100.000 Euro mehr für das Grips-Theater. Was klingt wie eine gute Nachricht, ist in Wahrheit ein Desaster. Nach wie vor bleibt ein strukturelles Defizit bestehen. Das ist in mehrfacher Hinsicht schädlich, meinen die Initiatorinnen der Online-Petition „Berlin braucht Grips“.

Das Grips muss vom Senat bekommen was es braucht

„Auch jetzt ist noch jede Stimme wichtig“, sagt Ute Nennecke, Herausgeberin des Elternportals berlin-familie.de. Die Forderungen der Petition seien noch nicht erfüllt. „Ausgleich des aktuellen Defizits des Grips-Theaters. Eine Erhöhung des Etats, um dauerhaft die Qualität des Theaters und das Grips-Theater für uns alle zu sichern.“ – dafür haben sich mittlerweile mehr als 18.000 Unterschriften gefunden. „Dauerhafte Sicherung, darunter ist die auskömmliche Finanzierung des Theaters zu verstehen. Ein dauerhaftes Defizit werden wir nicht hinnehmen“, so Nennecke. Vom Berliner Abgeordnetenhaus erwarteten die Unterschriften-Sammlerinnen nun, dass den Parlamentariern am 14. Juni, wenn der Haushalt im Parlament verabschiedet wird, ein Antrag zur Beschlussfassung vorliegt, der dem Grips-Theater eine angemessene Förderung zusichert. „Das müssen noch einmal 50.000 Euro mehr sein als vom Haushaltsausschuss vorgesehen.“ Denn sonst bestehe nach wie vor die Gefahr, dass das Theater Vorstellungen für Kinder und Jugendliche streicht zugunsten von Abendvorstellungen. „Das ist nicht im Interesse unserer Kinder.“

Strukturelle Defizite konterkarieren die Arbeit von Fördervereinen

Ein defizitärer Zustand wäre auch mit Blick auf den zu gründenden GRIPS-Förderverein  kontraproduktiv. „Aus der Erfahrung der Schulfördervereine wissen wir,“, erklärt Katja Hintze, Vorsitzende des Landesverbandes Schulischer Fördervereine Berlin-Brandenburg, "dass Sponsoren etwas bewegen wollen. Die Möglichkeit zur Verbesserung und Veränderung oder zum sozialen Ausgleich, das ist das Interesse. Die Aussicht darauf, dass sie lediglich ein Finanzloch füllen, empfinden sie nicht als nachhaltig. „Wir können das am Beispiel der Schulen gut beobachten: Potentielle Geldgeber, Stiftungen und die Wirtschaft interessieren sich nicht für sanierungsbedürftige Toiletten oder kaputte Dächer. Dafür ist  die Landesregierung zuständig. Für Theaterprojekte, Musikinstrumente oder Reisezuschüsse finden sich mit etwas Mühe hingegen immer Summen.“, so Katja Hintze.

Ohne Fördervereine geht es nicht

Staatlich finanzierte Einrichtungen brauchen eine sichere Finanzierung als Standbein, davon ist die Verbandsvorsitzende überzeugt. „Fördervereine sind als Spielbein dann unverzichtbarer Bestandteil einer Kita, einer Schule oder eben eines Theaters für die weitere Entwicklung, die lebendige und vielfältige Gestaltung. Mit ihrer hohen Flexibilität und Handlungsschnelligkeit ohne die Enge der haushaltsrechtlichen Bestimmungen tragen sie zur Deckung der unterschiedlichsten Bedarfe bei und beachten dabei zusätzlich die Bedürfnisse von finanzschwachen Familien“, so Hintze. „Fördervereine sind mutige Möglichmacher mit kreativen Lösungsansätzen. Fördervereine machen das Leben bunter und verändern das Klima des Miteinanders.“

Zur Petition geht es hier entlang: http://openpetition.de/petition/online/berlin-braucht-grips-eltern-fordern-erhalt-des-beruehmten-kinder-und-jugendtheaters

{metatitle:Last Call für die Onlinepetition fürs GRIPS-Theater | berlin-familie.de}