Ein Jugendkrimi greift mit Cybermobbing eine neue Form von Gewalt auf. Die Polizei verteilt den Film "Netzangriff" 10.000 mal in ganz Deutschland.

Blamieren, drohen, fertig machen: Wenn mehrere einen Einzelnen im Internet zum Ziel ihres Spotts machen, ist das so genanntes Cybermobbing. In sozialen Netzwerken wie Facebook, Myspace oder Wer-kennt-wen ist es leicht, z. B. einen Mitschüler zum Opfer zu machen und zwar vor den Augen aller, um ihn zusätzlich zu demütigen. Die Polizei startet deshalb zusammen mit dem SWR einen „Netzangriff“ gegen Cybermobbing. "Netzangriff" ist ein SWR-Jugendkrimi aus der Reihe KRIMI.DE des Kinderfernsehsenders KI.KA. Die Polizei verteilt den Film in Kooperation mit dem SWR an Dienststellen in ganz Deutschland, um über diese neue Form der Gewalt aufzuklären.

Der Film erhielt im September beim Filmfestival in Luzern die Rose d’Or 2010 und wurde damit zum besten Beitrag in der Kategorie "Children & Youth" gekürt. Bereits in der Entstehungsphase des Drehbuchs haben der SWR und die Polizei zusammengearbeitet.

Sich in sozialen Netzwerken im Internet zu verknüpfen, zählt für Jugendliche heute zum Alltag. Sie gestalten ihr Profil, laden Bilder und Videos hoch und tauschen sich in Chats aus. "Dabei darf man nicht vergessen, dass diese multivisuelle Präsenz im Internet auch ihre Schattenseiten hat. Persönliche Fotos, die jemanden betrunken oder in peinlicher Pose zeigen, werden eben auch ins Netz gestellt - und zwar ohne, dass der Betroffene um Erlaubnis gefragt wird", so Professor Dr. Hammann, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes und Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg . "Die Hemmschwelle, andere zu beleidigen oder ihnen ein Gerücht anzuhängen, ist in der virtuellen Welt deutlich niedriger als im realen Umfeld. Schließlich müssen sich die Täter nicht von Angesicht zu Angesicht mit ihrem Opfer auseinandersetzen, sondern sie starten die Mobbingattacke mit einem simplen Mausklick."

Cybermobbing ist kein Spaß, sondern gefährlich. So auch im Film "Netzangriff": Ein junges Mädchen wird zum Opfer von Cybermobbing.

Die Handlung:

Klara Stolz (Jette Hering) ist neu am Stuttgarter Gymnasium und fühlt sich noch unsicher und orientierungslos. Nachdem sie auf einer Party betrunken ihr Handy verliert, tauchen in einer Internet-Community Fotos von ihr auf. Es beginnt ein gnadenloses Mobbing gegen Klara. Sie ist enttäuscht, als ihr Handy ausgerechnet bei Tim (Jeremy Mockridge) gefunden wird, den sie für einen guten Freund gehalten hatte.
Während Tim zusammen mit seinem kleinen Bruder Max (Liam Mockridge) versucht, seine Unschuld zu beweisen, entdeckt Klaras Vater, Professor Gerhard Stolz (Thomas Heinze), Rechtsmediziner und befreundet mit Kommissar Thorsten Lannert (Richy Müller), im Internet ein Video der Party im Jugendtreff Domino. Für Klara spitzt sich die Situation zu – sie setzt ihr Leben aufs Spiel.

"Netzangriff" ist am 27. Dezember 2010 um 9.10 Uhr im SWR Fernsehen zu sehen.

Die DVD "Netzangriff" wurde bundesweit an die Polizeilichen Beratungsstellen verteilt und kann im Rahmen der polizeilichen Vortragstätigkeit an Schulen vorgeführt oder in den Beratungsstellen ausgeliehen werden.

www.polizei-beratung.de

Netzangriff auf youtube: http://www.youtube.com/watch?v=aHMgcmYuz2M

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