Kita-Studie: Kleinkinder sind keine Pandemietreiber

05. Mai 2021

Daniela von Treuenfels
Kita-Studie: Kleinkinder sind keine Pandemietreiber

Ab nächster Woche (10. Mai) sollen die Vier- bis unter Fünfjährigen im Rahmen der Notbetreuung wieder in ihre Kita gehen können. Eine Würzburger Studie legt nahe: da geht noch mehr.

Die anhaltende Dauer der Kitaschließungen wirke sich in besonderer Weise auf die sprachliche Entwicklung der Kinder aus, sagt Schulsenatorin Sandra Scheeres. „Studien weisen darauf hin, dass eine durch die Schließung bedingte rückläufige Sprachenwicklung, besonders bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache, festzustellen ist.“ Für die Planung und Durchführung gezielter Sprachförderung mit Blick auf den Übergang in die Schule sei die Erhebung des Sprachstandes der betreuten Kinder dringend erforderlich.“

In einem nächsten Schritt und sofern es das Infektionsgeschehen zulässt sollen die Berliner Angebote der Kindertagesförderung (Kita und Kindertagespflege) wieder für alle Berliner Familien und Kinder geöffnet werden und einen eingeschränkten Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen anbieten.

Eine Studie der Universität und des Uniklinikums Würzburg legt nahe, dass bei regelmäßiger Testung der Kinder und des Personals eine vollständige Öffnung der Kitas möglich wäre.

Ein halbes Jahr lang zwischen Oktober 2020 und März 2021wurden rund 1000 Kinder und das Betreuungspersonal in neun Würzburger Kinderbetreuungseinrichtungen auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus getestet. Ziel der Studie war es, optimale Testmethoden zu bestimmen, mit der sowohl die Kinder als auch die Kita-Beschäftigten regelmäßig, unkompliziert und sicher untersucht werden können.

Zur Auswahl standen zum einen regelmäßige Testungen bis zu zwei Mal pro Woche in der Kita bei allen teilnehmenden gesunden Kindern und Beschäftigten. Die andere Methode bestand aus Tests bei Kindern, Beschäftigten und deren jeweiligen Haushaltsangehörigen nur beim Auftreten von Erkältungszeichen in einer Untersuchungsstelle außerhalb der Kita.

Auch bei den regelmäßigen Testungen in den Kitas gab es unterschiedliche Vorgehensweisen: Entweder wurden vor Ort Nasenabstriche durchgeführt oder Mundspülwasserproben eingesammelt, die selbständig zu Hause entnommen und anschließend in die KiTa mitgebracht wurden. Letzteres fand bei den Teilnehmern die größere Akzeptanz.

Die Ergebnisse der Studie wurden Anfang Mai vorgestellt und machen Hoffnung auf eine weitgehende Normalität in den frühkindlichen Bildungseinrichtungen: Demnach ist, wie die Uni Würzburg mitteilt, regelmäßiges Testen von Kindern und Betreuungspersonal eine effektive Möglichkeit, Infektionen schnell zu erkennen und eine Ausbreitung in der Einrichtung einzudämmen.

Kinderbetreuungseinrichtungen und die dort betreuten Kleinkinder spielten in dieser Phase der Pandemie keine wesentliche Rolle in der Verbreitung des Virus. Bei den regelmäßigen Testungen gesunder Kinder sowie ihrer Betreuerinnen und Betreuer sei lediglich eine einzige Infektion mit dem neuen Coronavirus bei einem Kind nachgewiesen worden.

Häufiger als die Kinder hatte sich das Betreuungspersonal mit SARS-CoV-2 infiziert. Das Testen symptomatischer Personen, die sogenannte „Testung auf Wunsch“, erkannte zwar mehr Infektionen pro durchgeführtem Test. Diese Methode sei aber weniger gut dazu geeignet, Infektionsketten in Kitas zu unterbrechen, da der Nachweis zu spät erfolge, um die Weiterverbreitung rechtzeitig aufzuhalten.

Folgestudie startet demnächst

Im Mai 2021 wird als Fortsetzung die Wü-KiTa-CoV 2.0-Studie anlaufen. „Ziel dieser Studie ist es, auch weiterhin die sichere Kita-Betreuung durch regelmäßiges Testen zu gewährleisten, insbesondere da in der dritten Welle nun auch Kinder zunehmend betroffen sind“, sagt der Mikrobiologe und Studienleiter Oliver Kurzai.

Homepage der Studie: https://www.med.uni-wuerzburg.de/wuekitacov/startseite/

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