Immer öfter hört man von Diabeteserkrankung bereits junger Kinder. Entgegen der landläufigen Meinung hat dies jedoch wenig mit der Ernährung der Kinder zu tun, sondern basiert meistens auf genetischer Disposition oder schädigenden Umwelteinflüssen. Diabetes Typ 1 verändert das Leben der Kinder von Grund auf und sorgt im direkten Umfeld oftmals für Verunsicherung.

Diabetes - wenn das eigene Immunsystem zum Feind wird

Diabetes Typ 1, auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Unfähigkeit des eigenen Körpers Insulin zu produzieren. Insulin, ein Stoff der von der Bauchspeicheldrüse produziert wird, sorgt dafür, dass der aufgenommene Zucker vom Blut in die Zellen transportiert werden kann. Bei Diabetikern greift das eigene Immunsystem die Zellen der Bauchspeicheldrüse an, so dass die Insulinproduktion eingeschränkt wird oder gänzlich zum Erliegen kommt. Der aus der Nahrung aufgenommene Zucker gelangt über den Darm ins Blut, kann von dort aber nicht an die Zellen abgegeben werden. Das stark zuckerhaltige Blut schädigt den Organismus, dem durch die Unterversorgung der Zellen immer stärkere Schäden erwachsen.
Bei Diabetes Typ 2, früher als Altersdiabetes bezeichnet, ist der Körper aufgrund hoher Nahrungsaufnahme und eines hohen Übergewichtes oftmals nicht mehr in der Lage die Insulinproduktion zu gewährleisten oder in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen, so dass die oben genannten Symptome eintreten.

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Diabetes bei Kindern

Bei Kindern tritt in der Regel Diabetes Typ 1 zum Vorschein. Nur in seltenen Fällen von ungesunder und extrem zuckerhaltiger Ernährung kann bei Kindern der Diabetes Typ 2 diagnostiziert werden. Aktuell leiden in Deutschland knapp 25.000 Kinder an einer Diabeteserkrankung.
Tritt die Diabetes bei einem Kind zum Vorschein ist es für Eltern schwierig, die Anzeichen früh genug zu erkennen. Wichtigstes Merkmal ist die deutlich höhere Urinausschüttung und ein kaum zu löschender Durst beim Kind. Sollte dazu noch eine allgemeine Müdigkeit und gegebenenfalls, trotz eines gesundes Appetites, eine Gewichtsabnahme hinzukommen, dann sollten Sie ihr Kind schnellstmöglich von einem Kinderarzt untersuchen lassen. Je früher die Anzeichen erkannt werden, desto geringer ist die Gefahr, die für Ihr Kind besteht. Sollten die genannten Symptome bei Ihrem Kind auftreten,  dann ist es wichtig schnell zu reagieren, da die Diabetes unbehandelt weiter fortschreitet und die Folgen in dauerhaften Schädigungen des Nerven- und Adergeflechts des Körpers enden können.

Diabetes - eine Kindheit ohne große Einschränkungen

Einmal diagnostiziert ist die Diabetes relativ einfach behandelbar und bringt für das Kind nur wenige Einschränkungen mit sich. Wichtigster Faktor ist sicherlich die Notwendigkeit für den Rest des Lebens regelmäßig Insulin spritzen zu müssen. Der nötige Insulinwert wird vom Arzt bestimmt und regelmäßig angepasst. Nur durch diese Insulin-Injektionen kann der Körper mit dem lebensnotwendigen Zucker versorgt werden. Da diese Injektionen in der Regel morgens und abends stattfinden, ist die Einschränkung während des Tages praktisch nicht existent.
Weit wichtiger sind die Veränderungen der Lebensumstände, die mit einer Diabetes-Diagnose anstehen. Zum einen muss die Ernährung an die Krankheit angepasst werden. Lang anhaltende Kohlenhydrate und wenig Zucker sollen die Ernährung der Familie nun bestimmen. Doch ein dogmatischer und Kindern kaum erklärbarer Verzicht auf süße Lebensmittel muss nicht stattfinden. Auch Süßigkeiten sind erlaubt, sollten im Idealfall allerdings kurz nach einer Injektion stattfinden, da dort die Insulinmenge noch am Größten ist und der zusätzliche Zucker am besten verarbeitet werden kann.
Auch Bewegung und Sport sollten ab dem Zeitpunkt der Diagnose zum täglichen Leben dazu gehören, da körperliche Aktivitäten die Effektivität des Insulins beeinflusst und somit oftmals deutlich weniger Insulin gespritzt werden muss. Daher gehört eine regelmäßige sportliche Betätigung zum Alltag eines an Diabetes leidendem Kindes dazu.

Traubenzucker gehört in die Tasche

Wer mit seinem Kind unterwegs ist, sollte stets Traubenzucker dabei haben. Sei es durch den Sport oder durch Aufregung kann es schnell passieren, dass die Wirkung des Insulin zu stark wird. Schnell ist der Zucker im Blut aufgebraucht und das Kind ist "unterzuckert". Mit einem Blutzuckermessgerät kann der aktuelle Gehalt des Blutzuckers schnell und präzise bestimmt werden. Sollte eine Unterversorgung festgestellt werden, so kann diese schnell zu Desorientierung und Ohnmacht führen, kann aber durch eine einfache Portion Traubenzucker oder süßen Fruchtsaft abgefangen werden. Der Blutzuckerspiegel steigt wieder an und die Folgen der Unterzuckerung sind abgewendet.

Mein Kind hat Diabetes - Kein Grund sich zu fürchten

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Diabetes bei Kindern keine schlimme Diagnose darstellt. Lassen Sie sich als Eltern vor allem nicht einreden, dass Sie bei einer Diabeteserkrankung Ihres Kindes Schuld daran hätten. Nach der Feststellung von Diabetes bei Ihrem Kind, haben Sie als Eltern nun die Aufgabe, sich mit dem Krankheitsbild Ihres Kindes vertraut zu machen, sodass Sie einen angemessenen und richtigen Umgang mit der Krankheit finden. Lassen Sie sich von Ärzten und Ernährungsberatern unterstützen und informieren, um den Alltag problemlos zu meistern.

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