Seewanderung: Peetschsee

16. Mai 2022

Norman Heise
Seewanderung: Peetschsee

Idylle pur: In der Gegend um Fürstenberg an der Havel machen urige Wälder und klare Seen sich gegenseitig Konkurrenz.

Der Peetschsee ist einer von neun Seen im Naturschutzgebiet Stechlin. Die Besonderheit der Gewässer ist ihre Nährstoffarmut. Das Wasser ist somit sehr klar und hat Trinkwasserqualität. Das Naturschutzgebiet ist Teil des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. Wer hier unterwegs ist, wandert zwischen einer Vielzahl unterschiedlicher Seen in einem großen zusammenhängenden Waldgebiet aus Buchen und Eichen. Hier sind einige seltene Tier- und Pflanzenarten beheimatet, die so schöne Namen haben wie Affenkopfpilz, Armleuchteralge oder Teufelskralle.

Der benachbarte Große Stechlinsee ist aus einem Toteisblock am Ende der Eiszeit vor 15.000 Jahren entstanden. Für den Peetschsee könnte das auch zutreffen, seine Lage in einer Senke legt das nahe. Leider war Näheres zur Geologie des Sees in der uns zur Verfügung stehenden Zeit nicht zu finden.

Ohne die Seen und Flüsse wäre das Gebiet nahe der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern wohl wirtschaftlich bedeutungslos. Wahrscheinlich würden sich heute ohne die vielfältigen Gewässer nur wenige Touristen hierher verirren, historisch gesehen hat aber der Wald die Nase vorn. Klares Wasser ist zwar „schön sauber“, aber viele Fische können sich hier nicht ernähren. Fischer haben sich woanders angesiedelt.

Orden wurden hier seinerzeit auch nicht für den Schleusenbau vergeben, sondern für die Verdienste um den Wald. Eine Würdigung für Verdienste im Waldbau, insbesondere bei der Pflanzung neuer Kulturen bzw. Baumarten erhielt Forstmeister (1906 - 1911) und später Landforstmeister (ab 1911) Achim von Arenstorff in Form eines Gedenksteins. Wir passieren ihn auf unserer Runde gleich zwei mal, zu Beginn und am Schluss.

Wir beginnen: am Anfang.

Ein Waldweg führt leicht bergab zum See und unten beim Gedenkstein hat man einen der ersten weiten Blicke auf den stark gebogenen See.

Wir nehmen den See zur linken Schulter und wandern nach Süden. Der Weg führt die meiste Zeit etwas oberhalb und in ein paar Metern Abstand zum Ufer. Es gibt nur wenige und teils sehr versteckte Stellen mit Zugang zum Ufer. Diese sind dann sehr schmale Mini-Badebuchten.

Die ersten 2,6 km folgt man dem Weg erst am West- und nach dem Knick in der kurzen Seite des Bogens am Nordufer. Am westlichen Ende des Sees links abbiegen und dem Weg folgen. Er gabelt sich an einem Wegweiser des Laufparks Stechlin. Wir folgen nicht dem Pfeil, sondern biegen links ab und erreichen einen asphaltierten Weg.

Nachdem der asphaltierte Weg endet, kommt eine weitere Weggabelung. Hier biegen wir wieder nach links ab und es geht in Richtung der südwestlichen Spitze des Sees. Bei der nächsten Kreuzung wieder schräg links halten, nicht komplett links abbiegen. Dort ist auch ein relativ breiter Weg, der nicht in der Karte ist. Diesen Weg meiden wir.

Das Wasser kommt nun langsam wieder in den Blick und auch hier haben wir den Eindruck, wie beim ersten Teil des Weges durch einen großen Tunnel zu laufen. Seeseitig ist das Ufer sehr dicht zugewachsen und auch auf der anderen Seite des Weges und nach oben ist der Bewuchs sehr dicht.

Der Weg knickt im weiteren Verlauf stark und U-förmig nach rechts ab und man läuft leicht in die entgegengesetzte Richtung wie eben noch. Augenscheinlich gilt es ein Feuchtgebiet zu umrunden.

An der folgenden Kreuzung gibt es auch wieder mehr Wege als in der Karte. Weiter geht es auf dem ganz linken Weg, also wieder eine fast U-förmige Abbiegung.

Nach rund 700 m sind wir zurück am See und dessen Südufer. Es gibt auf dem Weg nach Norden immer wieder kleine Zugänge zum See. An manchen laden auch Bänke zum Verweilen ein.

An einer dieser Gelegenheiten sieht man rechter Hand oberhalb eine Schutzhütte. Hier ist man beim Augustablick gelandet. Von oben gibt es einen tollen Blick über den See. Der "Augustablick" wurde nach der Großherzogin Augusta Caroline benannt, die diesen bei Spazierfahrten entdeckte und zu ihrem Lieblingsplatz erkor. Seine Namensgebung fand 1893 aus Anlass ihrer Goldenen Hochzeit statt; Prinzessin Augusta Caroline von Großbritannien, Irland und Hannover war verheiratet mit dem Großherzog Friedrich Wilhelm.

Am Ufer entlang geht es weiter bis zur nördlichen Spitze des Sees. An den Gabelungen immer links haltend, umrunden wir dieses Seeende und gelangen so wieder auf die Westseite, auf der wir nach wenigen Metern wieder den Gedenkstein vom Einstieg der Tour zu Gesicht bekommen. An dieser Stelle geht es nach rechts und bergauf den Weg zurück, den wir zu Beginn genommen haben und erreichen so den Ausgangspunkt und damit das Ende der Runde.

Die Tour zum Nachwandern unter https://www.komoot.de/tour/770929625?ref=wta

Peetschsee

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Norman wandert fast jeden Sonntag um einen See herum. Meistens in Brandenburg, manchmal in Berlin, und sogar in seinen Urlauben findet er immer ein Gewässer, das sich umrunden lässt. Seine Ausflüge dokumentiert er auf seinem Blog und der Wanderplattform Komoot. Wir übernehmen die Wandertipps unserer Region und ergänzen sie mit Wissenswertem, interessanten Details oder kuriosen Geschichten, die wir im Netz finden.

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