Nach Angaben aus dem Bildungsbericht 2018 kann eine mangelnde Chancengerechtigkeit für Frauen im Bildungsbereich nicht generell festgestellt werden.

Allerdings zeigen sich im Bildungsverlauf nach wie vor in einzelnen Bereichen geschlechterspezifische Unterschiede, schreibt die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion. In der Anfrage hatten die Abgeordneten die Ansicht vertreten, dass Jungen im deutschen Bildungssystem zunehmend das Nachsehen hätten.

Die Bundesregierung betont, dass zu Beginn ihrer Bildungskarriere Mädchen zunächst erfolgreicher (zum Beispiel hinsichtlich des Alters bei der Einschulung, des Besuchs einer Förderschule oder der Lesekompetenz im Primarbereich) seien, dies jedoch im weiteren Verlauf abnehme. Bereits im Sekundarbereich seien die Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern in den letzten Jahren zurückgegangen. Nur in Mathematik und Naturwissenschaften würden die Jungen besser abschneiden als die Mädchen.

Beim Übergang zur Berufstätigkeit hätten junge Frauen geringere Chancen als junge Männer, ihre Bildungsabschlüsse am Arbeitsmarkt zu verwerten. Dies schlage sich etwa bei der Teilhabe an Führungspositionen und der Entgeltlücke sowie der geringeren Erwerbsbeteiligung und des geringeren Erwerbsumfang von Frauen, sowie dem Unterschied in den eigenen Alterssicherungsleistungen zwischen Frauen und Männern nieder. Ferner weist die Bundesregierung auf das erhöhte Armutsrisiko für Frauen sowie die ungleiche Verteilung unbezahlter Arbeiten (unter anderem Sorgetätigkeiten) zu Lasten von Frauen hin.

Das Ziel der Bundesregierung sei, das in Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes verankerte Grundrecht der Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu verwirklichen. Bezogen auf den Bildungsbereich setze sich die Bundesregierung dafür ein, dass Bildungschancen junger Menschen nicht von individuellen Grunddispositionen, vom Geschlecht oder von sozialer oder kultureller Herkunft abhängen.

Quelle: Heute im Bundestag (hib) vom 5.7.2019

 

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