Seewanderung: Bauernsee und Liebenberger See

04. Okt 2021

Norman Heise
Seewanderung: Bauernsee und Liebenberger See

Ob eine Region prosperiert oder nicht, hängt davon ab, ob Entscheider den Daumen heben oder senken. Der Bauernsee und seine Nachbarn erzählen davon.

Hast du riesige Ländereien und brauchst jemanden, der ein wenig Schwung in die Gegend bringt, dann hol dir ein paar Zisterzienser ins Haus. Das war die Bodenpolitik der rivalisierenden Brandenburger Reichsfürsten um das Jahr 1170. So entstand unter anderem das Kloster Zinna, das in der Folgezeit ungemein erfolgreich wurde.

Das Unternehmen expandierte: „Dem Landgewinn im engeren Kloster-Umkreis folgten in den Jahren ab 1230 umfangreiche Erwerbungen auf dem Barnim, 90 km nordöstlich von Zinna. Dabei kam man immer mehr von der zisterziensischen Armutspraxis ab: Einnahmen aus Verpachtung, Zinsen und Steuern bildeten nun die ökonomische Basis des Klosters.“(Quelle) Der Name Bauernsee ist ein Zeugnis dieser wirtschaftlichen Praxis: Diesen, und nur diesen, durften die einfachen Leute nutzen. Die anderen Gewässer waren den höheren Gesellschaftsschichten vorbehalten. (Wikipedia)

Auch der Liebenberger See gehörte zum Besitz des Klosters Zinna. Die Zisterziensermönche trugen mit ihren großräumigen wasserwirtschaftlichen und wasserbaulichen Maßnahmen, die den Bau zahlreicher Wassermühlen an den Fließen und Seeabläufen einschlossen, erheblich zur Entwicklung der Region bei. (Wikipedia) Jahrhunderte später gab es Pläne, auf den Vorarbeiten der Mönche aufzubauen. 1877/79 gab es umfangreiche Planungen für ein wasserwirtschaftliches und wasserbauliches Großvorhaben. In der sogenannten Müncheberger Variante zur Verbindung von Oder und Spree sollte zur Trassenführung die Löcknitz-Stobber-Rinne – unter Einschluss des Liebenberger Sees – genutzt werden. Am Ausgang des Möllensees war ein Schiffshebewerk und in der nördlichen Ortslage Kagel eine hafenähnliche Anlage vorgesehen. Das Projekt wurde nicht realisiert, stattdessen wurde 1888 der Bau des heutigen Oder-Spree-Kanals beschlossen. (ebd)

Eigentlich ein Glück.
Denken wir uns so beim Wandern zwischen Wald, Schilf und Wasser.

Los geht es vom Parkplatz am Bürgerhaus in Kagel. Auf dem Fußweg geht es vorbei an der Alten Schule und der Dorfkirche. Hinter der kleinen Brücke über das Große Fließ, das den Baberowsee mit dem Bauernsee verbindet, geht es nach rechts. Dann geht es erstmal 3,6 km auf Asphalt geradeaus. An zwei Stellen kann man an den See. Die erste Möglichkeit ist hinter dem letzten Grundstück am linken Wegesrand und die zweite an der Badestelle.

Vorbei an Feldern und später am Zaun des Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum für Deutschland geht es in Richtung Kienbaum. Am Ende des Weges geht es nach links und weiter am Trainingszentrum entlang. Ein Stück muss man auf der Straße oder daneben auf dem Rasen laufen, später gibt es einen Fußweg. So geht es über die Brücke über die Löcknitz, die später zum Maxsee führt.

Hinter der Brücke kommt eine zweite Badestelle in Sicht. Von hier aus führt ein schmaler Pfad direkt am südöstlichen Ufer des Sees entlang. Der Pfad endet wieder auf der Straße. Auf ihr geht es wieder ca. 300m weiter, bis ein schmaler Weg in Sicht kommt, der zum nordwestlichen Ufer führt.

Die nächsten ungefähr 1,8km sind die schönsten der Tour. Es geht meist direkt am Ufer oder zumindest in unmittelbarer Seenähe weiter. Der Weg ist meistens sehr schmal und sehr „naturnah“. Im letzten Stück wird der Weg breiter und knickt um 90 Grad nach rechts ab. Wie auf der Karte zu sehen, haben wir in Verlängerung des Weges einen Trampelpfad versucht. Dieser endet aber vor einer „Mauer“ hohen Schilfs und würde im weiteren Verlauf eher wieder auf die andere Seeseite führen.

Der zuletzt erwähnte breite Weg endet an einem Feld. Nach links abbiegend geht es erst vorbei an Wiesen und später kommen wir in den Ort Kagel.

Auf der Straße hinter der Kirche geht es zurück zum Ausgangspunkt der Runde.

Die Tour zum Nachwandern unter https://www.komoot.de/tour/505804406?ref=wta

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