19. Sep 2022
Der Beetzer See liegt nordwestlich von Berlin in der Nähe von Kremmen im Havelland und ist umgeben von viel Wald.
Mein Dorf, mein Wald, mein See – so oder ähnlich lauteten wohl die Angebersprüche im Mittelalter. Mit dem Eigentum verbunden waren Jagd- und Fischereirechte sowie ein in der Regel bedeutender Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Untertanen. Wessen See? Diese Frage führt auch hier zu interessanten historischen Details.
Einer der wohlhabendsten Großgrundbesitzer Brandenburgs war das Adelsgeschlecht Redern. Vom 14 bis ins 19. Jahrhundert gehörten sie zu den Herren des Landes, Beetz war von etwa 1400 bis ins 17. Jahrhundert im Besitz der Adelsfamilie. Ihre Berliner Depandance hatte die Adresse Unter den Linden 1, das Palais Redern musste 1906 dem Hotel Adlon weichen.
Etwa zur gleichen Zeit begannen in Charlottenburg erste Überlegungen zum Bau einer Lungenheilklinik außerhalb der Stadt in einer rauch- und staubarmen Umgebung. Standort sollte die waldreiche Gegend am Beetzer See sein, der Bau der Anlage begann 1912. Als architektonische Form für die weitläufige Lungenheilstätte wählte der Architekt Heinrich Seeling die Gestalt einer dörflichen Alpenidylle, wohl auch deshalb, weil das nahe an Berlin gelegene „Waldhaus“ den oft sozial schwachen Tuberkulosekranken die teuren Spezialkliniken in Höhenlagen ersetzen sollte. Ein Spaziergang durch die restaurierte Anlage der heutigen Sana-Kliniken ist auch neugierigen Ausflügern erlaubt.
Ein denkmalgeschützter und bisher unsanierter ehemaliger Wasserturm gehört auch zur Klinik und befindet sich ganz in der Nähe des Beetzer Sees. Das Gebäude droht zu verfallen und ist Gegenstand öffentlicher Diskussion.
Auf die weitere Zukunft darf man gespannt sein. Heute wartet auf uns ein knapp 4 km langer Rundweg, der eine vollständige Umrundung nah am Wasser ermöglicht.
Vom Ausgangspunkt unserer Runde geht es zunächst immer nach Norden. So erreicht man den ersten von zahlreichen weiteren Naturstränden am See. Wir wenden uns nach links. Es geht zum westlichen Ende des Sees, welches wir umrunden. Auf der anderen Seite wartet ein kleines Restaurant/Café auf Gäste. Wir stärken uns mit Kaffee und setzen uns auf einer der Bänke an der großen Badestelle mit Spielplatz.
Nach geleerten Bechern geht es weiter am Ufer entlang. Der See ist mal näher dran, mal weiter weg, bleibt aber immer in Sicht. Am östlichen Ende des Gewässers immer rechts halten. So erreicht man das südliche Ufer.
Hier wartet nach ca. 200m der Wasserturm, der auch schon vom anderen Ufer zu sehen war, weil er sich über die Bäume erhebt. An seinen oberen Enden finden sich kleine Balkone in alle vier Himmelsrichtungen. Der Turm ist eingezäunt und nicht begehbar.
Weiter geht es am schmalen Uferweg nach Westen, bis wir den ersten Strand wieder erreichen. Von hier aus nimmt man den bereits bekannten Weg zurück durch den Wald zum Ausgangspunkt der Runde.
Beetzer See zum Nachwandern unter www.komoot.de
Norman wandert fast jeden Sonntag um einen See herum. Meistens in Brandenburg, manchmal in Berlin, und sogar in seinen Urlauben findet er immer ein Gewässer, das sich umrunden lässt. Seine Ausflüge dokumentiert er auf seinem Blog und der Wanderplattform Komoot. Wir übernehmen die Wandertipps unserer Region und ergänzen sie mit Wissenswertem, interessanten Details oder kuriosen Geschichten, die wir im Netz finden.
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Vom urbanen trubeligen Kiez bis zum kaum erschlossenen Landstrich, in dessen Wäldern sich wieder Wölfe ansiedeln. Im Rahmen unserer Möglichkeiten möchten wir Kindern und Familien die Vielfalt und Gegensätzlichkeit der Region Berlin-Brandenburg näherbringen.
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