28. Nov 2022
Ostseeflair im Binnenland: der salzhaltige Boden macht die Gegend zu einer ökologischen Besonderheit.
Der Netzener See hat alles was ein Brandenburger See an Attraktionen bieten kann: einen Rundweg, Kiefern- und Erlenbruchwälder, Gastronomie und Gästebetten, schöne Badestellen. Er ist über die A2 gut zu erreichen, durch die direkte Nähe zur Autobahn ist aber ein Grundrauschen durch den Verkehr ein ständiger Begleiter.
Eine Besonderheit des Gebietes ist eine Binnensalzstelle. Diese Biotope gehören europaweit zu den seltensten Lebensräumen und sind daher Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000. Botanisch Versierte erkennen die besonderen Lebensräume an den Pflanzen, die sonst eher an der Ostseeküste zuhause sind. Wer das Wasser kostet, wird feststellen, dass es salzig schmeckt. Manchmal bilden sich auch Salzkristalle am Boden.
Binnensalzstellen sind dort entstanden, wo an einem Ort zwei geologische Phänomene auftreten, die zeitlich über 250 Millionen Jahre auseinanderliegen. Vor rund 255 Millionen Jahren gab es noch den Superkontinent Pangäa. Große Teile des heutigen Europas wurden damals vom flachen Zechsteinmeer bedeckt. An dessen Grund sammelten sich mächtige Schichten salziger Ablagerungen, die in Jahrmillionen von Hunderten Metern Sedimentschichten bedeckt wurden.
An manchen Stellen entstanden durch Druck oder Kontinentalbewegungen Aufwölbungen, also Salzstöcke oder Salzhüte. Die letzte Eiszeit hat die Erdschicht von oben verformt und teilweise tiefe Furchen geschaffen. Die Tonschicht, die normalerweise salzwasserhaltige Schichten von den süßwasserhaltigen Schichten trennt, hatte nun Lücken. Wo sie über die Jahrtausende Bestand hatten, sind Binnensalzstellen entstanden.
Wir staunen – und wandern los:
Start der Runde ist an der Dorfkirche von Nahmitz. In Richtung der Einbahnstraße an der Kirche vorbei geht es in Richtung Dorfstraße und auf der Dorfstraße nach Nordwesten. An der nächsten Kreuzung nach rechts und unter der Autobahn hindurch. Nach der Unterführung links abbiegen.
Im weiteren Verlauf gibt es Wegweiser. Hier einfach immer dem Richtungszeiger folgen. So geht es zunächst mit allerlei Richtungswechseln durch den Wald zur Ortschaft „Am See“. Hier gibt es einen kleinen Strand und im weiteren Verlauf das Seehotel. Ab hier geht es direkt am Ufer des Sees auf schmalen Pfaden nach Osten.
Wir umlaufen eine Art kleines Hafenbecken und laufen dann parallel zum Emsterkanal bis zur Brücke. Über die Brücke und dann nach rechts geht es zum nordöstlichen Seeufer. Auf dem Weg dorthin streifen wir den Strengsee.
Vorbei an Salzwiesen wandern wir weiter nach Trechwitz. Hier unbedingt den kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt über den See machen.
Zurück auf der Straße nach der Brücke bei der nächsten oder übernächsten Gelegenheit rechts abbiegen und bei der nächsten Möglichkeit wieder nach links. Zwischen Grundstücken geht es nach Südwesten. Wir sind auf der anderen Seeseite angekommen, die gelegentlich hinter den Grundstücken in Sicht kommt. Hier gibt eine Badestelle, wo man an das Ufer kommt.
Nach der Badestelle und zurück auf dem Hauptweg biegt die Straße nach links ab und endet an der Hauptstraße. Hier nach rechts abbiegen. Neben der am Wochenende wenig befahrenen Straße geht es wieder vorbei an Grundstücken mit dem See dahinter. Die restlichen 2,4km sind also nicht mehr ganz so sehenswert. An einer Löschwasserentnahmestelle gelangt man nochmal an das Ufer. Sonst unterqueren wir im weiteren Verlauf wieder die Autobahn, biegen am Ende der Straße mit der Autobahn im Rücken nach rechts ab und haben wieder einen Bürgersteig unter den Füßen. Ab der Brücke über den Strenggraben legen wir die letzten Meter bis zur Kirche und damit zum Ende der Runde zurück.
Die Tour zum Nachwandern unter www.komoot.de
www.niederlausitzer-landruecken-naturpark.de/binnensalzstellen
—» Hier die Broschüre „Das Salz in der Suppe“ downloaden!
Norman wandert fast jeden Sonntag um einen See herum. Meistens in Brandenburg, manchmal in Berlin, und sogar in seinen Urlauben findet er immer ein Gewässer, das sich umrunden lässt. Seine Ausflüge dokumentiert er auf seinem Blog und der Wanderplattform Komoot. Wir übernehmen die Wandertipps unserer Region und ergänzen sie mit Wissenswertem, interessanten Details oder kuriosen Geschichten, die wir im Netz finden.
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