Seewanderung: Rangsdorfer See

05. Feb 2024

Norman Heise
Seewanderung: Rangsdorfer See

Rangsdorf liegt dicht an der Berliner Stadtgrenze, an der A 10 und an der B 96 sowie an der Regionalbahnstrecke RE 3. Die Zeiten von „Seebad, „Lido“ und „Klein-Venedig“ verblassen jedoch allmählich.

Der Rangsdorfer See liegt nur zehn Kilometer vom Berliner Ortsteil Lichtenrade (Tempelhof-Schöneberg) entfernt. An seinem Ufer liegen die Orte Rangsdorf und Jühnsdorf (Gemeinde Blankenfelde-Mahlow). Der See hat eine Fläche von 272 ha und ist durchschnittlich nur 1,5 Meter tief, es gibt deutliche Verlandungstendenzen. Ein Bürgerverein setzt sich für die Sanierung und den Erhalt des Gewässers ein. Die Wasserqualität gilt als schlecht.

Der westliche Teil des Sees gehört zum 670 ha großen Naturschutzgebiet Rangsdorfer See und zum Europäischen Vogelschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung. Er liegt aber zur Gänze im Landschaftsschutzgebiet Notte-Niederung. Im Herbst und im Frühjahr ist der See Rastplatz für rund 40000 Zugvögel, vor allem Wildgänse und Kraniche.

Entlang der Ufer des Sees verläuft ein Wanderweg, an dem sich immer wieder lauschige Plätze finden, die zum Verweilen und zur Vogelbeobachtung einladen. Der Weg streift „Klein Venedig“. Die Wassergrundstücke entstanden in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts als ein findiger Geschäftsmann künstliche Wasserstraßen und Wege anlegen ließ.

1928 wurde die Gemeinde Rangsdorf Eigentümer des Sees. In Diesem Jahr begann die sprunghafte Entwicklung des Ortes, das Land wurde parzelliert und es entstanden neue Siedlungen.

Der erste Vorläufer des Seehotels, das Strand-Kasino wurde 1930 eröffnet. Damals kamen die Berliner in Scharen zum See, 1932 zählte das Strandbad bis zu 15.000 Gäste an Sonntagen. Im Winter wurde der Rangsdorfer See zunehmend zu einem Paradies für Schlittschuhläufer und die Berliner Eissegler. 1934 wurde das Strand-Kasino um einen Hoteltrakt und Wirtschaftsbauten erweitert und nannte sich fortan Seebad-Casino.

Bis 1928 entstanden am Strand weitere Gebäude. Im See wurde eine Rutsche gebaut, die sich regen Zuspruches erfreute. Das Bad nannte man nunmehr „Seebad“. Das Strand-Casino war eine Glashalle, die 1896 zur Gewerbeausstellung in Berlin-Treptow errichtet worden war und danach als Bierhalle in Berlin diente. Sie wurde für 3.000 Mark von der Gemeinde Rangsdorf gekauft, 1929 am Rangsdorfer See neben dem Freibad wieder aufgebaut und 1930 eröffnet.

Die mondänen Zeiten sind Geschichte. Heute, 100 Jahre später, ist der Rangsdorfer See ein Sorgenkind. Er verlandet zunehmend und wird immer flacher. In kalten Wintern ist ein komplettes Zufrieren möglich, was, wie im Jahr 2010, zu massenhaftem Fischsterben führen kann. Algen vermehren sich derart, dass Baden unangenehm sein kann. Ob diese Entwicklung gestoppt werden kann, ist fraglich.

Wir starten dort, wo der Glanz vergangener Zeiten noch deutlich sichtbar ist. Unsere Runde beginnen wir am südlichen Ende der Seepromenade in Richtung Norden. Vorbei an Häusern und Kanälen, wo der See sichtbar ist, erreichen wir einen Fußball-Platz und biegen hier nach links vom Hauptweg ab. Unsere Wegweiser sind ein roter Kreis auf weißem Quadrat und ein Wegweiser mit der Aufschrift „Baruther Linie“ der weiß, rot, weiß gestreift ist.

Unterhalb des Seehotels folgen wir dem Weg, der auch über das Strandbad führt. An der folgenden Kreuzung nach links abbiegen. Auf diesem Weg, der noch in der Nähe des Ufers entlangführt, erreichen wir die Autobahn. Vor der Unterführung wenden wir uns nach links und überqueren die kleine Brücke über den Zülowkanal.

Parallel zur Autobahn folgen wir dem Weg bis zur nächsten Kreuzung und biegen wieder links ab. An der folgenden Gabelung ebenfalls links halten. Hier geht es wieder etwas oberhalb des Sees nach Süden.

Wir landen wieder auf dem Hauptweg und folgen ihm bis vor den Zaun des „Humus- und Erdenwerks“. Hier beginnt es etwas zu müffeln und überall liegt Müll herum. Vor dem Zaun können wir nur nach rechts gehen und folgen dem Weg, der am Zaun des Werks nach Nordwesten führt.

An der folgenden Straße nach links in Richtung Jühnsdorf laufen. An der Hauptstraße in Jühnsdorf angekommen nach links und bis zum Ortsausgangwandern. Durch das Dorf führt ein Bürgersteig. Ab Ortsausgang müssen wir auf der Straße gehen.

Der Straße folgen wir ca. 1,9km. Dann biegt vor einer Rechtskurve ein breiter befestigter Weg nach links in das Naturschutzgebiet ab.

Vorbei an Feuchtwiesen folgen wir dem Weg ca. 2,2km bis zu einer größeren Kreuzung. Wir biegen nach links ab.

Nach weiteren ca. 1,4km folgt eine weitere Kreuzung. Auch hier wieder nach links.

Nach ca. 820m knickt der Weg nach rechts ab und wir folgen bis zur nächsten Kreuzung und biegen links ab.

Jetzt laufen wir parallel zu einem Wassergraben bis vor eine Brücke. Vor der Brücke nach links abbiegen und einem weiteren Kanal folgen.

Dieser Weg endet an einer Brücke. Diesmal überqueren wir die Brücke. Auf der anderen Seite führen drei Wege weiter. Wir folgen dem mittleren, der halblinks nach Norden führt.

Vor der folgenden Schranke und einem zerfallenen Gebäude auf der linken Seite biegen wir nach links ab.

Wir erreichen jetzt noch einmal das Ufer und haben Sicht auf den See. Auf den Weg erreichen wir wenig später wieder die Seepromenade und damit das Ende der Runde.

Die Tour zum Nachwandern unter www.komoot.de

Quellen / Leseempfehlungen

de.wikipedia.org/wiki/Rangsdorfer_See

rettung-des-rangsdorfer-sees.de

www.see-hotel-berlin.de/hotel/geschichte

Rangsdorfer See

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Norman wandert fast jeden Sonntag um einen See herum. Meistens in Brandenburg, manchmal in Berlin, und sogar in seinen Urlauben findet er immer ein Gewässer, das sich umrunden lässt. Seine Ausflüge dokumentiert er auf seinem Blog und der Wanderplattform Komoot. Wir übernehmen die Wandertipps unserer Region und ergänzen sie mit Wissenswertem, interessanten Details oder kuriosen Geschichten, die wir im Netz finden.

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