Lust auf eine Runde Tischtennis? Umsonst und draußen an frei zugänglichen Platten? Die Pingpongmap weist den Weg. Die Seite ist ein hilfreiches Tool für alle Freizeitsportler, aber auch ein Stadtführer mit Hinweisen zu besonderen Orten.

Tischtennis Park PixabayDas Projekt ist eine Idee des Webdesigners Peter Ulrich aus Berlin. Ulrich ist selbst aktiver Tischtennisspieler, der außerdem viel und gerne reist. Eine Internetseite, die öffentlich zugängliche Tischtennisplatten auf der ganzen Welt markiert, ist da ein naheliegender Gedanke.

"Pingpongmap" nennt sich die Karte, die 2006 mit Einträgen aus Berlin startete."Anfangs hieß sie noch berlin-tischtennis.de und war beschränkt auf Berlin. 2010 wurde die Seite dann zu pingpongmap.net und international", sagt Peter Ulrich. Aktuell (Jan. 2019) gibt es 7064 markierte Orte. Kamen bis 2012 pro Jahr weniger als 500 neue dazu, fügen seit 2015 jedes Jahr mehr als 1000 Menschen jährlich weltweit neue Plätze hinzu, an denen sich Leute spontan zu einem Spielchen treffen können. 4400 sind es in Deutschland, 1400 davon in Berlin.

Peter Ulrich hat eine Lücke geschlossen, denn einen amtlichen Überblick über öffentlich zugängliche Platten in Berlin gibt es bis heute nicht. Die Tische stehen meist auf Spielplätzen oder Parks, und für die sind die Grünflächenämter der Bezirke zuständig. Hier findet sich beispielsweise eine Aufstellung der Tischtennisplatten in Steglitz-Zehlendorf: ba-steglitz-zehlendorf/gruenflaechen/spiel-und-sportplaetze. Eine nach Ortsteilen sortierte Liste, umrahmt von weiteren Wegweisern in die schöne Welt der Berliner Verwaltung auf der einen und die Telefonnummer der Friedhofsverwaltung auf der anderen Seite. Wer eine Liste aller öffentlichen Tischtennisplatten in ganz Berlin sucht, muss entweder 11 ähnliche Seiten der anderen Bezirke durchforsten, die gewiss alle niemals einen Designpreis gewinnen werden.

Oder eben die deutlich smartere interaktive Pingpongmap besuchen: Auf www.pingpongmap.net finden sich Tischtennisplatten nicht nur in ganz Berlin, sondern auf der ganzen Welt, und es macht Spaß, sich ein wenig durchzuklicken. Dazu muss man wissen: jede und jeder kann auf der Seite Orte markieren, an denen sich öffentlich zugängliche Tischtennistische befinden. Auch Bilder können hochgeladen werden, die meisten Einträge sind jedoch, leider, ohne Foto. Das heißt, die Sammlung ist nicht repräsentativ und schon gar nicht vollständig. Für China, dem Mutterland des Tischtennissports, zeigt die Karte beispielsweise keinen einzigen Eintrag. In ganz Afrika wurden nur zwei Platten eingetragen, eine mit einem schönen Foto aus Mali: "One table without a net, but near the Niger river. Enjoy the table of Mr Touré, president of the Segou tennis table club. Don't forget to bring him a racket or two, it is quite rare there in Segou."

In Hawaii gibt es gleich fünf Markierungen, alle weisen auf einen "table tennis club" hin. Die nördlichste Platte steht im isländischen Reykjavik, die südlichste auf einem Campingplatz in Chile. Der Schwerpunkt liegt ganz klar in Europa, die meisten Einträge finden sich in Deutschland und in der Schweiz. Die Mehrzahl der Markierungen gibt es in den Ballungsgebieten: Hamburg, Ruhrgebiet, Frankfurt usw. Aber ein Ausflug in die Diaspora kann sich lohnen, zum Beispiel ins hessische Homberg: "TT-Tische stehen auf dem Schulhof der Theodor-Heuss-Schule, vom Bindeweg aus zu erreichen. Sind ziemlich viele Platten (fünf, meine ich), die für Steinplatten auch wirklich gut sind. Leckere Eisdiele (Ziegenhainer Straße, gegenüber der Schule), Pizzeria (Ziegenhainer Straße, etwas den Berg runter) und REWE (Stellbergsweg/Kasseler Straße) sind gleich in der Nähe..." - Nichts wie hin.

Zurück nach Berlin. Die Karte zeigt erstaunlich viele Orte, an denen die Kelle zum Einsatz kommen kann. Die Dichte ist besonders in zentralen Lagen besonders hoch; Berlinbesucher mit einem Hang zu einer Runde TT an besonderen Orten sollten auch immer einen Schläger und einen Ball im Rucksack haben. Praktisch an jedem Hotspot findet sich ein Tisch: am Hackeschen Markt am Monbijoupark, im Tiergarten, am Checkpoint Charly. Büromenschen, die ihren Kreislauf wieder in Schwung bringen wollen, finden bei Bedarf eine Platte in der Nähe. Wer hier wohnt, kann einen Tisch entdecken, den er vorher nicht kannte.

Schön sind die Outdoor-Platten, die Wind und Wetter trotzen müssen, alle nicht: Betonständer mit Steinplatte und Metallnetz, mehr oder weniger verrottet. Aber die Leute mögen sie, wie manche Beschreibungen zeigen. Über einen Tisch an der Humboldt Universität: "Steinplatte an der HU - meistens frei. Viele kritische Studenten als Zuschauer - nix für Anfänger". In der Hasenheide steht eine "windgeschützte und solide Platte". "5 tables with beleuchtung" finden sich im nördlichen Teil des Parks am Gleisdreiecks an der Dennewitzstraße. In der Wallstraße steht eine "alte Betonplatte ohne Netz, dafür direkt am Wasser". Peter Ulrichs persönlicher Lieblingsort befindet sich hier, auf dem Tempelhofer Feld: "Die Platten sind leider etwas niedrig und fallen zu einer Seite hin ab, trotzdem gut spielbar und das Ambiente entschädigt eh alles." Wer die Stadt auf eine besondere Weise kennenlernen möchte, folgt der Spur der kleinen weißen Bälle.

Bei Wind, Regen und Kälte muss selbst der größte Outdoortischtennis-Liebhaber in die Halle. Für spontane Runden bieten einige Sportparks Tische an. Wer Lust auf mehr hat, kann sich beim Berliner Tischtennisverband über die Vereinslandschaft informieren: www.bettv.de

www.pingpongmap.net

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

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