Spendenaufruf: Hunger und Not in Ecuador

04. Mai 2022

von Benita Schauer
Spendenaufruf: Hunger und Not in Ecuador

Die Pandemie ist vorbei – die humanitäre Lage der armen Bevölkerung ist noch schlechter als je zuvor.

Die Auswirkungen von zwei Jahren Corona – Pandemie in Ecuador sind dramatisch. In 52% aller Haushalte mit Kindern verloren eine oder mehrere Personen ihre Arbeit; 77% der Familien haben ein geringeres Einkommen als zu Beginn der Pandemie; landesweit berichten 54% von ihnen, dass sie regelmäßig nicht wissen, wie sie ihre Kinder ausreichend ernähren sollen.

Seit dem 7. Februar 2022 haben die Bildungseinrichtungen im Hochland endlich wieder geöffnet; erst jetzt wird das ganze Ausmaß der durch zwei Jahre Schulschließung verursachten Katastrophe bewusst: Da gibt es Eltern, die mangels Telefon und Internet über zwei Jahre gar keinen Kontakt zu den Lehrern ihrer Kinder hatten; Viertklässler, die nicht lesen und schreiben können; Kinder, die den Umgang mit Gleichaltrigen vollkommen verlernt haben. Es wird von durchschnittlich drei Jahren akademischem Rückstand der Schüler im staatlichen Schulsystem gesprochen.

Umso wichtiger ist es, dass diese Kinder jetzt wieder regelmäßig und aktiv am Unterricht teilnehmen. Um die Familien zu unterstützen, fördern die Damas Alemanas Schulen durch monatliche Stipendien; liefern aber auch weiter direkt Nahrungsmittel an Familien, die besonders bedürftig sind, wie an die des kleinen Miguel auf dem Bild, damit ihre Kinder nicht hungrig zum Unterricht erscheinen.

Miguel teilt sich mit zwei Geschwistern und den Eltern dieses eine Zimmer - und das eine Bett. Die Wände des Häuschens sind weitgehend kaputt.  Zur Schule geht nur der älteste Bruder, Miguel und seine Schwester bisher nicht, obwohl sie sicherlich schon schulpflichtig sind. Dass Kinder in seinem Alter jünger aussehen, liegt an der Mangelernährung. Die Schulleiterin hat Unterstützung zugesagt, an ihrer Schule lernen 1600 Kinder.

Ein anderer Schwerpunkt der Arbeit war in den letzten Monaten die Versorgung krebskranker Kinder im staatlichen Krankenhaus „Baca Ortiz“;. Wie viele Institutionen des öffentlichen Gesundheitswesens leidet auch diese Klinik an chronischer Unterfinanzierung, so dass die für die Chemotherapie notwendigen Medikamente oft nicht vorhanden sind. Und natürlich gibt es immer wieder Hilfsbitten von Familien in akuter Not: von der Venezolanerin mit drei Kindern, die sich das Handgelenk gebrochen hat und deshalb ihre Arbeit verlor; oder von der Mutter eines zweijährigen Mädchens mit angeborener Darmfehlbildung, das dringend eine Operation benötigt. Hier versuchen die Ehrenamtlichen, schnell, unbürokratisch und individuell zu helfen, damit die Familien ihr normales Leben möglichst bald wieder aufnehmen können.

Damas Alemanas

www.damasalemanas.de

Spendenkonto

Damas Alemanas Ecuador Deutschland e.V.

VR-Bank Dinkelsbühl

Stichwort „Coronahilfe“

BIC: GENODEF1DKV

IBAN: DE18 7659 1000 0008 9163 73

Die Autorin

Benita Schauer lebt seit bald drei Jahren mit ihrer fünfköpfigen Familie in Ecuador. Ihr Alltag in der Hauptstadt Quito ist ein ständiges Pendeln zwischen zwei Welten: Die Familie wohnt in einer wohlhabenden Siedlung, deren Kinder auf gut ausgestattete Privatschulen gehen und in der Pandemie zwei Jahre lang anspruchsvollen Online-Unterricht hatten. Für die kleine Hilfsorganisation der „Damas Alemanas“ ist sie gleichzeitig immer wieder in kleinen Dörfern auf dem Land und in staatlichen Schulen unterwegs, wo die Lebens- und Lernwirklichkeit ganz anders aussieht.
Auf ihrem Blog berichtet sie von Reisen und Kultur, und beschreibt gesellschaftliche Verwerfungen. Die tiefe soziale Spaltung des Landes ist allgegenwärtig.

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