Seewanderung: Peetzsee

09. Nov 2021

Norman Heise
Seewanderung: Peetzsee

Der See, der Wald, die Dichter – und Elon Musk. Die Gegend um Grünheide ist und war Anziehungspunkt für Avantgardisten.

Wer wandern geht, hat auch immer eine Handbreit Geschichte unterm Schuh. Die Brandenburger Landschaft entstand während der Weichseleiszeit vor etwa 15.000 Jahren. Aus Schmelzwasserrinnen entstanden Seenketten. Die Nähe zur Großstadt Berlin, idealerweise auch der Bau einer Bahnstrecke, ließ die Seen im Umland der Großstadt zu Anziehungspunkten der wirtschaftlichen und kulturellen Eliten der Reichshauptstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts werden. Die weitere Infrastruktur, Autobahnen und Flughafen, lassen brandenburgische Landstriche auch heutzutage prosperieren.

Grünheide ist dafür ein anschauliches Beispiel.

Das Städtchen liegt am Peetzsee, das Gewässer ist Teil der „Grünheider Seenkette“. Der Weg um den See herum trägt den Namen „Georg Kaiser Rundwanderweg“ nach dem Autoren des Deutschen Theaters in Berlin in der Weimarer Zeit. Wo wichtige Kulturschaffende sich niederließen, waren andere nicht weit: Lotte Lenya, die erste Jenny der Dreigroschenoper, lernte hier Kurt Weill kennen. Auch dem Verleger Ernst Rowohlt gefiel es hier. Der längst emigrierte Wolf Biermann durfte hier unter den strengen Augen der Stasi den erkrankten Chemiker Robert Havemann besuchen.

Es geht voran, immernoch. Aktuell macht der reichste Mensch der Welt mit dem Bau einer Autofabrik Geschichte am Peetzsee. Ob Elon Musk jemals literarisch tätig war, ist unbekannt.

Eliten lieben jede Art von Filet, auch Wassergrundstücke. Der Peetzsee ist daher heute mehr oder weniger ein Stadtsee. Große Teile des Ufers sind bebaut und somit nicht zugänglich. Es gibt ein paar wenige Stellen, an denen man direkt an das Ufer kann. Hier hat man aber auch nur eingeschränkte Sicht, da das Ufer an diesen Stellen bewachsen ist.

Gute Sicht über den See gibt es zum Anfang der Runde, an der Badestelle und etwas versteckt am Ende des Campingplatzes.

Start ist in der Straße namens Waldeck. Hier gibt es ein paar Parkplätze mit maximaler Parkdauer von zwei Stunden. Direkt vom Parkplatz geht es in den Wald, denn die Straße selbst ist eine Sackgasse. Es geht ein kurzes Stück durch den Wald. Am Ende des Weges nach rechts geht es Richtung Wasser. Es gibt ein paar kleine Stege. An ihnen entlang geht es am Wasser bis zum nächsten Grundstück. Hier geht es ein kleines Stück bergauf, um wieder auf den Hauptweg zu gelangen.

Der Straße folgend geht es bis zur Hauptstraße. Zwischendurch gibt es immer wieder Stichstraßen zum See. Bei einer Straße kommt man auch zum Ufer.

Nach ein paar Metern neben der Hauptstraße geht ein schmaler Weg durch ein kleines Waldstück. Anschließend läuft man wieder an der Straße entlang der Häuser. Auch hier wieder eine Möglichkeit an einer Stichstraße zum Ufer zu kommen.

Am Ende der Straße nach rechts geht es an das nordöstliche Ende des Sees. Auch hier gibt es nur an der Bootsanlegestelle die Möglichkeit den See zu sehen.

Nach derBrücke über die Löcknitz, die den Möllensee mit dem Peetzsee verbindet und diewir schon von einer zurückliegenden Wanderung kennen, geht es bei nächster Gelegenheit nach rechts in den Feldweg. Wir biegen gleich wieder nach rechts in die Luisenstraße, in der Hoffnung einen Blick auf den See zu erhaschen, aber die Möglichkeit bleibt aus. Die Luisenstraße führt im weiteren Verlauf wieder auf den Feldweg bzw. die Straße „Am Reiherhorst“.

Hier geht es am Campingplatz entlang und die Badestelle kommt in Sicht. Hier gibt es die zweite etwas breitere Stelle mit Ausblick über den See.

Zurück auf der Straße kommen irgendwann größere Häuser auf der rechten Seite. Hier führt nochmal ein schmaler Weg vor dem Zaun des Grundstücks in Richtung See. Es ist laut Schild eine weitere kleinere Badestelle.

Wieder zurück auf der Straße geht es durch den Ort. Nach einer weiteren Brücke über die Löcknitz, diesmal als Verbindung zum Werlsee, gibt es am Bürgerpark nochmal den Blick vom Westufer auf den See.

Zurück auf der Straße an der nächsten Ampelkreuzung nach rechts und die nächste Straße wieder nach rechts landen wir in der Ausgangsstraße und damit am Ausgangspunkt.

Die Tour zum Nachwandern unter www.komoot.de

Alle Seewanderungen

Norman wandert fast jeden Sonntag um einen See herum. Meistens in Brandenburg, manchmal in Berlin, und sogar in seinen Urlauben findet er immer ein Gewässer, das sich umrunden lässt. Seine Ausflüge dokumentiert er auf seinem Blog und der Wanderplattform Komoot. Wir übernehmen die Wandertipps unserer Region und ergänzen sie mit Wissenswertem, interessanten Details oder kuriosen Geschichten, die wir im Netz finden.

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