Das Schicksal des Grips-Theaters liegt in den Händen des Berliner Abgeordnetenhauses. Am 4. Mai hat der Hauptausschuss das Wort. Wir haben den Anlass genutzt, den Mitgliedern des Parlamentes das Anliegen unserer Onlinepetition näherzubringen. Die Mail im Wortlaut:

An das Abgeordnetenhaus von Berlin
Mitglieder des Hauptausschusses
- per Mail -

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie entscheiden morgen, am 4. Mai, unter anderem über eine Finanzspritze für das Grips-Theater. Bisher ist laut Ihrer Vorlage dafür vorgesehen: "Kapitel 0310/Titel 683 23 – Zuschuss an das Grips-Theater – Erhöhung der Ansätze 2012 und 2013 um jeweils 50.000 €".
Das ist zu wenig, sagt das Grips-Theater in einer Pressemitteilung: Grips-Gründer Volker Ludwig fordert "1. einen einmaligen Defizitausgleich von 65.000 Euro, 2. eine dauerhafte Etaterhöhung um 150.000 Euro, 3. die Ermöglichung einer Tariferhöhung."

Das Grips soll bekommen was es braucht. Das fordern mittlerweile über 16.000 Unterzeichner der Onlinepetition zur Unterstützung des Grips-Theaters . Der Grund für unsere Initiative: " Meins oder deins?! Wo immer wir im deutschsprachigen Raum unsere Kindheit und Jugend verbracht haben - irgendein Lied des Grips-Theaters hatten wir alle auf den Lippen. Es gibt so gut wie keinen unter uns, der nicht mindestens eine Produktion des Ensembles in Berlin oder einer anderen Stadt erlebt hat. Jetzt erleben unsere Kinder die Linke Geschichte, Krach im Bällebad oder Max und Milli. Das darf nicht das Ende sein - Grips muss bleiben!"

Die Kommentare der Unterzeichnenden machen deutlich, dass wir, der Landesverband der Schulischen Fördervereine Berlin Brandenburg und das Elterninfoportal berlin-familie.de, mit unserer Haltung nicht alleine stehen. Einige Beispiele:
- " Ich war Lehrerin und habe die Vorstellungen des Gripstheaters regelmäßig mit meinen Klassen besucht. Die Kinder waren jedesmal ausgesprochen begeistert. Mir ist es völlig unverständlich, dass diese herausragende, traditionsreiche und für das Berliner Kulturleben wichtige Spielstätte nicht genügend Subventionen erhält, um angemessen weiterarbeiten zu können!"
- Das GRIPS Theater ist eine Bildungseinrichtung ersten Ranges für Kinder. Aber es ist noch viel mehr: Es macht Kindern Mut, das Leben anzugehen, Vertrauen in sich selbst zu finden und nicht alles zu glauben, was die Erwachsenen ihnen vormachen. Für jede Maßnahme der Wirtschaftsförderung würden 150.000 Euro unter "Peanuts" verbucht. Wenn es um eine Investition in die Bildung und vor allem die Charakterbildung unsere Kinder geht, nimmt der Berliner Senat es billigend in Kauf, ein international angesehenes Kindertheater sterben zu lassen. Und ein Stück Berlin, das unzähligen Bürgern, die auch mal Kinder waren, am Herzen liegt. Ich wünsche dem GRIPS, daß die Verantwortlichen in der Kulturverwaltung wach werden und das Kindertheater so fördern, wie es seiner gesellschaftlichen Bedeutung zukommt."
- " "Mannomann" - Ohne Kultur geht es nicht, Leute! Als Kind bin ich ins Grips-Theater gegangen, meine Geschwister und ich haben eine Menge Lieder gelernt und zu jeder Gelegenheit - zum Schreck unserer kleinbürgerlichen Nachbarn - auch lauthals gesungen. Das war ein Spaß! Meine eigenen Kinder wissen ebenfalls, dass keiner doof gebor'n ist und, dass Mädchen keinesfalls dümmer sind und, dass Gartenzäune, nun ja ... Wie dem auch sei, aus dem Erbe schöpfe ich Kraft und Beharrlichkeit! Grips muss leben... "man muss sich nur wehren"."

Die Grips-Petition ist von den derzeit 23 Onlinepetitionen aus dem Raum Berlin die mit den meisten Stimmen. In der Liste der insgesamt 238 laufenden Petitionen in ganz Deutschland steht die Petition "Berlin braucht Grips!" auf Platz 2. Das ist ein phantastisches Ergebnis, vor allem, wenn man den sehr kurzen Petitionszeitraum von insgesamt 4 Wochen berücksichtigt.

