Kinderbuch: Lisa und Leo – Das Mädchen und der Alien-Fuchs

01. Okt 2021

von Natascha
Kinderbuch: Lisa und Leo  – Das Mädchen und der Alien-Fuchs

Anders sein und anders denken: Autismus mit Empathie und Kompetenz in einen Comic gegossen. Mit einem Vorwort des Autisten und Kriminalbiologen Mark Benecke. (ab 6)

In diesem Comic ist Lisa mit ihrer Mutter in eine neue Stadt gezogen. Mit ihrer Mutter hat sie dreimal den neuen Schulweg geübt, trotzdem ist es für sie schwer, sich alleine Weg auf den Weg zu machen. Weil Lisas Mutter arbeiten muss, geht es aber nicht anders. Lisa geht alleine.

Wir alle nehmen Situationen unterschiedlich wahr. Für Lisa ist der Weg zur Schule am ersten Schultag eine ganz besondere Herausforderung, denn Lisa ist Autistin. Auf dem Weg hört sie etwas im Gebüsch rascheln und findet einen grünen Fuchs. Der Fuchs ist ein Außerirdischer, der auf einer Klassenfahrt war und den Abflug verpasst hat. Ein Glück für Lisa, die sich in der Welt auch manchmal wie ein Alien vorkommt. Nun hat sie jemanden an ihrer Seite. Der Fuchs kann sich ganz klein machen und in einen Vogel verwandeln, so findet er Platz in Lisas Tasche und kann mit in die Schule. Weil sie seinen Namen nicht aussprechen kann, nennt sie ihn LIO – Lebendiger Intelligenter Organismus. Der Weg zur Schule fällt Lisa nun nicht mehr ganz so schwer, aber dafür kommt sie ein wenig zu spät, was sie in Unruhe versetzt. Der Schulflur liegt vor ihr und die vielen Türen der Klassenräume überfordern sie. Der Lehrer entdeckt sie im Flur und holt sie in die Klasse. In dieser Comicgeschichte begleiten wir Lisa über den gesamten Tag. Es gibt Situationen, in denen wir genau merken, dass sie Lisa als Autistin besonders schwer fallen. Sie hat noch kein Buch und muss mit der Sitznachbarin in ein Buch schauen. In der Pause soll sie auf den Schulhof, aber der Lärm der anderen Kinder überfordert sie und sie braucht gerade nach der Stunde Unterricht Ruhe. Wie gut, dass sie sich mit Lio auf eine ruhige Bank setzen kann. Lisa erzählt ihm ein bisschen von sich und was für sie bedeutet, so viele Menschen um sich herum zu haben.

Mit diesen Erklärungen, die Lisa dem Fuchs in der Pause gibt, verstehen wir andere Situationen, die sich nach der Pause ergeben, besser.

Ein schöner Comic von Daniela Schreiter, die selbst Autistin ist und uns in anderen Comics vorher schon Einblick in ihr eigenes und in das Leben von Autisten ermöglicht hat. Die Zeichnungen sind klar und erklären auch illustrativ Lisas Art zu erleben und Eindrücke zu verarbeiten. Dies ist der erste Comic von Daniela Schreiter für jüngere Kinder. Weitere Bände sind geplant.

Das Buch hat ein ausführliches Vorwort vom Kriminalbiologen Mark Benecke. Er ist auch Autist und erklärt in dem Vorwort zum Beispiel auch, was die Superkraft von Autisten ist: Weil sie vieles ausblenden oder nicht wahrnehmen und auch weil sie oft Spezialinteressen haben, finden sie erstaunliche Lösungswege, auf die andere nicht kommen können.

Ein tolles Buch, nicht nur um Autisten besser zu verstehen. Wir lernen außerdem, dass Wahrnehmungen verschiedener Menschen unterschiedlich sein können.

Lisa und Lio 1 – Das Mädchen und der Alien-Fuchs

Daniela Schreiter (Text und Ill.)

Panini Books

978-3-7416-1823-9

13,00 €

ab 6 J.

Unsere Buchtipps sind Empfehlungen der Buchhandlung Schwericke in Lichterfelde. Der Laden liegt direkt am S-Bahnhof Botanischer Garten. Natascha, im Team verantwortlich für den Bereich Kinder- und Jugendbuch, stellt an dieser Stelle jede Woche eine Neuerscheinung oder einen gut abgelagerten „Mustread“ vor.

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