Kinderbuch: Auge und Auge – Eine Geschichte über Andersartigkeit

18. Mär 2022

von Natascha
Kinderbuch: Auge und Auge – Eine Geschichte über Andersartigkeit

Ist das Kunst oder noch ein Buch? Eine ungewöhnliche und außergewöhnlich gezeichnete Geschichte über zwei Augen, die einfach nur „normal“ sein wollen. Ab 3 Jahre.

Emilie hat ungewöhnliche besondere Träume. In diesem kleinen Bilderbuch wird uns Emilies Traum vom Augenland erzählt. Im Augenland leben nur Augen. Es gibt braune Augen, blaue Augen und grüne Augen. Alle Augen sehen ziemlich ähnlich aus. Der Augenlandkönig hat sie deshalb mit Zahlen benannt.

Doch zwischen den ganzen Braunies, Grünies und Blauies gab es doch ab und zu ein paar Farben, die nicht ganz so eindeutig zu bestimmen waren. Pinki und Gelbi waren solche Ausnahmen. Ihre Augen hatten nicht nur besondere Farben, sie glitzerten auch. Viele fanden sie besonders und wunderschön. Einige beneideten sie ein bisschen und sprachen sie auf ihre Andersartigkeit an.

Es gab aber auch die, die Pinki und Gelbi einfach nur merkwürdig fanden und sie komische Sachen fragten. So oder so, Pinki und Gelbi standen immer im Mittelpunkt. Und immer im Mittelpunkt zu stehen, fanden Pinki und Gelbi so schrecklich, dass sie es einfach nicht mehr wollten und zu weinen anfingen.

Auge und Auge: Der Augenrettungsdienst
Auge und Auge: Der Augenrettungsdienst

Ein altes blaues Auge wurde auf sie aufmerksam. Es ist nämlich ein Notfall, wenn im Augenland ein Auge weint. Der Augenrettungsdienst wurde alarmiert, aber das alte blaue Auge hatte auch einen Tipp für die beiden: Der Sage nach gäbe es einen Wunschbrunnen, der schon einmal zwei besondere Augen gerettet und deren Farben geändert haben soll.

Sofort, bevor der Rettungsdienst kam, machten sich Pinki und Gelbi auf und fanden tatsächlich den Brunnen. Der Brunnen verstand nicht, warum Pinky und Gelbi wie alle anderen Augen aussehen wollten und willigte nur widerwillig ein, sie zu verwandeln. Aber er tat es, weil er merkte wie stark der Wunsch war. 48 Stunden gab der alte Brunnen den beiden jedoch, sich wieder umzuentscheiden.

Fröhlich machten die beiden sich auf den Rückweg, und zurück in Augenien waren sie zwischen all den anderen blauen, braunen und grünen Augen wie unsichtbar. Das hatten sie sich immer gewünscht und nun merkten sie, wie es ist, wie alle anderen zu sein. Gefällt es ihnen oder werden sie zurück zum Brunnen eilen? Vielleicht geht etwas von einem selbst verloren, wenn man einen Teil von sich verleugnet oder versteckt und es kann es nicht auch gut sein, besonders und anders zu sein?

Ein ganz ungewöhnliches Buch mit außergewöhnlichen Protagonisten. Zwar ist es Emilie, die träumt, aber die beiden Augen und ihre Empfindungen sind die Hauptfiguren. Das Buch gibt viele Denkanstöße und man kann mit Kindern über Andersartigkeit ins Gespräch kommen. Und ein Buch für jeden. Denn anders ist man nicht nur, wenn man anders aussieht. Es gibt immer wieder Situationen, in denen man sich anders fühlt, Dinge anders wahrnimmt oder auch einfach das Gefühl hat, anders zu sein. Dass wir nicht alle gleich sind, macht das Leben und die Gesellschaft interessant.

Die Bilder von Giang Tran, einer jungen Illustratorin aus Ho-Chi-Minh-Stadt, sind außergewöhnlich und lassen uns in eine andere Welt eintauchen. Hier gibt es Einblicke in ihre Arbeit: huonggiang.art

Auge und Auge – Eine Geschichte über Andersartigkeit

Aneta Nousheri (Text) Gian Tran (Illustration)
978-00-068840-9
augeundauge.com
10,00 €
ab 3

Auge und Auge Pinki und Gelbi

Unsere Buchtipps sind Empfehlungen der Buchhandlung Schwericke in Lichterfelde. Der Laden liegt direkt am S-Bahnhof Botanischer Garten. Natascha, im Team verantwortlich für den Bereich Kinder- und Jugendbuch, stellt an dieser Stelle jede Woche exklusiv für berlin-familie.de eine Neuerscheinung oder einen gut abgelagerten „Mustread“ vor.

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