27. Sep 2021
Wasser, Wald, Naturbadestellen, Campingplätze – der Möllensee liebt Besucher, die das alles genießen, und die so tun als hätten sie keine Ahnung.
Wikipedia schweigt. Ganz laut.
Die Freunde des Möllensees haben in ihrem Artikel in der Online-Enzyklopädie das Offensichtliche weggelassen. Die geologische Besonderheit der Landschaft bei Grünheide im Landkreis Oder-Spree ist die glaziale Rinne, die sich vom Roten Luch bis zum Dämeritzsee bei Erkner hinzieht. So steht es in einem schon seit vielen Jahren stillgelegten Blog „Woltersdorfer Bunte“. Wie schön, dass es jemanden gibt, der das Archiv weiter zugänglich macht.
„Alle diese Seen“, schreibt
der 2017 verstorbene Blogger Gordon Eggers weiter, „sind durch vertorfte
Talabschnitte getrennt oder durch kurze Kanalstrecken miteinander verbunden.“ Moorig
ist es besonders am Nordufer auch wegen der zahlreichen kleinen Quellen. „Am
bekanntesten ist die Spiegelquelle, die der Forstrat Freiherr von Spiegel 1912
durch eine Mauer einfassen ließ. Leider ist die eisenhaltige Quelle
wahrscheinlich durch den Einfluß des Bergbaus in Rüdersdorf fast versiegt.“
Gordon Eggers wusste auch, dass der „Kiesseegraben“,
wie er bei Wikipedia genannt wird, in Wirklichkeit der Kieskanal ist: „Er wurde
vor dem 1. Weltkrieg ausgebaggert, um einen Abtransport der reichen
Kiesvorkommen zu ermöglichen.
Am Kanalufer liegen noch Reste der im April 1945 gesprengten Kanalbrücke.“
Jeder Text ist eine Botschaft. Wer weiß, vielleicht haben sich die Freunde des Möllensees etwas gedacht bei ihrem schlampig recherchierten Lexikoneintrag. Vielleicht wünschen sie sich Besucher, die einfach nur die schöne Natur genießen.
Also gut.
Lassen wir den Kopf leerlaufen und vergessen.
Guten Tag. Wir sind gekommen, um zu wandern.
Los geht es auf der östlichen Seeseite bei Kagel-Finkenstein in Richtung Häuser. Direkt davor rechts abbiegen und zwischen den Häusern und leider eingezäuntem Ufer dem Weg folgen, der im weiteren Verlauf vom See weg führt. Am Ende nach rechts in Richtung der Siedlung abbiegen, weiter durch die Siedlung in Richtung Nordwesten und am Ende der Straße diesmal nach links abbiegen. Zwischen zwei Grundstücken gibt es die Möglichkeit ans Ufer zu kommen und so auch mal den See direkt in Augenschein zu nehmen.
Zurück auf dem Weg weiter geradeaus bis zum Ende laufen. Hier gibt es einen kleinen Hafen und vor dem Hafen wieder ein kleines Stück nicht eingezäuntes Ufer, und damit wieder eine Gelegenheit direkt am See zu stehen.
Auf dem Hauptweg geht es ein Stück zurück bis zur Kreuzung und dann nach rechts weiter auf der Straße „Am Seeufer“ in Richtung Südosten bis zur Kreuzung. Dort rechts in den Finkensteiner Weg abbiegen.
Es geht ca. 850m durch den Wald, bis dieser sich auf eine große Lichtung bzw. große Wiese öffnet. An dieser Stelle nach links abbiegen. Die nächsten 400m geht es wieder durch den Wald. Der Weg endet vor einem Campingplatz auf einer mäßig befahrenen Straße. Hier nach links abbiegen, der Straße folgen und bei der nächsten Gelegenheit nach rechts auf den Weg namens „Am Kiessee“ abbiegen.
Nach ca. 130m geht ein schmaler „naturbelassener“, also ziemlich dicht bewachsener Trampelpfad ab. Auf diesen Pfad wechseln und ihm folgen. Er führt wenig später etwas oberhalb an das schmale Nordufer des Kiessees.
