21. Feb 2023
1500 Kilometer Wasserwege, aber kaum Seen. Dann kam der Teufel, Gott sei dank.
Der Teufel hatte sich einst zwei Ochsen genommen und sie vor einen gewaltigen Pflug gespannt. Die Tiere wollten aber nicht so recht nach seinem Willen geradeaus gehen. Erbost warf er die Mütze nach ihnen. Das aber machte sie nur noch störrischer, und sie zerrten die Deichsel einmal hierhin, einmal dorthin. Da hieb der Teufel mit seiner Peitsche auf die Tiere ein, doch diese traten ihn derart, dass er drei Meilen in Richtung Osten flog und in den, dort von Mönchen angelegten, Fischteich fiel. Seit dieser Zeit galt der Teufel als verschwunden und der Teich wurde forthin als Teufelsteich bezeichnet.
Die Ochsen jedoch rannten wild von links nach rechts in Richtung Lübben und zogen dabei den Pflug hinter sich her. Die von ihnen gezogenen Furchen füllten sich dann mit Spreewasser und der Spreewald entstand.
Was wäre der Spreewald ohne sorbische Sagen. Diese wurde in der Gegend um Cottbus erzählt – der Teufelsteich liegt im Teichland in der Nähe des ehemaligen Braunkohlebaus Jänschwalde. Unsere Runde führt uns etwas nordwestlicher in das Biosphärenreservat Spreewald, genauer in das Gebiet zwischen Lübben und Schlepzig.
Auch hier gibt es viele künstlich angelegte Fischteiche, und das hat etwas mit den Ochsen, pardon: der Eiszeit, zu tun. Vor rund 12.000 Jahren teilte sich die Spree in ein weitläufiges feingliedriges Fließgewässernetz auf, es entstand ein großes Binnendelta mit ausgedehnten Feuchtwiesen, dem heutigen Spreewald.
Insgesamt zählt das Bioshärenreservat 1500 Kilometer Wasserwege, aber nur wenige Seen. Zur Fischzucht flache Gewässer anzulegen, war nicht sonderlich kompliziert. Dämme wurden angelegt, unterbrochen von Wehren, die aus der Spree bei Bedarf frisches Wasser nachfließen lassen. Die vor Jahrhunderten so gefluteten Teiche werden größtenteils noch heute bewirtschaftet.
Die auf diese Weise von Menschen geschaffene Landschaft ist heute nicht nur ein Wirtschaftszweig und Anglerparadies, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für viele verschiedene Vogelarten. Es gibt einen Naturlehrpfad mit einigen Informationen, aber vor allem im Rahmen geführter Wander- oder Fahrradtouren lässt sich viel lernen.
Heute ist der Spreewald die Region Deutschlands mit dem höchsten Anteil an Bio-Anbau, auf 70 Prozent aller Landwirtschaftsflächen werden Bio-Erzeugnisse angebaut. Das berühmteste Produkt sind wohl die Spreewälder Gurken. Etwa drei Millionen Touristen besuchen jährlich den Spreewald, sie kommen für Kahnfahrten, Paddeln, Radfahren, und Wandern.
Wem das alles zu wuselig ist, der reise im Winter an. Und wärme sich an der sorbischen Lyrik:
Die Wasser im Spreewald, fließen kreuz und auch quer.
Da geben sich Jungen und Mädchen die Ehr.
Sie singen und tanzen, trinken Kräuterlikör,
wo die Fließe sich treffen – ihre Stimmen ich hör.
Let’s go:
Ausgangspunkt der Runde ist Petkampsberg. Hier gibt es ein Vereinsgelände mit Parkplatz und früher gab es mal eine Gaststätte, die aber aktuell geschlossen ist. Von hier starten wir nach Norden und folgen den Windungen des Plattenweges über kleine Kanäle und einem Fischereigelände zum Südufer des Inselteiches.
Es gibt einen Uferweg ohne Abzweigungen. Also immer schön am Wasser entlang. So landet man nach ca. 4km wieder am Startpunkt der Umrundung. Über den schon bekannten Plattenweg geht es zurück Richtung Parkplatz. Auf der Rückseite des Fischereigeländes geht nach der Überquerung des Kanals ein Trampelpfad nach rechts ab. Wer etwas Abwechslung haben möchte, nimmt diesen Weg und wandert so ein Stück mit der Spree. Der Weg gabelt sich am Vereinsgelände. Hier links abbiegen und dem Weg folgen. Er führt wieder zum Startpunkt zurück.
Von hier aus starten wir die zweite Runde. Also diesmal nach rechts und zum gar nicht so kleinen Sommerteich. Hier verläuft der erste Teil des Weges. Rechter Hand des Weges fließt die Spree. So geht es die ersten ca. zwei Kilometer. Im Süden biegt der Weg nach links und führt so zum Südufer der Teichlandschaft.
Hinter vermutlich einem Pumpenhaus biegt der Weg nach rechts ab und wir laufen mit den Teichen im Rücken auf einen weiteren Teich zu. Kurz vorher biegen wir nach links in den Wald ab.
Nach ca. 450m folgt auf der linken Seite ein breiter Weg. Diesen laufen wir bis zu einem kleinen Hochstand. An der Stelle biegt der Weg nach rechts und wieder am Ende geht es nach links weiter. Diesem Weg folgen wir die nächsten 1,7 km. Er ist einigermaßen befestigt und biegt einmal nach links und dann wenig später nach rechts ab. Also diesen befestigten Weg nicht verlassen.
Am Ende des Weges treffen wir auf die asphaltierte Straße, die uns zum Parkplatz gebracht hat. Nach links nähern wir uns 400m weiter dem Parkplatz und somit dem Ende der zweiten Runde.
Die Tour zum Nachwandern unter www.komoot.de
Geführte Touren: www.naturschutzfonds.de/veranstaltungskalender
www.spreewald-biosphaerenreservat.de
www.spreewald-biosphaerenreservat.de/naturlehrpfad-fischteiche
sielow-cottbus.de/sielow-der-beginn-des-spreewaldes
Norman wandert fast jeden Sonntag um einen See herum. Meistens in Brandenburg, manchmal in Berlin, und sogar in seinen Urlauben findet er immer ein Gewässer, das sich umrunden lässt. Seine Ausflüge dokumentiert er auf seinem Blog und der Wanderplattform Komoot. Wir übernehmen die Wandertipps unserer Region und ergänzen sie mit Wissenswertem, interessanten Details oder kuriosen Geschichten, die wir im Netz finden.
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Vom urbanen trubeligen Kiez bis zum kaum erschlossenen Landstrich, in dessen Wäldern sich wieder Wölfe ansiedeln. Im Rahmen unserer Möglichkeiten möchten wir Kindern und Familien die Vielfalt und Gegensätzlichkeit der Region Berlin-Brandenburg näherbringen.
Um das auch für Familien reiche
kulturelle Angebot der Stadt nutzen zu können, muss man nicht viel Geld
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