300 Euro für jedes im Jahr 2020 kindergeldberechtigte Kind: Vom Kinderbonus als Teil des Konjunkturpaketes der Bundesregierung sollen insbesondere Familien mit geringen und mittleren Einkommen profitieren. Alleinerziehende bekommen nur die Hälfte.

Der Kinderbonus wird nach den Plänen des Familienministeriums für alle Kinder, für die im September 2020 ein Anspruch auf Kindergeld besteht, in zwei Raten in Höhe von 150 Euro im September und im Oktober 2020 ausgezahlt. In allen anderen Fällen, das heißt für Kinder, für die in einem anderen Monat im Jahr 2020 ein Kindergeldanspruch besteht, soll der Kinderbonus „ebenfalls zeitnah, aber nicht zwingend im September und Oktober und nicht zwingend in zwei Raten gezahlt“ werden.

Der Kinderbonus wird nicht auf Sozialleistungen oder auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet und beim Kinderzuschlag und dem Wohngeld nicht als Einkommen berücksichtigt. Bei getrennten Eltern erhält der alleinerziehende Elternteil den Kinderbonus mit dem Kindergeld ausgezahlt. Der Barunterhaltspflichtige kann dann über das Unterhaltsrecht die Hälfte der Kinderbonuszahlungen von seiner Zahlung abziehen, wenn er Mindestunterhalt oder mehr leistet oder das Kind hälftig betreut.

Für Alleinerziehende bedeutet das, dass sie nur die Hälfte des Bonus erhalten – was den Bundesverband der alleinerziehenden Mütter und Väter auf den Plan ruft: Das Kindergeld als Teil des steuerlichen Familienleistungsausgleichs trage dazu bei, das Existenzminimum von Kindern nicht zu besteuern. Hier sei es bei getrennten Eltern folgerichtig, das hälftige Kindergeld mit dem Kindesunterhalt zu verrechnen. „Da der Kinderbonus als einmalige Erhöhung des Kindesgelds umgesetzt ist, greift auch hier die hälftige Aufteilung. Der Kinderbonus hat aber einen anderen Zweck als das Kindergeld: Belastungen aufzufangen und so die Konjunktur anzukurbeln“, erklärt die Bundesvorsitzende Daniela Jaspers. „Nur wenige Alleinerziehende sind in der glücklichen Situation, dass der andere Elternteil die fehlende Kinderbetreuung mit ausgleicht. Hinzu kommt, dass sich für Familien mit kleinen Einkommen und somit für viele Alleinerziehende die Kosten erhöht haben: Trotz Kitagebühren kein Mittagessen, ein Rechner reicht nicht fürs Homeoffice und Homeschooling, billige Lebensmittel als Mangelware. 300 Euro sind ein Tropfen auf dem heißen Stein. Diese auch noch zu halbieren, wird viele Alleinziehende vor den Kopf stoßen!“

Mit dem Konjunkturpaket gibt es nach Angaben des Bundesfamilienministeriums für mehr als 18 Millionen Kinder und Jugendliche 300 Euro Kinderbonus.

Der Bonus wird beim Kinderzuschlag und dem Wohngeld nicht als Einkommen berücksichtigt. Der Kinderbonus führt auch nicht dazu, dass die Kita-Beiträge neu berechnet und möglicherweise erhöht werden und er kommt auch Pflegekindern und Kindern in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zugute.

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, werfen Sie etwas in unseren Hut. Nur mit Ihrer Unterstützung ist es möglich, berlin-familie.de zu betreiben.