Wer sein Kind alleine großzieht, ist häufig von Armut bedroht. Das liegt allerdings nicht allein an der Trennung, sondern auch an niedriger Bildung und an schlechteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Alleinerziehende Mütter sind deutlich häufiger armutsgefährdet als Frauen, die ein Leben mit Kind und Partner führen. Kein Wunder: Alltägliche Ausgaben, die viele Familien gemeinsam schultern, müssen sie alleine tragen. Allerdings ist nicht nur die Trennung vom Partner schuld am hohen Armutsrisiko, zeigt eine neue IW-Studie: So ist ein großer Teil der alleinerziehenden Mütter beispielsweise nur gering gebildet, viele haben keinen Schulabschluss. Dadurch haben sie geringere Chancen, an gut bezahlte Jobs zu kommen und das Einkommen fällt niedriger aus als bei anderen Müttern.

Hinzu kommt: Viele alleinerziehende Mütter haben bereits vor ihrer Trennung Sozialhilfe bezogen. Besonders hoch ist das Trennungsrisiko, wenn das Paar Hartz IV bezieht. Akademikerinnen werden dagegen nur selten alleinerziehend.

Bessere Qualifizierung nötig

Mehr Hilfe bei der Kinderbetreuung reicht entsprechend längst nicht aus, um die Situation alleinerziehender Mütter nachhaltig zu verbessern, sagt IW-Bildungsökonom Wido Geis-Thöne. "Alleinerziehende brauchen bessere Qualifizierungsangebote, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern." Die Datengrundlage für die Studie ist das Sozioökonomische Panel, eine Langzeitbefragung tausender Haushalte in Deutschland.

zur Studie: www.iwkoeln.de/lebenslagen_muetter

Quelle: Pressemitteilung des IW Köln


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