Trotz schärferer Gesetze werden weiter zu wenige Kinder gegen Masern geimpft. Das Robert-Koch-Institut zählte im vergangenen Jahr dreimal mehr Masernerkrankungen als 2016.

Den neuesten Zahlen des Robert-Koch-Instituts zufolge haben zwar im Jahr 2016 erstmals alle Bundesländer bei der ersten Masernimpfung die Impfquote von 95 Prozent erreicht. Bei der entscheidenden zweiten Masernimpfung ist die bundesweite Impfquote aber nur geringfügig auf 92,9 Prozent gestiegen.

Dem Robert Koch-Institut wurden für 2017 insgesamt 929 Masernerkrankungen übermittelt, fast dreimal mehr als die 325 Erkrankungen in 2016. Für die ersten 12 Wochen dieses Jahres wurden 92 Krankheitsfälle gemeldet. "Eine Infektion mit Masernviren ist keineswegs harmlos. Etwa ein Viertel der gemeldeten Fälle muss im Krankenhaus behandelt werden. Wir sehen im Durchschnitt drei bis sieben Todesfälle im Jahr aufgrund von Masern oder der Masernfolgeerkrankung SSPE", betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Häufig, aber noch nicht oft genug, werden Impfungen bis zum Schulanfang nachgeholt. Neben den Masern-Impfquoten sind bei Schulanfängern auch die Impfquoten für Windpocken und Meningokokken leicht gestiegen. Alle anderen Impfquoten, etwa für Diphtherie und Tetanus, sind dagegen geringfügig gesunken.

Die seit Mitte 2015 geltenden Regelungen zur Verbesserung des Impfschutzes sehen beispielsweise vor, dass alle Gesundheits-Routineuntersuchungen bei Kindern und Erwachsenen dazu genutzt werden, den Impfstatus zu überprüfen. Auch Betriebsärzte können Impfungen vornehmen. Ungeimpfte Kinder und Jugendliche können vorübergehend vom Besuch einer Kita oder Schule ausgeschlossen werden, um einen Krankheitsausbruch zu verhindern. Eltern müssen vor dem Kita-Eintritt ihres Kindes eine verpflichtende ärztliche Impfberatung nachweisen. Kitas müssen Familien, die die Impfberatung verweigern, dem Gesundheitsamt melden. Diese können in hartnäckigen Fällen auch Bußgelder verhängen.

Mehr Infos:

www.bundesgesundheitsministerium.de/impfungen
Erklärvideo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit Tipps zum stress- und schmerzarmen Impfen www.impfen-info.de