Corona-Kita-Studie: sehr wenig Infektionsfälle

19. Okt 2020

Daniela von Treuenfels
Corona-Kita-Studie: sehr wenig Infektionsfälle

Zur laufenden Corona-Kita-Studie des Deutschen Jugend-Instituts und des Robert-Koch-Instituts ist jetzt der fünfte Monatsbericht (September) erschienen.

So wie die Zahl der Infektionsfälle in Deutschland gestiegen ist, hat nach Ende der Sommerferien auch der Anteil der infektionsbedingten Schließungen zugenommen. Insgesamt sind durchgehend weniger als ein Prozent der am KiTa-Register beteiligten Kitas pro Woche von Schließungen betroffen. Sind Schließungen nötig, werden zunehmend eher einzelne Gruppen statt ganzer Einrichtungen geschlossen.

Pandemiebedingt fällt seit Ende der Sommerferien circa fünf Prozent des pädagogischen Fachpersonals in der direkten Arbeit mit den Kindern aus. Rund die Hälfte davon (2%) beteiligt sich an der mittelbaren pädagogischen Arbeit, beispielsweise an der Dokumentation und der Vor- und Nachbereitung.

Die Abfragen bei den Einrichtungen zeigen zudem, dass die empfohlenen Hygienemaßnahmen sehr diszipliniert umgesetzt werden. So gehört in 90 Prozent der Einrichtungen Lüften und Desinfizieren zum Alltag. Bei Kitas mit Gruppenstruktur arbeiten 69 Prozent mit einer festen und konstanten Personalzuweisung, 66 Prozent mit einer strikten Gruppentrennung im Innenbereich.

DJI-Projektleiterin Dr. Susanne Kuger sagt: „Mithilfe des KiTa-Registers können wir jetzt erstmals die Situation in den Einrichtungen im Zeitverlauf beschreiben. Dabei beobachten wir, dass sich die tatsächlichen Infektionsfälle zwar in einem sehr niedrigen Bereich bewegen. Dennoch melden uns 25 Prozent der Einrichtungen, dass sie sich bereits mit Verdachts- und Infektionsfällen beschäftigen mussten, fünf Prozent melden, dass sie bereits einmal von Infektionsfällen betroffen waren. Das zeigt, dass diese Fälle über die Zeit doch viele Einrichtungen betreffen.“

Neben dem KiTa-Register beruht die bis Dezember 2021 laufende Corona-KiTa-Studie auf weiteren Modulen. Unter anderem wertet das Robert-Koch-Institut die Daten der Gesundheitsämter aus. Bis Ende September wurden 79 Ausbrüche von COVID-19 in Kindertageseinrichtungen und Horten ans RKI übermittelt und dabei insgesamt 381 Fälle registriert. Während 27 Prozent der Betroffenen zwischen null und fünf Jahren alt sind, sind 64 Prozent 15 Jahre und älter, vermutlich vor allem Erzieherinnen und Erzieher. Die bislang höchste Anzahl an Ausbrüchen in Kitas und Horten wurde in Kalenderwoche 37 übermittelt (zehn Ausbrüche).

Für das KiTa-Register haben sich bis Mitte September knapp 12.000 Kindertageseinrichtungen bundesweit registriert, mehr als 7.000 Einrichtungen haben die ausführliche Erstbefragung ausgefüllt. Das entspricht 13 Prozent aller Kitas in Deutschland. Einrichtungen und Kindertagespflegepersonen, die noch nicht dabei sind, können jederzeit ins KiTa-Register einsteigen.

Alle Infos zur Corona-Kita-Studie

www.corona-kita-studie.de

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