Kinder, die regelmäßig Sport treiben, zum Musikunterricht gehen und maximal zwei Stunden täglich Medien nutzen, sind in der Schule deutlich besser als andere. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die im Sommer 2019 veröffentlicht wurde. Schüler, die Ganztagsschulen besuchen, zeigen schlechtere Leseleistungen.

Was hilft Kindern dabei, in der Schule erfolgreich zu sein? Was steigert ihre Konzentrationsfähigkeit und welche Rolle spielt die familiäre Situation dabei? Eltern und Pädagogen treibt diese Frage gleichermaßen um. IW-Wissenschaftler haben untersucht, welche Faktoren tatsächlich einen Einfluss auf die Leistungen von Viertklässlern in der Schule haben – und welche nicht. Das Ergebnis: Kinder, die mehrmals in der Woche in ihrer Freizeit Sport treiben, regelmäßig zum Musikunterricht gehen und in ihrer Freizeit lesen, sind nicht nur besonders gut in Deutsch und in Mathe, sondern können sich auch besser konzentrieren als ihre Mitschüler.

Maximal zwei Stunden vor dem Bildschirm

Bei der Mediennutzung gilt: Wenn Kinder täglich höchstens zwei Stunden Fernsehen schauen oder am Computer spielen, hat das positive Auswirkungen auf die schulischen Leistungen. Wer deutlich mehr Zeit mit Medien verbringt – vier Stunden oder mehr – bekommt von den Lehrkräften deutlich schlechtere soziale Fähigkeiten bescheinigt als Schüler mit maßvollem Medienkonsum.

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Ob ein Kind mit seinen beiden leiblichen Eltern, bei einem alleinerziehenden Elternteil oder in einer Patchworkfamilie aufwächst, hat dagegen kaum Auswirkungen auf die Leistungen in Deutsch und Mathematik sowie die Konzentrationsfähigkeit. "Allerdings sehen wir einen deutlichen Zusammenhang zwischen den schulischen Leistungen und dem Bildungsstand der Eltern", sagt Studienautor Wido Geis-Thöne. "Das lässt sich nicht nur mit angeborenen Fähigkeiten erklären. Diese Kinder werden meist auch besser gefördert."

Ganztagsschulen behindern Lesekompetenz

Bei der Leseleistung und der Konzentrationsfähigkeit gibt es jeweils einen „statistisch signifikant negativen Zusammenhang“ mit einem Ganztagsschulbesuch. „Dies deutet darauf hin, dass diese Schulen nicht genug Rückzugsräume schaffen, um Kindern konzentrierte Tätigkeiten wie das Lesen von Büchern zu ermöglichen und sie dabei zu unterstützen“, so die Autoren der Studie. Ein stärkeres Engagement der Ganztagsschulen sei hier gefordert.

Kinder, die außerhalb des Schulsports physischen Aktivitäten nachgehen, die sie ins Schwitzen bringen, schneiden bei der Konzentrationsfähigkeit deutlich besser ab. Und Kinder, die Musikschulen besuchen, erreichen bei der Konzentrationsfähigkeit deutlich bessere Ergebnisse.

Aus den Studienergebnisse lässt sich nach Ansicht der Wissenschaftler ableiten, dass Ganztagsschulen gezielt Sport und Musikunterricht anbieten sollten. Wichtig seien außerdem ruhige Orte, an denen die Kinder sich zurückziehen und lesen können. "Um die Schulen flächendeckend gut auszustatten, brauchen wir mehr Personal und vor allem mehr finanzielle Ressourcen", so Studienleiter Geis-Thöne.

Zur Studie: www.iwkoeln.de

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

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