Eine spannende Abenteuergeschichte mit sorbischen Osterbräuchen, mystischen Spreewaldsagen und tollen Ausflugstipps. Für Familien mit Kindern ab 8 Jahren.

Lilly und Nikolas bekommen von ihren Großeltern zu Weihnachten sechs bunte Eier geschenkt. Zuerst sind sie enttäuscht, doch die Eier entpuppen sich als echte Überraschungseier: In jedem Ei ist ein Ausflugsgutschein. Lilly und Nikolas werden Ostern mit ihren Eltern eine Woche im Spreewald verbringen!

Abenteuer im Spreewald

Die drei Monate bis Ostern vergehen dann doch schneller als erwartet. Die Familie startet gleich zu Beginn der Osterferien und das erste Ei wird noch zu Hause geöffnet. Es enthält einen Pinguin und eine Familieneintrittskarte für die „Spreewelten“, ein Erlebnisschwimmbad in Lübbenau. Aber was hat das mit einem Pinguin zu tun? Die Mutter erzählt ihnen, dass auf dem Gelände des Schwimmbads etwa 20 Humboldt-Pinguine leben. Das Pinguingehege ist nur durch eine Glasscheibe vom Außenbecken des Schwimmbads getrennt. Man kann also neben und mit den Pinguinen schwimmen. Was für ein wunderbarer Auftakt in die Osterferien.

Nach diesem Erlebnis fährt die Familie ins gemietete Ferienhaus. Die Kinder erkunden das Haus und das Gelände und entdecken das Tagebuch des sorbischen Jungen Juro. Wie aufregend. Er hat vor vielen Jahren in diesem Haus gewohnt und erzählt seine Geschichte. Lilly und Nikolas bewahren das Geheimnis für sich und lesen immer, wenn es unauffällig geht.

Zwei Autorinnen haben dieses Buch geschrieben: Steffi Bieber-Geske erzählt, was die Familie erlebt und Nicole Grom lässt Juro seine Geschichte erzählen. Juros Tagebuchseiten sind im Buch gelb unterlegt, so dass wir genau unterscheiden können, wer gerade erzählt.

Beide Geschichten sind spannend erzählt. Durch die Kombination aus historischem Tagebuch und aktuellem Abenteuer erfahren wir viel über die Geschichte des Spreewaldes und das Autorinnenteam lässt die Familie dann gleich auf den historischen Pfaden wandeln, aber auch neue Sehenswürdigkeiten kommen nicht zu kurz.

Juro erklärt ausführlich und schön, wie sorbische Ostereier gefärbt und mit Wachs bearbeitet werden und am nächsten Tag geht es dann zufällig zu einem Färbekurs, in dem die Kinder das Färben ausprobieren können.

Die Eltern wundern sich, dass die Kinder so begeistert bei allem dabei sind – aber kein Wunder, dass sie auch Pücklers Park in Cottbus ganz genau kennenlernen wollen, immerhin hat Juro in seinem Tagebuch über Fürst Pückler berichtet. Eine schillernde beeindruckende Persönlichkeit, die sich sogar zwei Pyramiden in seinen Park hat bauen lassen. Aber der Besuch des Tierparks gegenüber hält noch eine besondere Überraschung bereit: Bei der Elefantenfütterung darf man helfen. Die Tierpfleger halten dafür einen Eimer mit Äpfeln bereit.

Ein spannendes Abenteuerbuch , das aber auch gleichzeitig ein Reiseführer mit viel historischem Hintergrund ist. Die Familie macht eine Kanutour, sie besuchen die Staupitzer Mühle, das Museumsdorf in Lehde und vieles mehr. Sorben und Wenden leben im Spreewald. Aber was ist der Unterschied? Auch das erfahren wir in dem Buch.

Der Spreewald ist nicht weit von Berlin und als ich das Buch vor zwei Monaten las, hatte ich richtig Lust, den Spreewald zu erkunden. Den einen oder andere Ausflugstipp aus den Überraschungseiern von Oma und Opa hätte ich gerne in den Osterferien als Anregung genommen.

Die aktuelle Situation lässt es nicht zu. Aber zu planen und sich darauf zu freuen, die benachbarten Bundesländer irgendwann zu erkunden, ist vielleicht gerade jetzt eine gute Idee.

In der Reihe „Lilly und Nikolas“ reist die Familie auch in andere Regionen.

Abenteuer im Spreewald: Lilly, Nikolas und das geheimnisvolle Tagebuch

Steffi Bieber-Geske und Nicole Grom (Text) Claudia Gabriele Meinecke (Ill.)
Biber & Butzemann Verlag
978-3-9595916-050-6
14,50 €
ab 8

Unsere Buchtipps sind Empfehlungen der Buchhandlung Schwericke in Lichterfelde. Der Laden liegt direkt am S-Bahnhof Botanischer Garten. Natascha, im Team verantwortlich für den Bereich Kinder- und Jugendbuch, stellt an dieser Stelle jede Woche eine Neuerscheinung oder einen gut abgelagerten „Mustread“ vor.

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

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