Laut Statistischem Bundesamt hat sich der Anteil der Studienanfängerinnen und Studienanfänger, die im 1. Fachsemester ein MINT-Fach studieren, zwischen 2008 und 2017 von 36 Prozent auf 40 Prozent erhöht. Das schreibt die Bundesregierung in der Antwort auf eine kleine Anfrage der AfD-Fraktion.

Um das Potenzial der jungen Frauen für MINT-Studiengänge und -Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) weiter auszuschöpfen, seien zielgruppenorientierte Ansprachekonzepte weiterhin erforderlich. Dazu sei es auch wichtig, ein realistisches Bild der MINT-Berufe zu vermitteln und die Chancen für Frauen und Männer in diesen Feldern aufzuzeigen. Gleichstellungspolitisch sei es zudem wichtig, dass Frauen und Männer darin bestärkt werden, sich bei der Berufswahl nicht von klischeehaften Geschlechtervorstellungen einschränken zu lassen, sondern ihren persönlichen Interessen und Fähigkeiten zu folgen.

Die Bundesregierung stellt in der Antwort die Entwicklung in verschiedenen MINT-Fächern dar. In der Elektrotechnik habe sich die Gesamtanzahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger (1. Fachsemester) zwischen 2008 und 2017 von 18.383 auf 27.898 erhöht. Dabei sei die Anzahl der Frauen von 1.787 auf 4.560 gestiegen und habe sich damit um den Faktor 2,6 auf einen Anteil von 16,3 Prozent (2008: 9,7 Prozent) erhöht. Die Anzahl der Männer sei im selben Zeitraum von 16.596 auf 23.228 um den Faktor 1,4 gestiegen. Im Studienbereich Maschinenbau/Verfahrenstechnik ist laut Bundesregierung die Gesamtanzahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger zwischen 2008 und 2017 von 43.121 auf 55.694 gestiegen. Dabei sei die Anzahl der Frauen im gleichen Zeitraum um den Faktor 1,5 von 8.126 auf 12.408 auf einen Anteil von 22,3 Prozent (2008: 18,8 Prozent) gestiegen.

Die AfD-Fraktion hatte gefragt, welche Projekte die Bundesregierung fördert, die exklusiv Mädchen und junge Frauen adressieren und welche Projekte die Bundesregierung fördert, um exklusiv Jungen und junge Männer für MINT-Berufe oder -Studiengänge zu motivieren. Die Abgeordneten hatten kritisiert, dass die Bundesregierung sich zunehmend auf die Bildung von Mädchen und jungen Frauen fokussiere und dass damit und Jungen und junge Männer von Förderangeboten ausgeschlossen würden.

Der Bundesregierung seien zahlreiche Studien mit diversen methodischen Zugängen bekannt, die das Berufswahlverhalten von Frauen und Männern beleuchteten, heißt es dazu in der Antwort. Verschiedene Studien erzielten teils differierende Ergebnisse zum optimalen Design von MINT-Fördermaßnahmen, befürworteten aber in der Regel die hohe Relevanz von geschlechtersensiblen Ansätzen. Auf Basis dieser Erkenntnisse hält die Bundesregierung insgesamt daran fest, dass die Berufswahl komplexen Entscheidungswegen folge und gesellschaftliche Rahmenbedingungen eine maßgebliche Rolle spielten. Studien, die gegen eine geschlechtersensible Förderung sprechen, seien der Bundesregierung nicht bekannt.

Die Bundesregierung betont, dass der "Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen" und die Richtlinie "Erfolg mit MINT - Neue Chancen für Frauen" zur Förderung von Projekten und Fachveranstaltungen im Förderbereich "Strategien zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Bildung und Forschung" auch darauf abziele, Maßnahmen zur Unterstützung von jungen Frauen bei der (akademischen) Berufs- und Studienwahl zugunsten eines MINT-Faches zu fördern. Zudem führt die Bundesregierung in ihrer Antwort eine lange Liste von Programmen an verschiedenen Universitäten in Deutschland auf, an denen junge Frauen in MINT-Fächern gefördert werden. Die Gesamtfördersumme der ausgewiesenen Projekte betrage rund 17,8 Millionen Euro. Die Bundesregierung unterstreicht, dass in dem Rahmen keine Projekte gefördert würden, die darauf abzielten, exklusiv Jungen und junge Männer für MINT-Berufe oder -Studiengänge zu motivieren.

Ferner unterstreicht die Bundesregierung, dass der durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte "Girls'Day-Mädchen-Zukunftstag" sich bisher positiv auf die Steigerung des Interesses von Mädchen an MINT-Berufen auswirke.

Quelle: Heute im Bundestag (hib) vom 5.7.2019

 

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