Forscher sein - als Familie, Kitagruppe, Schulklasse oder Einzelperson: Die TU bietet Interessierten die Möglichkeit, Teil ihres Citizen Science-Projekts „Jetzt messen wir“ zu werden. Die Aufgabe: Sammelbehälter abholen, an geeigneter Stelle aufhängen und nach 14 Tagen wieder zurückbringen.

Stickstoffdioxid (NO2) gilt als Gesundheitsrisiko, trägt zur Feinstaubbelastung bei und belastet die Umwelt, indem es zur Übersauerung führen und Pflanzen schädigen kann. „Zwar finden europaweit regelmäßige Messungen zur Überwachung der Stickoxidbelastungen statt. Aber diese Messungen sind bei weitem nicht flächendeckend“, so Prof. Dr. Andreas Held, Professor für Umweltchemie und Luftreinhaltung an der TU Berlin. Um Lücken zu schließen und verlässliche Werte über die Stickoxid-Belastung im gesamten Stadtgebiet zu bekommen, organisiert Andreas Held zusammen mit seiner Mitarbeiterin Annelie Höhne seit Anfang 2019 ein Citizen Science-Projekt mit dem Titel „Jetzt messen wir“.

Messung Stickstoffdioxid Steffi TerpFoto: TU Berlin, Steffi Terp

Die „Bürgerwissenschaftler“ erhalten zunächst einen Messbehälter. Dieser Sammler sieht aus wie ein 500 Gramm-Joghurtbecher und enthält vier Messröhrchen: Ein Kontrollröhrchen und drei zum Messen. Die Messröhrchen werden geöffnet und für 14 Tage an einem beliebigen Ort aufgehängt, dann abgenommen, verschlossen und zurück zur TU Berlin befördert. Die Ergebnisse werden dort ausgewertet und die Daten fließen zusammen mit den Standort-Informationen des Sammlers in den interaktiven NO2-Atlas von Berlin ein, den jeder Interessierte einsehen kann.  

Über 200 Bürgerwissenschaftler sind bereits an Bord. Ihr Lohn: Jeder Teilnehmer bekommt eine Auswertung seines Sammlers und damit genaue Informationen über die Stickoxidbelastung in seinem Umfeld sowie die ausgewerteten Gesamtergebnisse zur Verfügung gestellt. Außerdem bietet das Fachgebiet Infoveranstaltungen und Workshops an, bei denen die Bürgerwissenschaftler gemeinsam mit den verantwortlichen Forschern im Labor die Messröhrchen auswerten und ganz unmittelbar erfahren können, wie Wissenschaft arbeitet. Das Projekt wird durch die interne Forschungsförderung der TU Berlin unterstützt und läuft bis März 2021 – spätestens dann wollen die Forscher auf ihrem interaktiven NO2-Atlas Berlin ein dichtes Netz an Messdaten eingetragen haben.  

Alle Infos: www.no2-atlas.de

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

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