Im Namen aller Unterzeichner möchten wir sie bitten, dem Anliegen der Petition zu folgen. Statten Sie das Grips-Theater mit den nötigen finanziellen Mitteln aus, damit dieses wichtige und wertvolle Theater weiterhin in gewohnter anspruchsvoller Weise Stücke für Kinder und Jugendliche präsentieren kann. Dieser enorme Zuspruch sollte auch dazu beitragen, eine grundsätzliche Debatte über den Wert und die Notwendigkeit kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche anzustoßen. Wir freuen uns auf Gespräche mit Ihnen.

Anbei erhalten Sie die Infomail des lsfb an seine Mitglieder. Außerdem empfehlen wir Ihnen den Leserbrief von Professor Dr. Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und Vorsitzender der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche an den Tagesspiegel: "Kulturpolitisch ist das Grips-Theater gewollt. Es ist berühmt und berüchtigt - im besten Sinne. Es öffnet künstlerische Horizonte und bereichert die kulturelle Landschaft Berlins. Bildungspolitisch ist das Grips-Theater gewollt. Es ist ein Theater, das die Themen der wachsenden Generationen aufgreift, für sie spielt, mit ihnen auf, vor und hinter der Bühne kommuniziert. Sozialpolitisch ist das Grips-Theater gewollt. Nur im Kinder- und Jugendtheater spiegelt sich die ganze Breite der Gesellschaft mit oder ohne bildungsbürgerlichen Hintergrund, mit oder ohne Migrationshintergrund. Das gilt selbstverständlich auch für viele der anderen Berliner Kinder- und Jugendtheater, ob an der Parkaue oder im Theater Strahl, die einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Berlin leisten. Es geht also nicht um 100.000 €. Es geht um die Zukunft des Kinder- und Jugendtheaters als konzertierte Aktion für das Recht der Kinder auf Kunst."

Das können wir nur unterschreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Katja Hintze, Ute Nennecke und Daniela von Treuenfels

Daniela von Treuenfels
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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Fördervereinsmitglieder,
liebe Eltern, Lehrer und Schüler,

der lsfb unterstützt das Grips-Theater: Gemeinsam mit dem Elterninfoportal berlin-familie.de haben wir eine Online-Petition gestartet, um auf die prekäre finanzielle Situation des Hauses aufmerksam zu machen. Informationen dazu und weiterführende Links finden Sie auf der Seite der Onlinepetition, die Sie unter dieser Adresse erreichen: http://openpetition.de/petition/online/berlin-braucht-grips-eltern-fordern-erhalt-des-beruehmten-kinder-und-jugendtheaters

Das Grips-Theater hat für uns Eltern eine große Bedeutung, mit seinen Stücken und Liedern sind wir groß geworden. Unsere Kinder gehören heute zum Publikum des mittlerweile weltbekannten Berliner Kinder- und Jugendtheaters.
Aus Geldnot hat das Grips nun begonnen, Aufführungen für Kinder zu streichen zugunsten von Erwachsenentheater - weil sich damit höhere Einnahmen erzielen lassen. Wir denken, das ist eine nicht hinnehmbare Entwicklung und mal wieder ein Verlust an kultureller Bildung für die Kinder und Jugendlichen dieser Stadt.

Mit unserer Meinung sind wir nicht alleine. Mehr als 6.000 Menschen in ganz Deutschland (siehe Karte!) haben innerhalb einer Woche unsere Petition unterzeichnet. Wenn Sie ein wenig die zahlreichen Kommentare durchlesen, wird schnell deutlich, dass viele Menschen ähnlich denken und fühlen wie wir.

Wir bitten Sie nun: Unterzeichnen Sie die Petition, damit bis zur Sitzung des Hauptausschusses des Abgeordnetenhauses am 4. Mai ein deutliches Signal gesetzt ist. An diesem Tag steht unter anderem die finanzielle Situation des Grips-Theaters zur Debatte. Die Parlamentarier sollen wissen, dass die Bildung unserer Kinder im Allgemeinen und das Grips-Theater im Speziellen viele Fürsprecher haben.

Bitte leiten Sie diese Mail weiter, damit viele Eltern, Lehrer, Schüler und andere Bildungsinteressierte erreicht werden. Volljährigkeit ist für die Unterschrift keine Bedingung - auch Kinder und Jugendliche können sich mit ihrem Namen für ihre Bildung bzw für ihr Theater einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Katja Hintze
www.lsfb.de

alles zur Petition gibt es hier:
http://berlin-familie.de/politik-und-gesellschaft/1331-grips-protest.html

{metatitle:Grips-Theater: E-Mail ans Parlament | berlin-familie.de}