2 G: Kinder müssen draußen bleiben

14. Sep 2021

Daniela von Treuenfels
2 G: Kinder müssen draußen bleiben

Der Senat hat die Einführung eines 2G-Optionsmodells beschlossen. Ungeimpften könnte damit der Besuch von Kultureinrichtungen oder Restaurants verwehrt bleiben. Für Kinder sollen keine Ausnahmen gelten.

Die Änderung der SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung soll am 18. September in Kraft treten und beinhaltet folgende Regelungen:

  • Einrichtungen, Betriebe, Veranstaltungen oder Restaurants könnten ihre Räumlichkeiten nur für Geimpfte oder Genesene öffnen und im Gegenzug Erleichterungen erhalten. Die Maskenpflicht fiele weg und Abstände müssten nicht mehr eingehalten werden, Restaurants beispielsweise könnten ihre Kapazität wieder voll auslasten.
  • Die Optionsmöglichkeit gilt bei Veranstaltungen, für Dienstleistungen, in der Gastronomie sowie im Kultur- und Sportbereich.
  • Für bestimmte Bereiche (u.a. Einzelhandel, Eigentümerversammlungen), bei denen ein Ausschluss von Personen nicht möglich ist, kann die 2G-Option nicht genutzt werden.
  • Weiterhin sind bestimmte Bereiche nur unter 2G-Bedingungen zugänglich, darunter Tanzlustbarkeiten, Prostitution, Saunen mit Aufgüssen/Dampfbäder.
  • Die 2G-Bedingung gilt auch für das Personal und kann auch für einzelne Tage oder begrenzte Zeiträume genutzt werden.
  • Die Zulassung von Großveranstaltungen darf eine Auslastung von bis zu 100 Prozent umfassen, maximal aber 25.000 zeitgleich anwesende Personen.

Für Kinder unter 12 Jahren gibt es – im Gegensatz zum Land Brandenburg – keine Ausnahme. Da viele Gastronomen und Kulturbetriebe sehr daran interessiert sein dürften, sich von ihren wirtschaftlichen Einbrüchen zu erholen und sich durch die 2G-Regel volle Häuser erhoffen, könnte das für Familien mit jüngeren Kindern bedeuten, dass sie draußen bleiben müssen.

Auch wenn niemand das offiziell sagt: Die 2G-Regel soll den Druck auf Impfverweigerer erhöhen. Lass dich impfen oder bleib zu Hause. Erwachsene können sich für das eine oder andere entscheiden.

Kinder dagegen haben keine Wahl. Wenn sie - und ihre Familien - am gesellschaftlichen Leben uneingeschränkt teilhaben wollen, müssen sie sich infizieren.

Update:

Die Grünen im Abgeordnetenhaus sprechen sich für eine Ausnahme für Kinder unter 12 Jahren aus. Die 2G-Regel zur Pandemie-Bekämpfung sei im Grundsatz richtig, allerdings brauche es Ausnahmen für Kinder und diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Die Fraktion fordert deshalb ein „2G plus“, das unter 12-Jährigen und nicht Impffähigen erlaubt, mit einem negativen Corona-Test auch 2G-Angebote nutzen zu können. "Kinder haben in der Corona-Pandemie auf so vieles verzichten müssen, das für ihr Aufwachsen essenziell ist", so die Vorsitzende Silke Gebel. "Wir dürfen nicht zulassen, dass sie schon wieder benachteiligt und ausgeschlossen werden."


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