30. Jan 2023
Eiszeitliche Rinnenseen auf Hochflächen sind die ersten Opfer des Klimawandels. Auch der Pinnower See schrumpft wegen sinkender Grundwasserstände dramatisch.
Schlaubetal – die Gegend ist ein Paradies für Mensch und Tier. Wälder, Seen, Ruhe und sonst nicht viel. Der Pinnower See rund 15 km westlich der Kleinstadt Guben im Landkreis Spree-Neiße hat alles was die Seele zum Auftanken braucht: einen prächtigen Wald drumherum, Campingplätze, Gastronomie, einen Bootsverleih, einen Rundweg und schöne Badestrände.
Der sandige Ufer erfreut die Sommergäste, die feinen Sedimente der eiszeitlichen Gletscherwasserrinne aus der letzten Eiszeit sind jedoch gleichzeitig das größte Problem des Gewässers. Die beginnende Heißzeit lässt die Grundwasserpegel sinken, und weil der Untergrund des Sees so durchlässig ist, fließt das Wasser des Sees einfach nach.
So sieht es zumindest eine Expertengruppe des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Brandenburg. Demnach sinken „die Grundwasserstände im Umfeld des Pinnower Sees, wie in vielen Hochflächenbereichen Brandenburgs, bereits seit den 1980er Jahren“. Die Hauptursache hierfür sehen die Fachleute in klimatischen Effekten. Vermutet wird zudem, dass alte Kiefernbestände wegen ihres ganzjährigen Wasserbedarfs zu einer Reduzierung des Grundwassers führen.
Dem 8 Kilometer entfernten Tagebau Jänschwalde wird dagegen nur geringe Bedeutung zugemessen. Deswegen wird dem See als Ausgleich zwar künstlich Grundwasser zugeführt, aber eben auch nur ein wenig. Nicht genug für Bürger und Umweltverbände, doch die Behörde bleibt hart: Um den Wasserspiegel steigen zu lassen, sei mindestens eine Verdreifachung der Einleitmenge notwendig, was ein ca. 40 km² großes Grundwassereinzugsgebiet erfordere, „was im Umfeld des Pinnower Sees nicht gegeben und aufgrund der hydrogeologischen Situation und der aktuellen klimatischen Entwicklungen nicht zielführend ist.“
Wer heute am Pinnower See spazieren geht, sieht ein dreigeteiltes Gewässer. Die drei Kessel des Sees werden erkennbar, weil deren Ränder im See verlandet sind. An den Ufern stehen Stege trocken – ins Wasser springen kann man von hier aus nicht mehr.
Winterwanderer staunen über den etwas bizarren Anblick. Der nächste heiße Sommer ist noch weit weg.
Wir starten unsere Runde am Campingplatz an der Seestraße. Es gibt einen großen Parkplatz. Zwischen Campingplatz und Ufer laufen wir auf der Straße „Am Campingplatz“ nach Westen. An den See kommt man nicht, weil alle Grundstücke mit Seezugang entweder eingezäunt oder mit „Betreten verboten“-Schildern versehen sind. Vorbei an der Tauchbasis und einer weiteren Siedlung mit vielen kleinen Bungalows erreichen wir den ersten Wegweiser. Dieser zeigt uns die Richtung für den weiteren Rundweg und gibt als Hinweis, dem grünen Kreis auf weißen viereckigen Hintergrund zu folgen. So geht es wieder vorbei an vielen kleinen Grundstücken zum westlichen Ende des Sees. Hier geht es in einem großen Bogen vom Südufer zum Nordufer. Also an den folgenden beiden Weggabelungen immer rechts halten.
Am Nordufer gibt es auch viele kleine Bungalows, aber diese stehen oberhalb des Ufers.
Wer sich an den Weggabelungen immer rechts hält und die Wegweiser bzw. dem kleinen Hinweis mit dem grünen Kreis auf weißem Viereck folgt, erreicht auch wieder den Campingplatz bzw. den Spielplatz des Campingplatzes. Hier dann links abbiegen und mit dem See im Rücken erreicht man wieder die Straße „Am Campingplatz“. Hier dann wieder nach links und so zurück zum Parkplatz.
Der Pinnower See zum Nachwandern unter www.komoot.de
lbgr.brandenburg.de/pinnower-see-grundwasserstand
Norman wandert fast jeden Sonntag um einen See herum. Meistens in Brandenburg, manchmal in Berlin, und sogar in seinen Urlauben findet er immer ein Gewässer, das sich umrunden lässt. Seine Ausflüge dokumentiert er auf seinem Blog und der Wanderplattform Komoot. Wir übernehmen die Wandertipps unserer Region und ergänzen sie mit Wissenswertem, interessanten Details oder kuriosen Geschichten, die wir im Netz finden.
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