret - aber genauer wird es dann nicht mehr. Interessant wäre zu erfahren, wie hoch der Anteil der "Landeskinder" unter den Wegziehenden sind. Gehen die jungen Leute, weil sie zurück in ihre Heimat wollen, oder ist tatsächlich die Verbeamtung das Motiv? Die Verwaltung erhebt dazu keine Daten, und so wird vieles was zum Thema "Berlinflucht der Junglehrer" durch die Community wabert, auf Spekulation beruhen.

Harte Fakten gibt es dagegen von Klaus Klemm. Der emeritierte Professor für Bildungsplanung an der Universität Duisburg hat im Auftrag der Friedrich Ebert Stiftung die Quoten der Quer- und Seiteneinsteiger aller 16 Bundesländer verglichen und untersucht, wie sich Einstellungsvoraussetzungen und weitere Ausbildung unterscheiden. Diese Voraussetzungen ähneln sich in gewisser Weise, da sie auf Grundsätzen beruhen, die 2013 von der Kultusministerkonferenz beschlossen wurden. Die unterschiedlichen Details sind dennoch interessant, genannt seien hier nur zwei: In Nordrhein-Westfalen können Quereinsteiger in der Grundschule zwar Kunst, Musik, Sport und Englisch unterrichten, die "sensiblen" Kernfächer Mathematik und Deutsch sind für sie jedoch tabu. In Berlin dagegen werden Quereinsteiger in allen Fächern der Primarstufe eingesetzt, was unter Bildungsexperten kritisch diskutiert wird.

Wer in Sachsen-Anhalt über den Nebenweg Lehrer werden will, bekommt einen vierwöchigen Einführungskurs und berufsbegleitende Weiterbildung. Niedersachsen erwartet dagegen eine mindestens vierjährige berufliche Tätigkeit, es gilt eine dreijährige Probezeit.

Die Quereinsteigerquoten bewegen sich zwischen Null (Bayern, Saarland, Hessen) und 46,6 % (Sachsen). Berlin liegt mit 41,5 % auf Rang 2. Womit wir wieder bei der Verbeamtung wären. In Sachsen bekommen junge Lehrer den heiß begehrten Beamtenstatus (Ergänzung s.u.), und dem Land fehlen trotzdem massenhaft Pädagogen. Verbeamtung ein Mittel gegen Lehrermangel? Die Zahlen aus Sachsen sprechen eher dagegen.

Was macht den Arbeitsplatz Schule attraktiv? Wie lassen sich Berufseinsteiger in der Stadt halten? Ich bin dafür, über die wesentlichen Fragen zu reden.

In diesem Sinne grüßt

Daniela

Ergänzung:

Die Zahlen der Klemm-Studie sind aus dem Schuljahr 2017/18, damals gab es in Sachsen die Verbeamtung noch nicht. Dazu entschloss sich das CDU-geführte Bundesland erst nachdem im Schuljahr 2018/19 die Quereinsteigerquote rekordverdächtige 62 Prozent erreichte. Nicht alle Stellen konnten besetzt werden. Die ersten Lehrer wurden im Januar 2019 verbeamtet.
Vielen Dank für den Hinweis via twitter. Anmerkungen sind immer willkommen.

 

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