Rund 250m weiter gabelt sich der Weg. Hier ganz rechts halten. Über einen kurzen steileren Abstieg geht es nach unten direkt an das östliche Ufer des Sees. Der weitere Verlauf hat eine dschungelähnliche Anmutung und führt direkt am See entlang.
Um die südliche Spitze des Sees herum, geht es direkt am Kieskanal weiter. Dieser Kanal verbindet den Kiessee mit dem Möllensee.
Der Weg steigt sanft nach oben an. So wandert man etwas oberhalb des Kanals. Es gibt immer wieder Gabelungen, an denen man auf tiefer gelegene Wege wechseln kann.
Im weiteren Verlauf kommt die Kieskanalbrücke in den Blick. Hier auch weiter geradeaus am Kanal weiterlaufen. Vor dem Möllensee knickt der Weg nach links ab und man steht vor einer kleinen Tür, die auf einen Campingplatz führt. Durch diese Tür durch und bei der nächsten Gelegenheit über einen wieder etwas steileren Weg auf den schmalen Weg direkt am Ufer abbiegen.
So geht es unterhalb des Platzes ca. 400m weiter. Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten.
Quick and dirty sind wir an der letzten Badestelle weiter geradeaus auf einem dicht bewachsenen und eher schwer erkennbaren Pfad gelaufen, der über einen kurzen morastigen Teil und später an Grundmauern einer früheren Bebauung vorbeiführt. Im weiteren Verlauf geht es dafür wieder direkt am Wasser entlang.
Die saubere Möglichkeit führt an der Badestelle zurück nach oben und über den Campingplatz. Immer weiter geradeaus, dann im Bogen und zurück zum See wandert man dann am Südufer des Möllensees und im Anschluss am Löcknitzkanal auf eine Brücke zu. Eine kurze Treppe führt nach oben. Nach rechts geht es weiter. In Verlängerung des Kanals sieht man den Peetzsee.
Auf der Altbuchholzer Straße geht es ca. 450m in Richtung Nordwesten bis zur nächsten Straße die nach rechts führt. Das ist die Burgwallstraße. An deren Ende geht es wieder in den Wald.
Nach ca. 200m gibt es wieder die Möglichkeit über einen abwärts führenden Pfad auf den tiefergelegenen Weg zu wechseln, der näher am Ufer entlangführt. Man kann aber auch auf dem Hauptweg bleiben, der dann aber oberhalb und in größerer Entfernung zum See bleibt.
Beide Wege führen im weiteren Verlauf über einen weiteren Campingplatz. Unser gewählter Weg geht über eine Badestelle. Hier ist es einfacher, den Weg nach oben Richtung Platz zu wählen und sich bei nächster Gelegenheit rechts zu halten, als unsere abermals „quick and dirty“-Variante zu nehmen, die wieder über einen Trampelpfad direkt am Ufer weitergeht, bis auch dieser endet und man nach oben auf den Weg aufsteigt, den man auch in der „sauberen“ Variante erreicht. An dieser Stelle ist man ziemlich genau gegenüber des Kieskanals, was an der Überlandleitung der Stromtrasse erkennbar ist.
Auf dem letzten Abschnitt der Wanderung geht es nun am Ostufer des Möllensees weiter nach Norden. Im ersten Teil oberhalb des Sees, im späteren Verlauf in etwa auf Seehöhe, und zwischendurch passiert man die Spiegelquelle, die aber trocken zu liegen scheint. Hier gibt es dann wieder ein paar Möglichkeiten direkt ans Ufer zu treten.
Zum Ende den Abstecher auf den Bootssteg nicht vergessen, der auch nochmal einen schönen Blick auf und über den See eröffnet.
Die Tour zum Nachwandern unter www.komoot.de
Norman wandert fast jeden Sonntag um einen See herum. Meistens in Brandenburg, manchmal in Berlin, und sogar in seinen Urlauben findet er immer ein Gewässer, das sich umrunden lässt. Seine Ausflüge dokumentiert er auf seinem Blog und der Wanderplattform Komoot. Wir übernehmen die Wandertipps unserer Region und ergänzen sie mit Wissenswertem, interessanten Details oder kuriosen Geschichten, die wir im Netz finden.
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