04. Apr 2022
Wald und Wiese: Eine Wanderung durch den Gamengrund und quer über die zweitgrößte Streuobstwiese Brandenburgs.
Hier hat die Eiszeit ganze Arbeit geleistet: Eisberge und Schmelzwasserströme haben ein hügeliges, von Seen durchzogenes Gebiet geschaffen. Der Gamengrund ist aus einem Tunneltal hervorgegangen, in dem Schmelzwasser aus dem darüber liegenden Eispanzer sich einen Weg unter dem Eis bahnte. Mit dem Zusammenbruch des Eispanzers sammelten sich in der Rinne Toteisblöcke und schufen Senken, in denen sich die heutigen Seen bildeten. 14 sind es insgesamt, die meisten langgestreckt und schmal.
Die bemerkenswerten Einkerbungen haben eine landwirtschaftliche Nutzung des Gamengrundes nicht zugelassen. So sind heute mehr als 90 Prozent des Tals mit prächtigen Laubmischwäldern bedeckt, die bis unmittelbar an die Ufer heranreichen und sich in den Rinnenseen spiegeln. Wertvolle einheimische Holzarten (Eichen, Buchen, Lärchen und Kiefern) stehen teils sehr urwüchsig beisammen. Ein Teil der Stieleichen hat einen Stammumfang von 3 bis 3,50 Metern und wird auf 250 Jahre geschätzt. Aber auch Kiefern weisen Stammumfänge von 2 bis 2,50 und Höhen von 20 Metern vor, ihr Alter wird auf 140 Jahre geschätzt.
Wer zur Obstbaumblüte hier unterwegs ist, erlebt das Highlight zu Beginn (und zum Ende) unserer Tour von seiner besten Seite: Hier bei Leuenberg befindet sich die zweitgrößte Streuobstwiese Brandenburgs –und angeblich die schönste. Hier stehen Hunderte Bäume, die alte Apfelsorten tragen. Aber auch Pflaumen, Kirschen und Birnen werden geerntet.
Die Wiese wird von einem Bioland-Hof bewirtschaftet und gemeinsam mit dem Verein Naturwacht Gamengrund seit rund 20 Jahren beständig ausgebaut. Der Streuobst- und Naturlehrpfadinformiert anschaulich über das Kleinbiotop.
Los geht’s.
Wir starten vom Parkplatz zurück zur Straße und auf dem Fußweg ein kurzes Stück zurück in die Richtung, aus der wir mit dem Auto gekommen sind. Der Fußweg endet und halbrechts beginnt ein Pfad. Diesem Pfad immer geradeaus folgen. Er führt zwischen den Obstbäumen direkt auf den Röthsee zu. Hier halten wir uns wieder halbrechts und passieren so die Ostseite des Sees. Der Weg knickt nach links ab und führt um das Nordufer. Am Ende des Weges rechts abbiegen.
Im Folgenden geht es über eine Wiese. Am Ende dieses Weges bei der Schutzhütte nach rechts abbiegen und auf die Straße zulaufen. An der Straße nach links abbiegen und bei der nächsten Gelegenheit nach rechts. Man kann nichts verpassen. Es gibt viele Wegweiser, weil hier drei Wanderwege zusammentreffen: der Heidewanderweg (blauer Strich), der 66-Seen-Wanderweg (blauer Punkt) und der Höhenlandweg (gelber Punkt). Wir folgen einfach immer dem 66-Seen-Wanderweg.
Ein paar Schritte später erreicht man den Langen See. An der Weggabelung links halten. Wie bei allen vier Seen ist der Wasserstand sehr niedrig. Es wirkt es wie eine Aneinanderreihung mehrerer Teiche.
Auf den Langen See folgt der Dümpel. Danach geht es durch den Wald und über eine Straße. Zwischen Wiesen oder Feldern geht es auf den Buchsee zu. Am Ende des Sees biegt ein Weg nach rechts ab. Diesem Weg folgen. Er führt zu einer kleinen Landzunge, die in den See ragt. Den Weg 20-30m zurückgehen und nach einem Trampelpfad suchen, der nach rechts und auf die Böschung zuführt. Die Böschung hinauf findet man den Weg, der nicht in der Karte verzeichnet ist, aber oberhalb am südlichen Ufers des Buchsees entlang führt.
Im weiteren Verlauf führt der Weg ein Stück über Wiese bzw. Feld und man landet auf dem Weg, den man vom Hinweg zum Buchsee kennt. Es geht wieder zurück zur Straße, über die Straße und zurück in den Wald. Ca. 270m nach der Straße biegt etwas unscheinbar ein Pfad nach links ab. Er führt uns auf die anderen Uferseiten des Dümpels und Langen Sees auch etwas oberhalb durch ein schönes Waldstück. Der Weg ist anfänglich auch nicht auf der Karte.
Auf dem Weg erreichen wir auch wieder die Straße, die wir vom Hinweg kennen. Diesmal nach links und bei nächster Gelegenheit nach rechts und an der Schutzhütte wieder nach links. So geht es wieder über die Wiese auf den Röthsee zu. Immer geradeaus geht es um das Westufer. Zwischen den Obstbäumen geht es zurück Richtung Leuenberg, zum Parkplatz und zum Ende der Runde.
Die Tour zum Nachwandern unter www.komoot.de
Norman wandert fast jeden Sonntag um einen See herum. Meistens in Brandenburg, manchmal in Berlin, und sogar in seinen Urlauben findet er immer ein Gewässer, das sich umrunden lässt. Seine Ausflüge dokumentiert er auf seinem Blog und der Wanderplattform Komoot. Wir übernehmen die Wandertipps unserer Region und ergänzen sie mit Wissenswertem, interessanten Details oder kuriosen Geschichten, die wir im Netz finden.
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Vom urbanen trubeligen Kiez bis zum kaum erschlossenen Landstrich, in dessen Wäldern sich wieder Wölfe ansiedeln. Im Rahmen unserer Möglichkeiten möchten wir Kindern und Familien die Vielfalt und Gegensätzlichkeit der Region Berlin-Brandenburg näherbringen.
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