Seewanderung: Teufelssee und Krumme Laake

13. Sep 2021

Norman Heise
Seewanderung: Teufelssee und Krumme Laake

Ein Moor im Berliner Urstromtal in einem Vogelschutzgebiet: Die Tour am östlichen Stadtrand verspricht geballte Vielfalt auf Berliner Stadtgebiet.

Der Teufelssee ist einer von insgesamt dreien in Berlin, neben den Teufelsseen in Grunewald und Spandau. Hier in Köpenick befinden wir uns in einem Moor, das in der Eiszeit entstanden ist. Die vielfältige Flora und Fauna erklärt uns ein Naturlehrpfad. Über das morastige Gelände führt teilweise ein Steg.

Im Matsch zu versinken, muss heute also niemand fürchten. Früher war das durchaus anders, was Fontane so beschreibt: „Er (der See) hat den unheimlichen Charakter aller jener stillen Wasser, die sich an Bergabhängen ablagern und ein Stück Moorland als Untergrund haben. Die leuchtend-schwarze Oberfläche ist kaum gekräuselt, und verwaschenes Sternmoos überzieht den Sumpfgürtel, der uns den Zugang zum See zu verwehren scheint. Er will ungestört sein und nichts aufnehmen als das Bild, das die dunkle Bergwand auf seinen Spiegel wirft.“

Nachzulesen ist dieses Zitat auf der Seite „Heilige Quellen“, die auch Gespenster- und Geistergeschichten rund um die Sage vom Prinzessinnenstein und dem verschwundenen Schloss bereithält: Da geht es um Mädchen, die auf dem Grund des Sees reich beschenkt werden, und um Kutschen, die erst von vier Pferden ohne Köpfe und schließlich von vier Mäusen gezogen werden.

Schaurig-schön, einfach herrlich. Lesenswert.

Mit allerlei Spuk im Hirn wandern wir los:

Ausgangspunkt der ersten Tour ist der Parkplatz bei Rübezahl. Von hier aus starten wir, den Müggelsee im Rücken, über den Müggelheimer Damm und hinein in den Berliner Forst. Vorbei am Spielplatz und der nächsten Gelegenheit auf dem Hauptweg bleibend links abbiegend erreichen wir das Teufelsseemoor. Nach rechts geht es auf einer Steganlage über das Moor. Der kleine Teufelssee kommt auf der rechten Seite in Sicht. Es gibt mehrere kleine „Buchten“ die vom Steg an den See führen.

Am Ende des Stegs wieder nach rechts abbiegen. Ein paar Meter weiter kommt wieder eine Gelegenheit, über einen Steg direkt ans Wasser zu laufen und den Blick schweifen zu lassen.

Zurück auf dem Hauptweg, geht es bei der nächsten Gelegenheit wieder nach rechts. Wenig später steht man an der Kreuzung, an der man das erste Mal abgebogen ist. Hier biegen wir erneut ab, diesmal logischerweise nach rechts, lassen den Steg rechts liegen und wandern entlang des Moores weiter. Es geht vorbei am Lehrkabinett der Berliner Forsten.

In Verlängerung des Weges, aus dem wir kommen, geht es über den Hauptweg und hinter dem Spielplatz auf einem geschlängelten Weg weiter. Auch hier begleiten uns wieder viele interessante Informationstafeln.

Nach rund 400m erreicht man einen langen geraden Weg, der nach links leicht bergab in Richtung Müggelheimer Damm zurückführt. Von hier aus ist es ein knapper Kilometer bis man am südlichen Ufer des Müggelsees steht.

Am Uferweg geht es nach rechts (Richtung Westen) weiter. Manchmal kann man den See gut sehen. Es gibt ein paar Stellen, wo man direkt ans Ufer treten kann.

Bei Rübezahl geht es nach kurzem Abstecher auf den Steg mit dem Müggelsee im Rücken zurück zum Ausgangspunkt.

Da es nur eine kleine Runde gewesen ist, lohnt es die Krumme Laake in 4,2km Entfernung auch noch zu umrunden. Ausgangspunkt ist eine Einfamilienhaus-Siedlung. Von hier geht es zunächst ein Stück durch den Wald. An der zweiten Möglichkeit, die nach links führt, abbiegen. Am besten die Wander-App nutzen, damit hier nichts schief geht. Es gibt leider keine Wegweiser oder Anhaltspunkte. Der Weg ist aber relativ breit.

Schilder am Wegesrand warnen davor den Weg zu verlassen, da man in sich in einem Verlandungsmoor-Gebiet befindet. Mit Erreichen des Sees ist der Weg selbst größtenteils sehr schmal und „naturverbunden“. Das heißt abschnittsweise ziemlich zugewachsen und an wenigen Stellen auch sehr morastig. Vereinzelt müssen umgestürzte Bäume überstiegen oder umlaufen werden.

Die Wegeführung ist relativ einfach. An Abzweigungen und Kreuzungen immer links halten. Einzige Ausnahme ist, wenn man am Ende der Umrundung wieder auf den Hauptweg von Beginn der Wanderung trifft. Hier geht es nach rechts, um zurück zum Ausgangspunkt zu kommen.

Die Sicht auf den See ist meist nicht gegeben. Es gibt eher selten die Gelegenheit direkt an das Ufer zu gelangen. Trotzdem eine schöne und auch kurze Runde.

Einziger Wermutstropfen: Beide Wanderungen liegen direkt in der Einflugschneise des BER. Alle paar Minuten donnert ein Flieger den Himmel entlang.

Funfact: Bei etlichen Wanderungen in Brandenburg gab es häufig Vögel und mal weiter weg an paar Rehe. In Berlin sind wir das erste Mal auf eine Gruppe Wildschweine gestoßen.

Tour 1 (Teufelssee) zum Nachwandern unter
https://www.komoot.de/tour/486509772?ref=wtd

Tour 2 (Krumme Laake) zum Nachwandern unter
https://www.komoot.de/tour/486586304?ref=wta

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